Examensarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Womit beschäftigt sich die Biografieforschung
2. Geschichtlicher Hintergrund
1.0 Ansätze der Biografieforschung
1.0 Verbindung zu anderen Forschungsrichtungen
3. Methoden der Biografieforschung
3.1 Das narrative Interview
3.2 Leitfadeninterview
3.3 Objektive Hermeneutik
3.4 Grounded Theory
4. Auswertungsmethodik
4.1 Triangulation
4. Biografizität
5.1 Biografiearbeit
5.2 Biografisches Lernen
4. Biografieforschung und Biografiearbeit mit ErzieherInnen
6.1 Biografieforschung und Biografiearbeit in der ErzieherInnenausbildung
5.1 Biografiearbeit und Biografieforschung mit Kindern
6.3 Biografiearbeit mit Kindern im Kindergartenalter
4. Resümee
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Einblick in die Methoden und Konzepte der Biografieforschung sowie der Biografiearbeit zu geben. Dabei soll insbesondere analysiert werden, welche Bedeutung diese Ansätze für die pädagogische Professionalität besitzen und wie sie gezielt in die Aus- und Weiterbildung von ErzieherInnen sowie in die praktische Arbeit mit Kindern integriert werden können.
2.0 Das narrative Interview
Das narrative Interview wurde Anfang 1980 von Fritz Schütze entwickelt. Es handelt sich dabei um eine offene Interviewform; Schütze spricht hier auch von einer „maximalen Offenheit“. Anders, als zum Beispiel beim problemzentrierten Interview, bei dem der/die ForscherIn Rückfragen stellt und eine neugierige und fragende Rolle einnimmt, ist die Aufgabe des Forschers/der Forscherin beim narrativen Interview eine unterstützende. Er/Sie ist ZuhörerIn, der/die ErzählerIn besitzt die Rederolle. Diese Rollenverteilung ist ein Bestandteil, der das narrative Interview so besonders macht. Der/Die ErzählerIn steht im Mittelpunkt und kann das Interview erzählerisch so gestalten, wie er/sie möchte. Der/Die ForscherIn interveniert dabei nicht, sondern hört aufmerksam zu. Er/Sie setzt dazu so genannte „Aufmerksamkeitsmarkierer“, wie zum Beispiel „Hm“, „Aha“, „Oh“ ein. Zu beachten ist, dass der/die ForscherIn während der Erzählung möglichst keine Kommentare abgibt oder den/die ErzählerIn unterbricht, um Nachzufragen zu stellen oder Unklarheiten zu klären. Die Grundannahme beim narrativen Interview besteht darin, dass der/die Befragte seine/ihre Geschichte nach dem tatsächlich stattgefundenen zeitlichen Ablauf erzählt.
1. Womit beschäftigt sich die Biografieforschung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Biografie sowie der qualitativen Forschung und ordnet die Biografieforschung als bedeutenden Forschungsansatz innerhalb der Sozialwissenschaften ein.
2. Geschichtlicher Hintergrund: Der Abschnitt skizziert die historische Genese der Biografieforschung vom 18. Jahrhundert bis zur Anerkennung als wissenschaftlicher Forschungsansatz in den 1980er Jahren.
3. Methoden der Biografieforschung: Hier werden zentrale Erhebungsmethoden wie das narrative Interview, das Leitfadeninterview, die objektive Hermeneutik und die Grounded Theory detailliert erläutert.
4. Auswertungsmethodik: Dieses Kapitel befasst sich mit den verschiedenen Ansätzen zur Interpretation von biografischem Material, wobei die Triangulation als Brücke zwischen qualitativer und quantitativer Forschung hervorgehoben wird.
4. Biografizität: Hier wird der Begriff der Biografizität als notwendige Kompetenz für professionelles Handeln sowie die Bedeutung der Biografiearbeit für das biografische Lernen diskutiert.
4. Biografieforschung und Biografiearbeit mit ErzieherInnen: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Konzepte auf die Erzieherausbildung und untersucht, wie die Reflexion der eigenen Erziehungsgeschichte das pädagogische Handeln beeinflussen kann.
4. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die wachsende Bedeutung biografischer Reflexion für die Identitätsbildung und Professionalität in pädagogischen Berufen.
Biografieforschung, Biografiearbeit, Narratives Interview, Qualitative Sozialforschung, Erzieherausbildung, Biografie, Lebensgeschichte, Identitätsbildung, Reflexion, Pädagogisches Handeln, Sozialpädagogik, Biografizität, Kindheitsforschung, Lernbiografie, professionelles Handeln.
Die Arbeit untersucht die theoretischen und methodischen Grundlagen der Biografieforschung sowie deren konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der ErzieherInnenausbildung und der pädagogischen Arbeit mit Kindern.
Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte der Biografieforschung, methodische Ansätze zur Datenerhebung (z. B. das narrative Interview), das Konzept der Biografizität und der Nutzen biografischer Reflexion für pädagogische Fachkräfte.
Das Ziel ist es, die Relevanz biografischer Ansätze für den personenbezogenen Dienstleistungsbereich aufzuzeigen, um ErzieherInnen zur kritischen Reflexion ihrer eigenen Erziehungsgeschichte zu befähigen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem narrativen Interview nach Fritz Schütze, ergänzt durch Auswertungsmethoden wie die objektive Hermeneutik und die Grounded Theory.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Methoden und eine Anwendungsorientierung auf die Ausbildung von ErzieherInnen sowie die Arbeit mit Kindern im Kindergartenalter.
Zentrale Begriffe sind Biografieforschung, Biografiearbeit, Biografizität, professionelles Handeln, Identitätsbildung und reflexive pädagogische Praxis.
Die Reflexion hilft, unbewusste Reaktionsmuster und das eigene Erleben der Kindheit aufzudecken, um unreflektierte Übertragungen in der Arbeit mit Kindern zu vermeiden und die eigene Berufsrolle professionell zu gestalten.
Ja, bei jüngeren Kindern sind herkömmliche Interviews oft nicht möglich; hier stehen altersgerechte, spielerische Erhebungsmethoden wie Beobachtungen oder die Arbeit mit Bildern und Lebensketten im Vordergrund.
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