Masterarbeit, 2020
90 Seiten, Note: II (Master)
1 Einleitung
2 Kommunikation
2.1 Betrachtungsweisen der Kommunikation
2.2 (Kommunikations-/Sprach-)Barrieren – Begriffsbestimmung
2.3 Die Barrierefreiheit und ihre rechtlichen Grundlagen
3 Leichte Sprache
3.1 Verständlichkeit von Texten
3.2 Bestimmung des Begriffs Leichte Sprache
3.3 Entstehung und Entwicklung von Leichter Sprache
3.4 Adressatengruppe und Anwendungsbereiche
3.5 Regeln für die Leichte Sprache
3.5.1 Wörter
3.5.2 Zahlen und Zeichen
3.5.3 Sätze
3.5.4 Texte
3.5.5 Gestaltung und Bilder
3.6 Zusammenfassende Zwischenbemerkungen
4 Empirische Untersuchungen
4.1 Ziele und Forschungsfrage
4.2 Untersuchungsmethodik
4.2.1 Untersuchungskorpus
4.2.1.1 Mittlerdeutscher Rundfunk
4.2.1.2 Texte
4.2.1.3 Kriterien für die Wahl von Texten
4.2.2 Untersuchungsmethoden
4.3. Darstellung der Analyseergebnisse
4.3.1 Wörter
4.3.2 Zahlen und Zeichen
4.3.3 Sätze
4.3.4 Texte
4.3.5 Gestaltung und Bilder
4.4 Diskussion der Untersuchungsergebnisse
4.4.1 Wörter
4.4.2 Zahlen und Zeichen
4.4.3 Sätze
4.4.4 Texte
4.4.5 Gestaltung und Bilder
5 Abschluss und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in einer vergleichenden Textanalyse, um zu überprüfen, inwiefern ausgewählte Nachrichtenbeiträge in Leichter Sprache die praktischen Vorgaben und Regeln zur Gestaltung barrierefreier Texte umsetzen.
3.5.1 Wörter
Die Texte in Leichter Sprache sollen möglichst einfach sein. Folglich sollten in solchen Texten weitgehend kurze, einfache und treffende Wörter verwendet werden, die allgemein bekannt sind und zur alltägliche Sprache gehören. Das Netzwerk Leichte Sprache gibt hier für folgende Beispiele an:
• SCHLECHT – Omnibus vs. GUT – Bus;
• SCHLECHT – genehmigen vs. GUT – erlauben.
Darüber hinaus ist es auch erforderlich, dass die verwendeten Wörter nicht zu allgemein sind und den gegebenen Sachverhalt genau beschreiben, z.B.:
• SCHLECHT – Öffentlicher Nahverkehr vs. GUT – Bus und Bahn.
Wenig bekannt können auch die Fach- oder Fremdwörter sein, deshalb sollten sie ebenso vermieden werden, z.B.:
• SCHLECHT – Workshop vs. GUT – Arbeits-Gruppe.
Wenn sich jedoch ein schwer verständliches oder langes Wort nicht vermeiden lässt, dann sollte dieses erklärt werden. Solche Erklärungen können sowohl direkt im Text auftreffen, als auch an seinem Ende, z.B.:
• SCHLECHT – berufliche Rehabilitation vs. GUT: Herr Meier hat einen schweren Unfall. Jetzt lernt er einen anderen Beruf. Das schwere Wort dafür ist: berufliche Rehabilitation.
Im Falle längerer Begriffe schlägt das Netzwerk Leichte Sprache vor, einen Bindestrich zu benutzen, der die Lesbarkeit von Texten verbessern soll, z.B.:
• SCHLECHT– Bundesgleichstellungsgesetz vs. GUT – Bundes-Gleichstellungs-Gesetz.
Eine weitere Regel besagt, dass für denselben Sachverhalt im Text immer dasselbe Wort stehen sollte. Wenn man z.B. an einer Stelle das Wort Tablette verwendet, dann sollte man im weiteren Teil des Textes nicht zwischen Tablette und Pille wechseln, weil es für die Rezipienten zu kompliziert ist. Unerwünscht sind ferner Abkürzungen, z.B.:
• SCHLECHT – d.h. vs. GUT – das heißt.
Dennoch sind einige geläufige, populäre Abkürzungen, wie etwa WC oder LKW erlaubt, allerdings unter der Bedingung, dass die Prüfer ihre Zustimmung dazu geben.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von Leichter Sprache zur Überwindung von Informationsbarrieren und Darstellung des Forschungsanliegens.
2 Kommunikation: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Kommunikationsbegriff sowie Analyse verschiedener Arten von Sprach- und Kommunikationsbarrieren.
3 Leichte Sprache: Definition des Konzepts, seiner Entstehung, Zielgruppen sowie detaillierte Vorstellung der Gestaltungsregeln.
4 Empirische Untersuchungen: Durchführung und Auswertung einer vergleichenden Textanalyse von MDR-Nachrichtenbeiträgen hinsichtlich der Anwendung von LS-Regeln.
5 Abschluss und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Bedeutung von Leichter Sprache für die gesellschaftliche Teilhabe.
Leichte Sprache, Barrierefreiheit, Kommunikation, Textverständlichkeit, Nachrichtenbeiträge, Mitteldeutscher Rundfunk, Sprachbarrieren, Inklusion, Regelwerk, Textanalyse, Zielgruppe, Barrierefreie Informationstechnik, Lexik, Satzbau, Medien.
Die Arbeit untersucht die Leichte Sprache als ein Instrument der Barrierefreiheit und analysiert kritisch, wie dieses in der journalistischen Praxis, speziell bei Online-Nachrichten des MDR, umgesetzt wird.
Die Arbeit beleuchtet Kommunikationstheorien, die Entstehung und Entwicklung der Leichten Sprache, sowie spezifische linguistische und gestalterische Regeln für deren Anwendung.
Die Arbeit fragt konkret: Inwiefern werden die etablierten Regeln der Leichten Sprache in den analysierten LS-Textversionen der Nachrichtenbeiträge tatsächlich umgesetzt?
Es wurde eine vergleichende qualitative Textanalyse von acht Nachrichtenbeiträgen durchgeführt, wobei jeweils die Version in Standardsprache mit der Entsprechung in Leichter Sprache gegenübergestellt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Leichten Sprache und einen empirischen Teil, in dem die Anwendung von Regeln zu Wörterwahl, Satzbau, Textstruktur und Gestaltung untersucht wird.
Sie zeichnet sich durch reduzierte Syntax, einfachen Wortschatz, Vermeidung von Fremdwörtern, Verzicht auf Abkürzungen und ein barrierefreies Layout (große Schrift, 1,5-facher Zeilenabstand) aus.
Der MDR wird als positives Beispiel angeführt, das durch sein Angebot an Nachrichten in Leichter Sprache aktiv zur Teilhabe behinderter Menschen am Informationsfluss beiträgt.
Die Analyse zeigt, dass die Regeln größtenteils beachtet werden, wobei jedoch vor allem bei der Bindestrichtrennung in Perfekt-Formen und beim Einsatz des Passivs noch Optimierungsbedarf besteht.
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