Bachelorarbeit, 2015
37 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. John Lockes Identitätsbegriff
2.1 Lockes allgemeine Theorie der Identität
2.2 Personale Identität bei Locke
2.3 Die Hintergründe zur Lockeschen Identitätstheorie
2.4 Die Kernthesen in Lockes Identitätskonzept und deren Einordnung
3. Gottfried W. Leibniz
3.1 Leibniz und Locke
3.2 Leibniz und die Grundlagen seines Identitätsbegriffs
3.3 Leibniz und Locke über personale Identität
4. David Hume
4.1 Hume und seine Auffassung von Identität
4.2 Personale Identität bei Hume
4.3 Einordnung der Identitätstheorie Humes und über Bezüge zu Locke
5. Peter Singer
5.1 Zur Auswahl Peter Singers
5.2 Singers Grundposition und der Einfluss Lockes
5.3 Die Konsequenzen des Lockeschen Personenbegriffs bei Singer
6. Lockes Identitätskonzept vor seinem Rezeptionshintergrund
7. Fazit
Die Arbeit untersucht den philosophischen Identitätsbegriff von John Locke und dessen Einfluss sowie die kritische Auseinandersetzung durch bedeutende Denker der Philosophiegeschichte. Dabei liegt der Fokus auf der Verknüpfung von Bewusstsein und personaler Identität sowie deren moralphilosophischen Implikationen für Fragen nach Verantwortung und den Status des Person-Seins.
2.1 Lockes allgemeine Theorie der Identität
„Wir betrachten ein Ding als zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort existierend und vergleichen es dann mit sich selbst, wie es zu anderer Zeit existiert; danach bilden wir die Ideen der Identität und Verschiedenheit“.
Gleich zu Beginn des Kapitels „Über Identität und Verschiedenheit“ formuliert John Locke mit diesen Worten seinen Identitätsbegriff. In aller Kürze spricht er mit diesem Satz essentielle Bestandteile seiner Theorie der Identität an. Zum einen findet sich hier bereits die grundlegende Bedingung, dass ein Ding nur dann als identisch zu betrachten ist, wenn es über die Zeit hinweg, d.h. zu zwei verschiedenen Zeitpunkten betrachtet, jeweils als dasselbe Ding zu identifizieren ist. Zum anderen kommt noch hinzu, dass dieses Ding in dem Moment der Betrachtung auch nur mit sich selbst identisch ist und mit keinem ihm noch so ähnelnden Ding an einem anderen Ort. Indirekt spricht er damit aber auch an, dass es sich bei den ,,Ideen der Identität und Verschiedenheit“ natürlich stets um Zuschreibungen handelt und diese aus der Wahrnehmung resultieren und anhand bestimmter Merkmale begründet werden. Locke geht also empirisch vor und unterscheidet dabei innere und äußere Wahrnehmungen, durch deren Verarbeitung die Ideen erst entstehen. Um den Zustand der Identität festzustellen, muss die jeweilige Beobachtung eines Dings daher auch immer mit der Idee, d.h. dem Bild, das sich der Beobachter zuvor von diesem gemacht hat, übereinstimmen. Trifft dies zu, wird es als mit sich selbst über die Zeit hinweg identisch wahrgenommen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die vielschichtige Thematik des Identitätsbegriffs ein und definiert John Locke als Ausgangspunkt der Untersuchung.
2. John Lockes Identitätsbegriff: Erläuterung der empirischen Identitätslehre Lockes, wobei das Bewusstsein als zentraler Träger der personalen Identität und der moralischen Zurechenbarkeit identifiziert wird.
3. Gottfried W. Leibniz: Leibniz erweitert Lockes Modell durch die Monadenlehre, um die Identität der Substanz zu sichern und Gott als Garant für die Unveränderlichkeit der Person einzuführen.
4. David Hume: Hume kritisiert den empirischen Ansatz Lockes und betrachtet die personale Identität als ein durch den Verstand erzeugtes Konstrukt bzw. als eine Illusion.
5. Peter Singer: Singer nutzt den Lockeschen Personenbegriff, um moralethische Fragen zur Höherwertigkeit bewusster Wesen im Vergleich zu nicht-personalen Lebewesen zu diskutieren.
6. Lockes Identitätskonzept vor seinem Rezeptionshintergrund: Eine vergleichende Gesamtschau der vorgestellten Theorien und deren unterschiedliche Ansätze zur Lösung von Identitätsfragen.
7. Fazit: Zusammenfassendes Urteil über die tragende Rolle von Lockes Bewusstseinskonzept in der Philosophiegeschichte und dessen Bedeutung für aktuelle medizinethische Diskurse.
John Locke, Identität, Personale Identität, Bewusstsein, Gottfried W. Leibniz, David Hume, Peter Singer, Empirismus, Monadenlehre, Personenstatus, Praktische Ethik, Präferenzutilitarismus, Moralische Verantwortung, Selbstbewusstsein, Substanz.
Die Arbeit untersucht, wie John Lockes Konzept der personalen Identität durch Leibniz, Hume und Singer rezipiert und weiterentwickelt wurde, insbesondere unter Berücksichtigung ethischer Konsequenzen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die kritische Auseinandersetzung und Adaption von Lockes Theorien durch Gottfried Wilhelm Leibniz, David Hume und Peter Singer.
Für Locke ist personale Identität an das Bewusstsein geknüpft, das es dem Individuum ermöglicht, sich über Zeit und Ort hinweg als dasselbe denkende Wesen zu begreifen.
Die Arbeit verfolgt einen analytisch-philosophischen Ansatz, der die Primärtexte der genannten Philosophen in Bezug auf ihre Identitätskonzepte miteinander vergleicht und in ihren historischen Kontext einordnet.
Singer nutzt diese Differenzierung, um moralische Ansprüche wie das Recht auf Leben primär an den Status der „Person“ – definiert über Selbstbewusstsein und Rationalität – zu binden.
Sie dienen als empirische Ankerpunkte, um zu erklären, wie Individuen ihr eigenes Selbst konstruieren und wie sie sich gegenüber anderen Wesen abgrenzen.
Hume verwirft die Idee einer dauerhaften personalen Substanz und deutet das Ich lediglich als „Bündel von Perzeptionen“, womit er Lockes empirische Grundlage skeptisch hinterfragt.
Leibniz setzt Gott als Garanten ein, der durch die Bewahrung der Monaden die personale Identität sichert, wo Locke bei einem rein empirischen Bewusstsein eher von einer „zerbrechlichen“ Identität ausgeht.
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