Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008
42 Seiten
Der Essay analysiert die Darstellung von Armeniern in deutschen Diskursen zwischen 1913 und 1943, einem Zeitraum, der durch die Ereignisse des Ersten und Zweiten Weltkriegs geprägt ist. Der Autor beleuchtet die Entstehung und Entwicklung des negativen Armenierbildes in Deutschland, das von kolonial-imperialistischen und totalitär-faschistischen Ideologien beeinflusst war.
Der erste Teil des Essays beleuchtet den historischen Hintergrund des antiarmenischen Diskurses in Deutschland, indem er auf die Darstellungen von Armeniern in wissenschaftlichen Werken und diplomatischen Berichten des frühen 20. Jahrhunderts eingeht. Das Kapitel thematisiert auch die Bedeutung des „Armenischen Fragen“ für die deutsche Politik und die Rolle von Persönlichkeiten wie Hermann Vambéry und Friedrich Ratzel.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Rolle der „Methodischen“, die der Autor für seine Analyse des Armenierbildes verwendet. Er betont die Bedeutung der Quellenkritik und die Einbeziehung von Texten aus unterschiedlichen Kontexten.
Kapitel 3 fokussiert auf die Darstellung der Armenier im Kontext des Ersten Weltkriegs, insbesondere auf die deutschen Propaganda, die die Armenier als Bedrohung für das Osmanische Reich und das deutsche Interesse darstellte.
Kapitel 4 behandelt die Entwicklung des antiarmenischen Diskurses in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Der Autor diskutiert die Frage der deutschen Schuld an den Armeniermassakern und die Entstehung von Gegenargumenten.
Kapitel 5 behandelt den Einfluss des Kemalismus und die Gründung der Türkischen Republik auf das Armenierbild in Deutschland.
Kapitel 6 befasst sich mit dem „Flüchtlingsproblem“ als Folge der Armeniermassaker und der Darstellung von Armeniern als Opfer von Gewalt und Diskriminierung.
Kapitel 7 analysiert die Darstellung der Armenier im Kontext des Zweiten Weltkriegs und die Verbindung des antiarmenischen Diskurses mit den nationalsozialistischen Ideologien.
Die zentralen Themen des Essays sind das Armenierbild, der Antisemitismus, der Kolonialismus, der Nationalismus, der Faschismus, der Völkermord (Armenozid), die deutsche Geschichte und der Einfluss von Diskursen auf die öffentliche Meinung.
Armenier wurden in der deutschen Öffentlichkeit oft negativ als „Juden des Orients“ stigmatisiert, verbunden mit rassistischen Vorurteilen über Betrug und List.
Durch die „deutsch-türkische Waffenbrüderschaft“ und Zensur wurden die Massaker an den Armeniern in Deutschland oft geleugnet oder als politisch notwendig gerechtfertigt.
Der Autor nutzt diesen Begriff, um den Völkermord an den Armeniern als den ersten „modernen“ Genozid des 20. Jahrhunderts zu kennzeichnen.
Unter Kemal wurde die „neue Türkei“ begründet, die das dystopische Konzept eines „Armeniens ohne Armenier“ durch die Vertreibung der verbliebenen Bevölkerung vollendete.
Der Autor sieht in der Resolution des Deutschen Bundestags von 2005 einen entscheidenden Bruch mit der langen Geschichte der Leugnung oder Relativierung.
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