Magisterarbeit, 2007
107 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Afrikaner in Berlin
2.1. Unterschiedliche Geschichte West/Ost
2.2. Demographische Situation
2.3. Gesetzliche Rahmenbedingungen
3. Organisationsform Verein
3.1. Das Vereinswesen in Deutschland
3.2. Migrantenvereine
4. Vereine der afrikanischen Diaspora in Berlin
4.1. Begriffsklärung
4.2. Einblick in die Aktivitäten von Vereinen
4.3. Empirische Untersuchung von zwei Vereinen
4.3.1. Die Afrikanische Ökumenische Kirche e.V.
4.3.2. Nzuko Umu Igbo Berlin und Brandenburg e.V.
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Organisationsstrukturen und Formen der Selbstdarstellung von Afrikanern in Berlin, indem sie die Rolle von Migrantenvereinen als soziale und kulturelle Räume sowie als Akteure der politischen Teilhabe und Identitätsstiftung analysiert.
4.3.1. Die Afrikanische Ökumenische Kirche e.V.
Bei der folgenden Beschreibung der Afrikanischen Ökumenischen Kirche ist zu bedenken, dass die verwendeten Zeitungsartikel sich hauptsächlich mit der Person Pfarrer Botembe und seinen im Gespräch mit den Journalisten gemachten Äußerungen beschäftigen. Dies zeigen auch die Titel: „„Ich will Simba rufen hören“, Pierre Botembe: Ein Afrikaner in Berlin““ (Berliner Sonntagsblatt), „Der einsame Pfarrer“ (Taz), „Ein Wanderer zwischen den Welten und Brückenbauer“ (Lo’Nam) und „Von Gott zu Marx und zurück“ (Berliner Zeitung). Auch das Interview gibt seine subjektive Meinung wieder. Das bedeutet, dass die Darstellung des Vereins zwangsläufig einseitig sein muss. Für ein objektives Bild wäre es nötig, die Sicht der Vereinsmitglieder oder der Menschen aus dem Umfeld des Vereins zu erforschen, was im Rahmen der Arbeit leider nicht möglich war.
Die Tatsache, dass die Zeitungsartikel aus einem breiten politischen Spektrum stammen – von links (Neues Deutschland) bis religiös (Berliner Sonntagsblatt) - deutet darauf hin, dass Pfarrer Botembe und seine Kirche in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen Aufmerksamkeit finden. Das kann daran liegen, dass das Anliegen der Kirche ein ökumenisches ist und von daher ein breites Spektrum der Gesellschaft anspricht. Andererseits hat die Person Pfarrer Botembe auch eine besonders für Journalisten interessante Biographie. Was auch immer ausschlaggebend ist - Tatsache ist, dass sich so eine gute Möglichkeit der Selbstdarstellung vor allem auch in den deutschen Medien ergibt, die sonst in der Regel die Aktivitäten der Afrikaner ignorieren.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Präsenz afrikanischer Akteure in Berlin und führt in die Fragestellung ein, wie sich diese in Vereinen organisieren und in der Öffentlichkeit darstellen.
2. Afrikaner in Berlin: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Migration aus Afrika nach Berlin sowie einen Einblick in die demographischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
3. Organisationsform Verein: Hier wird die historische Entwicklung des deutschen Vereinswesens skizziert und die soziologische Funktion von Vereinen als stabilisierende Elemente demokratischer Gesellschaften erläutert.
4. Vereine der afrikanischen Diaspora in Berlin: Das Hauptkapitel klassifiziert Vereinsaktivitäten, erläutert das Konzept der afrikanischen Diaspora und präsentiert die empirischen Untersuchungsergebnisse zu zwei ausgewählten Vereinen.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Vereine zentrale Orte für soziale Unterstützung, kulturelle Identitätsbildung und politische Partizipation für die afrikanische Diaspora in Berlin darstellen.
Afrikanische Diaspora, Berlin, Migrantenvereine, Integration, Selbstorganisation, Afrikanische Ökumenische Kirche, Nzuko Umu Igbo, Identitätsbildung, Rassismus, Interkultureller Austausch, Vereinswesen, Diaspora-Netzwerke, politische Partizipation, kulturelle Vielfalt, Ethnische Organisationen.
Die Arbeit untersucht, wie sich afrikanische Migranten in Berlin in Form von Vereinen organisieren und wie sie diese nutzen, um sich in der deutschen Gesellschaft zu positionieren.
Die Arbeit thematisiert die Geschichte der Migration, die Funktionsweise von Vereinen als Organisationsform und die spezifischen Aktivitäten afrikanischer Vereine im sozialen, kulturellen und politischen Bereich.
Das Ziel ist es, in einem bisher forschungsarmen Bereich aufzuzeigen, wie Vereine als Bindeglieder für Integration, Identitätsfindung und praktische Hilfe dienen.
Es wird eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die auf Experteninterviews mit Vereinsgründern (Pfarrer Botembe, George Ibeka), einer Auswertung von Satzungen sowie einer Analyse zeitgenössischer Medienberichte und Internetquellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Vereinswesens und eine detaillierte empirische Fallstudie der Afrikanischen Ökumenischen Kirche sowie des Vereins Nzuko Umu Igbo.
Wichtige Begriffe sind Diaspora, Selbstorganisation, Integration, ethnokulturelle Identität und Vereinsaktivitäten in verschiedenen Funktionsbereichen.
Sie fungiert als ökumenische Institution, die nicht nur religiöse, sondern auch stark soziale und wirtschaftliche Ziele verfolgt, um die Integration und Selbstständigkeit afrikanischer Migranten zu fördern.
Der Verein Nzuko Umu Igbo dient als Fallbeispiel für eine ethnisch fokussierte Organisation, die kulturelle Traditionen bewahrt und als Treffpunkt zur gegenseitigen Unterstützung in der Diaspora dient.
Laut den Aussagen der Interviewten ist ökonomische Stärke eine Voraussetzung für die gesellschaftliche Anerkennung und notwendige Voraussetzung, um als ernstzunehmender Akteur in der deutschen Gesellschaft wahrgenommen zu werden.
Die Vereine sind mehr als nur Freizeitvereinigungen; sie leisten essenzielle Integrationsarbeit und fungieren als Bindekräfte in einer Gesellschaft, die oft von Einsamkeit und Marginalisierung der Migranten geprägt ist.
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