Bachelorarbeit, 2020
59 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Grundschulübergang im Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel von Sachsen
2.1.1 Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen
2.1.2 Der Übergang in die SekundarstufeⅠals „kritisches Lebensereignis“
2.2 Das akademische Selbstkonzept
2.2.1 Annäherung an den Begriff des akademischen Selbstkonzepts
2.2.2 Theoretische Ansätze zum Selbstkonzept
2.2.2.1 Das hierarchische Selbstkonzeptmodell nach Shavelson et al.
2.2.2.2 Das Internal/External-Frame-of-Reference-Modell nach Marsh
2.2.2.3 Erweiterung zu Marsh: Dimensional Comparison Theory nach Möller und Marsh
2.2.3 Einflussfaktoren auf das akademische Selbstkonzept
2.2.3.1 Das Geschlecht und Geschlechterstereotype
2.2.3.2 Bezugsgruppeneffekte
2.2.3.3 Weitere Einflussfaktoren
2.3 Fragestellungen und Hypothesen
3 Empirie
3.1 Methoden
3.1.1 Kontext: Projekt „StartTraining“
3.1.2 Stichprobe und Untersuchungsdesign
3.1.3 Forschungsinstrumente
3.1.4 Ablauf
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Deskriptive Analysen
3.2.2 Korrelationen zwischen mathematischem und sprachlichem Selbstkonzept
3.2.3 Unterschiede in den Korrelationen von mathematischem und sprachlichem Selbstkonzept bei Mädchen und Jungen
3.2.4 Unterschiede im allgemeinen schulischen, mathematischen und sprachlichen Selbstkonzept zwischen Mädchen und Jungen
3.2.5 Unterschiede im allgemeinen schulischen, mathematischen und sprachlichen Selbstkonzept zwischen Gymnasium und Oberschule
3.2.6 Explorative Analyse
3.3 Diskussion
3.3.1 Zusammenfassung
3.3.2 Kritische Einordnung
3.3.3 Implikationen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Faktoren Geschlecht und Schulform auf das akademische Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern der fünften Klasse am Beispiel zweier Schulen in Leipzig, um Erkenntnisse über die Auswirkungen des Übergangs in die Sekundarstufe I zu gewinnen.
2.2.2.2 Das Internal/External-Frame-of-Reference-Modell nach Marsh
Wie bereits erwähnt, zeigt sich in der Bereichsspezifität des Selbstkonzepts eine logische Einteilung in das mathematische und sprachliche Selbstkonzept. In dem empirisch gut bestätigten Internal/External-Frame-of-Reference-Modell nach Marsh (1986), folgend I/E-Modell, werden die Zusammenhänge der vier Bereiche des mathematischen und sprachlichen Selbstkonzepts sowie der mathematischen und sprachlichen Leistung dargestellt (siehe Abb.3). Dem Bezugsrahmenmodell entsprechend nutzen Schülerinnen und Schüler zwei simultane Vergleichsprozesse, um ihre eigenen Leistungen beurteilen zu können. Der externale Bezugsrahmen erlaubt es den Lernenden, ihre mathematischen und sprachlichen Fähigkeiten mit denen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler zu vergleichen. Dementsprechend führt dieser soziale Vergleich zu ganz unterschiedlichen Ausprägungen des Selbstkonzepts. Während Lernende mit schwächeren Schulleistungen ein niedrigeres Selbstkonzept entwickeln, können Schülerinnen und Schüler mit besseren Leistungen ein höheres Selbstkonzept ausbilden. Es ergibt sich daraus eine positive Korrelation zwischen den Leistungen und dem Selbstkonzept in einem Fach. (Marsh, 1986) Schülerinnen und Schüler in der Grundschule zeigen oft in Mathematik und Deutsch ähnliche Leistungen. Darüber hinaus wird angenommen, dass auch die Selbstkonzepte in beiden Fächern fast identisch sind. Empirisch kann dies jedoch nicht bestätigt werden und es wird häufig kein Zusammenhang zwischen dem mathematischen und verbalen Selbstkonzept angenommen (Möller et al., 2015). Die Verantwortlichkeit dafür lässt sich dem zweiten Bezugsrahmen, dem internalen/dimensionalen Vergleich, zuordnen. Lernende vergleichen hierbei ihre eigenen Leistungen im mathematischen Bereich mit den Leistungen im sprachlichen Bereich. Diese zweite Informationsquelle führt dazu, dass bessere Leistungen in einer Domäne das Selbstkonzept in der anderen Domäne herabmindern (Marsh, 1986). Damit einhergehend lässt sich von einem „Kontrasteffekt“ sprechen, den Möller und Marsh (2013) in ihrer Theorie dimensionaler Vergleiche vorstellen, welche im nächsten Kapitel aufgegriffen wird. Schülerinnen und Schüler, die ihre Mathematikleistungen höher als ihre Deutschleistung einschätzen, werden demzufolge auch über ein höheres Selbstkonzept in Mathematik als in Deutsch verfügen. Somit liegt ein negativer Zusammenhang zwischen mathematischer Leistung und sprachlichem Selbstkonzept sowie zwischen sprachlicher Leistung und mathematischem Selbstkonzept vor (Marsh, 1986).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des akademischen Selbstkonzepts für den schulischen Erfolg und das psychische Wohlbefinden von Lernenden ein und erläutert die Relevanz des Übergangs in die Sekundarstufe I für dessen Veränderung.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt den Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I als kritisches Lebensereignis, definiert das akademische Selbstkonzept durch theoretische Modelle wie das von Shavelson et al. sowie Marsh und diskutiert zentrale Einflussfaktoren wie Geschlecht und Bezugsgruppeneffekte.
3 Empirie: Der empirische Teil stellt das Forschungsdesign zur Untersuchung des akademischen Selbstkonzepts dar, präsentiert die Ergebnisse der quantitativen Erhebung und diskutiert diese kritisch unter Einbeziehung pädagogischer Konsequenzen und Implikationen.
Akademisches Selbstkonzept, Sekundarstufe I, Grundschulübergang, Geschlechterunterschiede, Schulform, Gymnasium, Oberschule, Mathematik, Deutsch, Bezugsgruppeneffekte, Big-Fish-Little-Pond-Effekt, Internal/External-Frame-of-Reference-Modell, Schülerinnen und Schüler, StartTraining, Bildungsforschung.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Faktoren Geschlecht und Schulform auf das akademische Selbstkonzept von Fünftklässlern nach dem Übertritt in die Sekundarstufe I auswirken.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Prozess des Schulübergangs, der theoretischen Herleitung des akademischen Selbstkonzepts und der empirischen Analyse von Geschlechts- sowie Schulformunterschieden in den Bereichen Mathematik, Sprache und allgemeine Schulleistung.
Das Ziel ist es, das akademische Selbstkonzept von Fünftklässlern in den drei Domänen (allgemein, mathematisch, sprachlich) unter Berücksichtigung von Geschlecht und Schulform empirisch zu erfassen, zu analysieren und kritisch zu diskutieren.
Es wurde eine quantitative Feldstudie mit einem Fragebogen durchgeführt, der auf dem SKSLF-8 und dem DISK-Gitter basiert. Die Daten wurden mittels deskriptiver Analysen, Korrelationsrechnungen und zweifaktorieller Varianzanalysen ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, in denen Modelle wie das I/E-Modell von Marsh vorgestellt werden, und den empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Erhebung an einem Gymnasium und einer Oberschule in Leipzig präsentiert werden.
Wichtige Begriffe sind akademisches Selbstkonzept, Übergang in die Sekundarstufe I, Geschlechterunterschiede, Bezugsgruppeneffekte (BFLPE) und der Vergleich zwischen verschiedenen Schulformen.
Das Projekt dient als Kontext für die Untersuchung; die Verfasserin war dort selbst als Studentin tätig, was ihr den Zugang zu den Schulen für die Durchführung der Befragung ermöglichte.
Entgegen der in der Literatur häufig postulierten Annahme, dass leistungsstärkere Klassen das Selbstkonzept schwächen (Big-Fish-Little-Pond-Effekt), konnte in dieser Studie an dem untersuchten Gymnasium kein solcher Effekt nachgewiesen werden.
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