Bachelorarbeit, 2020
65 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Begriffsklärung der Sprachvarietäten
2.1.1 Das Phänomen Jugendsprache
2.1.2 Kiezdeutsch
2.1.3 Straattaal
2.2 Die linguistischen Phänomene
2.2.1 Artikelauslassung im Standarddeutschen
2.2.2 Artikelauslassung im Standardniederländischen
2.2.3 Pronominalauslassung im Standarddeutschen
2.2.4 Pronominalauslassung im Standardniederländischen
3. Fragestellung
4. Methodik
4.1 Die Korpora
4.1.1 Das KiezDeutsch-Korpus (KiDKo)
4.1.2 Audiocollectie Jongerentaal en straattaal (2002-2004), 2005-2020
4.2 Analysevorgehen
5. Analyse
5.1 Artikel- und Pronominalauslassung in der Straattaal
5.2 Artikel- und Pronominalauslassung im Kiezdeutschen
6. Diskussion
6.1 Ellipse von Artikeln
6.2 Ellipse von Personalpronomen
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht syntaktische Ellipsen von Artikeln und Personalpronomen im mündlichen Sprachgebrauch von Jugendlichen, wobei ein kontrastiver Vergleich zwischen der deutschen Sprachvarietät Kiezdeutsch und der niederländischen Straattaal durchgeführt wird, um deren Verhalten im Vergleich zur jeweiligen Standardsprache zu bestimmen.
1. Einleitung
Sprache ist im ständigen Wandel. Nach LinguistInnen ist Sprachwandel ein allgegenwärtiges Phänomen (vgl. Nübling, Duke & Szczepaniak, 2010 und Hill, 2013), das als Merkmal jeder natürlichen Sprache zu betrachten ist (vgl. Hill, 2013). Was ebenfalls als Eigenschaft solcher Sprachen betrachtet wird, ist ihre Heterogenität (vgl. ebd.). So sind im deutschsprachigen Gebiet Nationalvarietäten, Dialekte, sowie Soziolekte anzutreffen. Kiezdeutsch zum Beispiel, ist eine Sprachvarietät, die von Jugendlichen im Berliner „Kiez“ gesprochen wird, aber auch in anderen Städten vorkommt, wie die Arbeit von Kopplin (2015) aus Hamburg belegt. Obwohl Jugendsprache, beziehungsweise Straattaal in niederländischen Städten verhältnismäßig weniger erforscht worden ist (vgl. Cornips & De Rooij, 2013, S.130) lassen sich Nortier (2001) zufolge doch auch für Straattaal überregionale Ähnlichkeiten ausmachen.
Sprachformen wie diese weisen immer linguistische Besonderheiten auf, wodurch sie von der Standardsprache abgrenzbar sind (vgl. Wegera & Waldenberger, 2012). Dass diese Besonderheiten in den Sprachformen existieren bedeutet aus der Sicht der Heterogenität zugleich, dass sie als Teil der jeweiligen Standardsprache zu betrachten sind. Demzufolge können sprachliche Neuerungen, die etwa im Kiezdeutschen entstehen, als Sprachwandel des Deutschen aufgefasst werden. Die Sprachkontakthypothese besagt folglich, dass solche Neuerungen im Austausch mit der Standardsprache in diese aufgenommen werden können (vgl. Bechert & Wildgen, 1991). So sind vermutlich viele Anglizismen erst über die Jugendsprache in die Standardsprache geflossen. Damit stellt sich die Frage, welches Potential Soziolekte, genauer noch, Jugendsprachen, besitzen, Sprachwandel zu erzeugen.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert Sprachwandel und Heterogenität in Jugendsprachen wie Kiezdeutsch und Straattaal und stellt das Forschungsziel sowie die methodische Vorgehensweise vor.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel klärt die Begrifflichkeiten zu Sprachvarietäten, Jugendsprachen und linguistischen Phänomenen wie Artikelauslassungen und Pronominalellipsen in den Standardsprachen.
3. Fragestellung: Hier wird die zentrale Forschungsfrage nach dem Vorkommen von Ellipsen in den untersuchten Jugendsprachen formuliert und der Übergang zur korpusbasierten Analyse begründet.
4. Methodik: Der Abschnitt beschreibt die Auswahl und Erhebung der Sprachdaten aus dem KiezDeutsch-Korpus (KiDKo) und der niederländischen Audiocollectie Jongerentaal en straattaal.
5. Analyse: In diesem Kapitel werden die korpusbasierten Ergebnisse zu Artikel- und Pronominalauslassungen in der Straattaal und dem Kiezdeutschen tabellarisch und deskriptiv dargestellt.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden im Lichte der Hypothesen erörtert, wobei die Ellipsen-Muster mit denen der Standardsprache und der Umgangssprache verglichen werden.
7. Fazit: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Einordnung der Varietäten sowie notwendige weiterführende Forschungsansätze.
Linguistik, Sprachwissenschaft, Sprachvarietät, Jugendsprache, Jongerentaal, Straattaal, Kiezdeutsch, Artikelauslassung, Ellipsen, Pronominalauslassung, Sprachverkürzung, Syntax, Korpuslinguistik, Mehrsprachigkeit, Sprachwandel.
Die Arbeit untersucht syntaktische Ellipsen, speziell das Auslassen von Artikeln und Personalpronomen, im Sprachgebrauch Jugendlicher in Deutschland und den Niederlanden.
Zentrale Themen sind der Vergleich der Sprachvarietäten Kiezdeutsch und Straattaal, die Theorie des Sprachwandels sowie die linguistische Beschreibung von Artikelauslassung und Pronominalellipsen.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie häufig Artikel- und Pronominalauslassungen in den beiden Jugendsprachen vorkommen und wie sich diese Phänomene im Vergleich zur jeweiligen Standardsprache verhalten.
Die Arbeit nutzt eine korpuslinguistische Methode. Dabei wurden transkribierte Daten aus dem KiezDeutsch-Korpus und der Audiocollectie Jongerentaal en straattaal manuell auf Ellipsen untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung des methodischen Vorgehens sowie eine detaillierte Analyse und Diskussion der gewonnenen Korpusdaten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kiezdeutsch, Straattaal, Ellipse, Artikelauslassung, Pronominalauslassung, Sprachvarietät und Jugendsprache.
Ja, die Analyse zeigt, dass in der Straattaal häufiger Artikel ausgelassen werden als im Kiezdeutschen, wobei im Kiezdeutschen besonders unbestimmte Artikel in Adverbialkonstruktionen betroffen sind.
Kiezdeutsch weist eine höhere Rate an Pronominalauslassungen auf und kann als partial Pro-Drop-Sprache eingeordnet werden, während die Bedingungen in der Straattaal stärker begrenzt sind.
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