Bachelorarbeit, 2015
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Untersuchungsgegenstand
2.1 Serie
2.2 Figuren
3. Methode
3.1 Farbe
3.2 Bewegung
3.3 Licht
3.4 Raum
4. Kostümgeschichte
4.1 1900er Jahre
4.2 1910er Jahre und der erste Weltkrieg
4.3 Kriegsende und 1920er Jahre
5. Kostümsemiotik
6. Das Filmkostüm
6.1 Orientierende Funktion
6.2 Ritualisierende Funktion
6.3 Ästhetische Funktion
6.4 Rhetorische Funktion
6.5 Stilisierende Funktion
7. Kostümanalyse
7.1 Sybil
7.2 Edith
7.3 Mary
8. Resumée
Die vorliegende Arbeit untersucht das Emanzipationsstreben der drei Schwestern Sybil, Edith und Mary Crawley innerhalb eines patriarchalischen Systems anhand einer detaillierten Analyse ihrer Kostüme. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kleidung als semiotisches System fungiert und die persönliche Entwicklung sowie innere Prozesse der Charaktere über den Verlauf der Serie hinweg kommuniziert und verdeutlicht.
Die ästhetische Funktion
In der vierten Folge der ersten Staffel nimmt Sybils geistige Haltung Gestalt an. Nicht nur durch ihre Kleidung – wobei das unumstritten der klarste Ausdruck ist –, sondern auch durch ihre Taten und Bekanntschaften. Beim ersten Gang zur Schneiderin fragt Sybil ihre Mutter: „Can it be my choice this time?“ und Cora antwortet darauf: „Of course, darling. As long as you choose what I choose.“
Kurz darauf entscheidet sie nach einem Gespräch mit Tom Branson gegen den Willen ihrer Mutter und gibt ein Kleidungsstück in Auftrag, das in seiner ganzen Erscheinung und Inszenierung bereits Emanzipation schreit. Die blaue Haremshose mit reich besticktem Mieder erfüllt als Kostüm eine Funktion, von der in der Serie sonst nie Gebrauch gemacht wird: die ästhetische Funktion. Hierfür ist der Blick der Kamera von besonderer Wichtigkeit und muss an dieser Stelle miteinbezogen werden. Dem Zuschauer wird das Kostüm in seiner Gänze zunächst vorenthalten, da es in der Ankleideszene nur Nahaufnahmen gibt, die das Kostüm maximal bis zur Taille zeigen. Allein durch das außergewöhnliche Stirnband, das das Hausmädchen Anna Sybil aufsetzt, ahnt der Zuschauer, dass es sich um etwas Spezielles handeln muss.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Kostümen in Downton Abbey und Darstellung der Forschungsabsicht.
2. Untersuchungsgegenstand: Vorstellung der Serie und der zentralen Figuren sowie deren familiäre Konstellation.
3. Methode: Erläuterung des Analysemodells nach Hoffmann sowie der relevanten Kategorien Farbe, Bewegung, Licht und Raum.
4. Kostümgeschichte: Historischer Überblick über die Mode von den 1900er Jahren bis zu den 1920er Jahren als Orientierungshilfe.
5. Kostümsemiotik: Theoretische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Kostümen als materielle und zeichenhafte Objekte.
6. Das Filmkostüm: Analyse der fünf Funktionen des Filmkostüms nach Giannone im Kontext des Untersuchungsgegenstandes.
7. Kostümanalyse: Detaillierte Untersuchung der Garderobe von Sybil, Edith und Mary im Hinblick auf ihren individuellen Emanzipationsprozess.
8. Resumée: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung der drei Schwestern und ihrer jeweiligen "Kostümsprache".
Downton Abbey, Kostümanalyse, Emanzipation, Filmkostüm, Modegeschichte, Crawley-Schwestern, Kostümsemiotik, Identitätsbildung, Symbolik, 1910er Jahre, 1920er Jahre, Farbpsychologie, Kleidungsstil, Serienanalyse.
Die Arbeit untersucht das Emanzipationsstreben der drei Crawley-Schwestern Sybil, Edith und Mary in der Serie "Downton Abbey", indem sie ihre Kleidung als erzählerisches Mittel analysiert.
Die Themen umfassen die Kostümsemiotik, die Modegeschichte der 1910er und 1920er Jahre sowie die Analyse filmischer Mittel wie Licht, Farbe und Raum zur Charakterisierung von Rollenentwicklungen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Filmkostüme weit mehr als nur historisches Dekor sind; sie dienen als Ausdruck der persönlichen Entwicklung und inneren Haltung der Figuren innerhalb eines starren gesellschaftlichen Systems.
Die Autorin nutzt das Modell von Hans-Joachim Hoffmann zur Analyse der Botschaft von Kleidung und kombiniert dies mit zeichentheoretischen Ansätzen (u.a. von Giannone und Wolf), um die Wirkung der Kostüme in Filmsequenzen zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Semiotik, Filmkostüm, Geschichte) und einen umfangreichen Analyseteil, in dem spezifische Kostüme der drei Schwestern in Schlüsselmomenten der Serie interpretiert werden.
Zentrale Begriffe sind Emanzipation, Kostümsemiotik, Identitätsbildung und die Analyse der visuellen Sprache von Filmkostümen im historischen Kontext.
Blau steht bei Sybil für Frische, freies Denken und den Wunsch nach Veränderung; die Nuancen (von hell bis gedämpft) spiegeln dabei ihre Entwicklung vom freigeistigen Mädchen zur reifen Frau wider.
Das absolute Schwarz ihrer Trauerkleidung symbolisiert eine Rüstung und einen psychologischen Rückzug, der erst im Moment des Zusammenbruchs aufgebrochen wird, um den Weg zurück zur persönlichen Stärke zu ebnen.
Das Hochzeitskleid fungiert als Wendepunkt, da es nach dem Abbruch der Vermählung metaphorisch alle bisherigen Fehlversuche Ediths bündelt und als Symbol für ihr bisher größtes Unglück steht.
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