Bachelorarbeit, 2020
34 Seiten
1 EINLEITUNG
2 DIE VERFASSUNG DER RECHTSSTAATLICHKEIT DES KOSOVO ZUR ZEIT DER UNABHÄNGIGKEITSERKLÄRUNG IM JAHR 2008
3 MAßNAHMEN ZUR STÄRKUNG DER RECHTSSTAATLICHKEIT IM KOSOVO
3.1 AUFTRAG UND AUFGABEN DER RECHTSSTAATLICHKEITSMISSION EULEX
3.2 KORRUPTION IM KOSOVO ALS HINDERNIS FÜR DEN STABILISIERUNGSPROZESS
4 EMPIRISCHE ANALYSE: ENTWICKLUNG DER RECHTSSTAATLICHKEIT DES KOSOVO IM ZEITRAUM VON 2010 BIS 2018
4.1 ENTWICKLUNG 2010
4.2 ENTWICKLUNG 2012
4.3 ENTWICKLUNG 2014
4.4 ENTWICKLUNG 2016
4.4 ENTWICKLUNG 2018
5 GRENZEN UND MÖGLICHKEITEN DES AUFBAUS VON RECHTSSTAATLICHKEIT IM KOSOVO
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der internationalen Staatengemeinschaft beim Aufbau der Rechtsstaatlichkeit im Kosovo, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle und Effektivität der EU-Mission EULEX.
3.2 Korruption im Kosovo als Hindernis für den Stabilisierungsprozess
Ein Rechtsstaat kann ohne Antikorruptions-Maßnahmen und Integrität in die Justiz nicht existieren (Stolpe 2019). Nur eine unbestechliche und unabhängige Justiz vermag sicherzustellen, dass sich sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Akteure an das geltende Recht halten. Gemäß dem Korruptionsindex der Nichtregierungsorganisation Transparency International, welcher das wahrgenommene Korruptionsniveau im öffentlichen Sektor von 180 Staaten vergleicht, befindet sich der Kosovo auf Rang 106. Hierbei werden Einflussfaktoren wie Wettbewerbsbeschränkungen, die Höhe der Steuerlast sowie willkürliche und widersprüchliche staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen berücksichtigt. Außerdem spielen eine fehlende Pressefreiheit und die Akzeptanz von Hierarchien eine besondere Rolle bei der Messung von Korruption (Transparency International 2019).
Es besteht Einigkeit darüber, dass jede politische Partei auf die eine oder andere Art mit organisierter Kriminalität in Verbindung steht, da einige hochrangige Politiker mehr als eine Million Euro verdienen in einem Land „with a virtually non-existent economy“ (Nenadovic 2014: 192). Im November 2008 brach ein hochkarätiger politischer Skandal aus, nachdem die kosovarische Polizei drei deutsche Staatsbürger festgenommen hatte, denen vorgeworfen wurde, in den EU-Büros einen Sprengsatz installiert zu haben. Später wurde bekannt, dass es sich tatsächlich um Beamte des Bundesnachrichtendienstes (BND) gehandelt hatte, die eine Verbindung zwischen dem organisierten Verbrechen und lokalen Politikern aufdecken wollten. Ein Bericht des BND kam zu dem Schluss, dass die Hauptakteure (einschließlich Haliti, Haradinaj und Thaci) eng in die Verknüpfung von Politik, Wirtschaft und organisierten Kriminalitätsstrukturen im Kosovo eingebunden sind. Aus demselben Bericht ging hervor, dass Premierminister Thaci Ende der 1990er-Jahre ein kriminelles Netzwerk im Kosovo leitete. Als Reaktion auf den Skandal äußerte sich ein hochrangiger BND-Beamter wie folgt: „The German government [has] allowed itself to be dragged by the nose […] by a country in which organized crime is the form of government“ (Nenadovic 2016: 192).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den Kontext des Kosovo-Konflikts, die Etablierung internationaler Missionen wie UNMIK und EULEX sowie die Forschungsfrage zur Wirksamkeit dieser Unterstützung beim Staatsaufbau.
2 DIE VERFASSUNG DER RECHTSSTAATLICHKEIT DES KOSOVO ZUR ZEIT DER UNABHÄNGIGKEITSERKLÄRUNG IM JAHR 2008: Dieses Kapitel analysiert den Ausgangsstatus des Kosovo bei der Unabhängigkeit, insbesondere die Defizite in der Rechtsstaatlichkeit und die Rolle der Ahtisaari-Pläne.
3 MAßNAHMEN ZUR STÄRKUNG DER RECHTSSTAATLICHKEIT IM KOSOVO: Hier werden die Rollen von NATO/KFOR und EULEX sowie das Problem der Korruption als zentrales strukturelles Hindernis für den Aufbau eines stabilen Rechtsstaats detailliert dargestellt.
4 EMPIRISCHE ANALYSE: ENTWICKLUNG DER RECHTSSTAATLICHKEIT DES KOSOVO IM ZEITRAUM VON 2010 BIS 2018: Das Kapitel bietet eine chronologische Untersuchung der Fortschritte und Rückschläge in verschiedenen Jahren, basierend auf dem Transformationsindex der Bertelsmann-Stiftung und weiteren Berichten.
5 GRENZEN UND MÖGLICHKEITEN DES AUFBAUS VON RECHTSSTAATLICHKEIT IM KOSOVO: Im abschließenden Kapitel werden die begrenzten Erfolge der internationalen Missionen kritisch hinterfragt und die Herausforderungen bei der Umsetzung rechtsstaatlicher Prinzipien zusammengefasst.
Kosovo, Rechtsstaatlichkeit, EULEX, UNMIK, Korruption, organisierte Kriminalität, Staatsaufbau, internationale Staatengemeinschaft, Justizreform, Transformation, politisches System, KFOR, Menschenrechte, Minderheitenschutz, Demokratisierung.
Die Arbeit analysiert die Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft, im Kosovo nach dem Bürgerkrieg einen funktionierenden Rechtsstaat aufzubauen, und untersucht, warum diese Bemühungen nur begrenzte Erfolge zeigten.
Zu den zentralen Themen gehören die Arbeit der EU-Rechtsstaatlichkeitsmission EULEX, der Umgang mit Korruption, der Aufbau von Justiz- und Polizeistrukturen sowie die Herausforderungen durch das politische Erbe des Konflikts.
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der internationalen Unterstützung beim Aufbau eines stabilen Rechtsstaats im Kosovo aufzuzeigen und die Gründe für die Diskrepanz zwischen Mandat und Realität zu beleuchten.
Es wird eine qualitative Methode angewandt, die auf einer empirisch-analytischen Auswertung von Berichten, Daten des Transformationsindex der Bertelsmann-Stiftung und Primärquellen zur internationalen Politik basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Jahres 2008, die Beschreibung der Maßnahmen (insb. EULEX), sowie eine detaillierte, jahresweise empirische Analyse der Entwicklungen von 2010 bis 2018.
Rechtsstaatlichkeit, EULEX, Korruption, Staatsaufbau, Kosovo, Justizreform und internationale Missionen sind die prägenden Begriffe.
Der Skandal dient als Beispiel für die tiefe Verflechtung von lokaler Politik und organisiertem Verbrechen, die den Erfolg internationaler Rechtsstaatlichkeitsmissionen massiv behindert.
Kritisiert werden vor allem das oft ineffektive Grundkonzept, der Personalmangel bei Richtern und Staatsanwälten sowie das Scheitern bei der Verurteilung hochrangiger politischer Akteure in Korruptionsfällen.
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