Masterarbeit, 2016
113 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Anforderungsprofil
3 Verletzungen im Fußball
3.1 Definition
3.2 Epidemiologie
3.4 Verletzungsprävention
4 Functional Movement Screen
4.1 Entstehung, Theorie und Verortung des FMS™
4.2 Aufarbeitung des wissenschaftlichen Forschungsstandes
4.2.1 Testgütekriterien
4.2.2 FMS™-Score als Prädiktor von Verletzungen
4.3 Kritik
4.4 Zusammenfassung der Theorie
5 FMS™ als Prädiktor von Verletzungen im Amateurfußball – Empirische Untersuchung
5.1 Probanden
5.2 Testdurchführung
5.3 Datenerhebung und Datenauswertung
6 Ergebnisse
6.1 Anzahl der Verletzungen und Verletzungsinzidenz
6.2 Verletzungen im Spiel und Training
6.3 Verletzungslokalisation
6.4 Verletzungsart
6.5 Schwere der Verletzung
6.6 Verletzungsursachen
6.7 Verletzungszeitpunkt im Spiel
6.8 Spielposition
6.9 Vergleich verletzter und nicht verletzter Spieler in Bezug auf den FMS™-Score
7 Diskussion
8 Zusammenfassung und Ausblick
9 Literaturverzeichnis
10 Anhang
10.1 Bewertungsraster
10.2 Verbale Instruktionen
10.3 Scoring Sheet
10.4 Fragebogen
10.5 Paper Trainer
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Functional Movement Screen (FMS™) als prognostisches Instrument zur Vorhersage von Verletzungen im Amateurfußball dienen kann, um durch gezielte athletische Interventionen Verletzungsrisiken zu minimieren.
3.1 Definition
Sportverletzungen sind Verletzungen, die durch äußere Gewalteinwirkungen (exogen) oder durch den überschießenden Einsatz körpereigener Kräfte (endogen) entstehen (Markworth, 2010, S. 260).
Man unterscheidet also zwischen Verletzungen, die den Sportler selbst betreffen (z.B. durch Ermüdungszustände, fehlerhafte Bewegungsmuster etc.) und Verletzungen, die durch einen Unfall bzw. einen Kontakt hervorgerufen werden. Der Unfall wird als ein plötzliches von außen auf den Körper eintretendes Ereignis angesehen (Abel, et al., 2012, S. 217). Zudem unterscheiden sich Verletzungen, die man sich beim Sport zugezogen hat in ihrer Ausprägung in keiner Weise von Verletzungen, die man sich bei anderen Beschäftigungen zugezogen hat (ebd.). So kann ein Arzt anhand eines geprellten Fußgelenks nicht erkennen, ob diese Verletzung einer Landung eines Weitsprungs zuzuschreiben oder das Resultat vom Ausrutschen auf einem frisch gebohnerten Schulflur ist (Markworth, 2010, S. 260).
Abzugrenzen von Sportverletzungen sind sich langsam entwickelnde Überlastungsschäden. Häufig bleiben sie lange unbemerkt und erreichen erst allmählich einen Krankheitswert. Diese entstehen als Folge von anhaltender bzw. zu häufig wiederholter Gewebsüberlastung, in vielen Fällen auch als Folge von unbeachtet gebliebenen Mikrotraumen (Markworth, 2010, S. 262), deren Ausmaß so groß ist, dass der Körper diese Schäden in der verbleibenden Ruhezeit nicht reparieren kann (Becker, et al., 2007, S. 366). Sie äußern sich als Funktionsstörungen, Entzündungen oder Abnutzungserscheinungen (Abel, et al., 2012, S. 217) und sind dem Sport als Ursache nicht immer eindeutig zuzuschreiben. Der Sport- bzw. Überlastungsschaden kann reversibel sein, aber auch durch spezifische Anpassungsreaktionen (Verknöcherungen, Kalkablagerungen, Gefäßschädigungen etc.) irreversibel werden und damit sekundäre Schäden hervorrufen (ebd.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Fußball-Verletzungsprävention ein und begründet die Wahl des FMS als Untersuchungsgegenstand.
2 Anforderungsprofil: Das Kapitel skizziert die körperlichen und koordinativen Voraussetzungen, die ein Fußballspieler für das moderne, schnellere Spiel mitbringen muss.
3 Verletzungen im Fußball: Es werden Begrifflichkeiten, epidemiologische Daten sowie physiologische Grundlagen von Sportverletzungen im Fußball dargelegt.
4 Functional Movement Screen: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des FMS und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand zur Reliabilität und Validität.
5 FMS™ als Prädiktor von Verletzungen im Amateurfußball – Empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt das methodische Design der Studie, die Probanden sowie die statistischen Auswertungsverfahren.
6 Ergebnisse: Die erhobenen Daten zum Verletzungsaufkommen werden deskriptiv aufbereitet und statistisch auf Korrelationen mit dem FMS-Score geprüft.
7 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert und mit der bestehenden Fachliteratur zum Verletzungsgeschehen im Fußball in Bezug gesetzt.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Eine Gesamtschau der Erkenntnisse wird vorgenommen und Empfehlungen für die praktische Umsetzung im Amateursport abgeleitet.
Fußball, Verletzungsprävention, Functional Movement Screen, FMS, Verletzungsrisiko, Amateurfußball, Sportverletzungen, Leistungsdiagnostik, Bewegungsmuster, Biomechanik, Rehabilitation, Verletzungsinzidenz, Athletiktraining, Muskuläre Dysbalancen, Rumpfstabilität
Die Arbeit untersucht, ob der Functional Movement Screen (FMS) als diagnostisches Instrument geeignet ist, um das Verletzungsrisiko von Amateurfußballspielern vorherzusagen.
Zentral sind die Anforderungen an den Fußballspieler, die Epidemiologie von Sportverletzungen, die wissenschaftliche Validierung des FMS-Tools und die empirische Anwendung in einem konkreten Amateur-Setting.
Das primäre Ziel ist die Überprüfung, ob ein Zusammenhang zwischen den beim FMS erreichten Punktzahlen und dem tatsächlichen Auftreten von Verletzungen im Spielbetrieb besteht, um so als Prädiktor für Präventionsmaßnahmen zu dienen.
Neben einer umfassenden Literaturrecherche wird eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, die deskriptive Statistik sowie inferenzstatistische Verfahren (ROC-Analyse, Vierfeldertafel, Mann-Whitney U-Test) nutzt.
Der Hauptteil analysiert das Anforderungsprofil im Fußball, die Anatomie verletzungsanfälliger Strukturen, die Durchführung des FMS-Screenings bei vier Amateurmannschaften und die anschließende statistische Auswertung des Verletzungsaufkommens über eine Hinrunde.
Besonders prägend sind Functional Movement Screen, Verletzungsprävention, Amateurfußball, Verletzungsinzidenz und Validität.
Die Arbeit betont, dass Defizite in der kinetischen Kette aus Stabilität und Beweglichkeit (z.B. Hüfte, Knie, Sprunggelenk) zu kompensatorischen Mustern führen, die das Verletzungsrisiko im Spielbetrieb maßgeblich erhöhen.
Der Cut-Off Point dient dazu, Spieler in Risikogruppen zu unterteilen; in dieser Studie wurde ein Score von 14 als Schwellenwert identifiziert, unterhalb dessen das Risiko für Verletzungen signifikant höher liegt.
Der FMS kann als kosteneffizientes und praktikables Instrument zur Identifikation von Spielern mit erhöhtem Verletzungsrisiko im Amateurfußball genutzt werden, sollte jedoch immer durch gezieltes Athletiktraining und medizinische Expertise ergänzt werden.
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