Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Forschungstand
3. Der Begriff der Revolution
4. Historischer Kontext: Das Vorhussitische Böhmen
4.1. Eine Krise des Spätmittelalters?
4.2. Böhmen im 14. Jahrhundert
5. Jan Hus: Ein revolutionärer Vordenker?
6. Das Hussitentum: Eine revolutionäre Bewegung?
6.1. Die Entstehung der Hussitischen Bewegung
6.2. Interne Spaltung: Die verschiedenen Gruppen und ihre Ziele
6.3. Die Vier Prager Artikel
6.4. Die Hussitenkriege 1420-1434
6.5. Folgen und Resultate der Hussitenkriege
6.6. Eine revolutionäre Bewegung?
7. Zusammenfassende Bewertung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den revolutionären Charakter der Hussitischen Bewegung in Böhmen, um zu klären, inwiefern diese als eine revolutionäre Bewegung im Sinne moderner Definitionskriterien bezeichnet werden kann. Dabei wird analysiert, ob die hussitische Reformbewegung lediglich eine restaurative Absicht verfolgte oder ob sie durch ihre gesellschaftlichen Umwälzungen und gewaltsamen Konflikte tatsächlich den Status einer Revolution erreichte.
6.1. Die Entstehung der Hussitischen Bewegung
Wie einleitend ausgeführt, wurde Jan Hus für seine Positionen seitens des Konstan zer Konzils angeklagt und zum Tode verurteilt. Im Anschluss an dieses Ereignis formierten sich böhmische und mährische Adelige auf einer Versammlung zum Gedenken an den Tod Hussens zu einer gemeinsamen Gruppierung. Schon zu Hussens Zeit als Prediger bildete sich eine Gefolgschaft um den böhmischen Theologen, die sich nun, ausgelöst durch Hussens Tod, zu einer breiten Bewegung entwickelte. Dieser Akt bildete indessen nur die Endstufe eines langen Prozesses, denn Hus war, wie bereits in Kapitel 4 erwähnt, beileibe nicht der Erste, der derartige Forderungen äußerte. Bereits im 13. und 14. Jahrhundert bildeten sich in den böhmischen Ländern Gruppen wie der Waldenser aus, die eine Erneuerung erzielen wollten.
Prediger wie Konrad von Waldhauser und sein Schüler Jan Milíč mahnten ebenso von der Ankunft des Antichristen und forderten eine Rückkehr zur Urkirche. Damit wurde schon zur Mitte des 14. Jahrhunderts eine Zeit der Forderung nach Erneuerung eingeläutet. Milíč beispielsweise konnte qua Gründung eines religiösen Zentrums eine reformwillige Gruppierung an sich ziehen und seine chiliastischen Lehren verkünden. Verknüpft mit der Schwäche der Regentschaft in Böhmen, den nationalen Streitigkeiten und dem Aufschwung der Universität Prag bildeten sich so verschiedene Gruppierungen aus, die den Willen zur Erneuerung formulierten.
Unter diesen Vorrausetzungen kann Hussens Hinrichtung eine Funktion als Katalysator zugeschrieben werden, denn mit diesem Ereignis war ein Anlass gefunden, der aus der bereits zuvor vorhandenen Bereitschaft zur Reform eine kämpferische Bewegung werden ließ. Hussens Hinrichtung wurde als Tod eines Märtyrers rezipiert und sowohl in der Liturgie als auch in Erzählungen als Heiligenverehrung zelebriert. Diesbezüglich kommt Thomas Fudge zur Annahme, dass diese Art der Rezeption Husssens eine neue Dimension einleitete: Hus wurde innerhalb kürzester Zeit vom Prediger zum Schutzpatron und Heiligen einer gesamten Bewegung.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Hussitentums ein und stellt die zentrale Fragestellung nach dem revolutionären Charakter der Bewegung auf.
2. Forschungstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historiographische Aufarbeitung der hussitischen Bewegung, insbesondere mit Fokus auf tschechische und internationale Forschungsbeiträge.
3. Der Begriff der Revolution: Hier werden theoretische Definitionen von Revolution erarbeitet, um Kriterien für die spätere Analyse der hussitischen Bewegung festzulegen.
4. Historischer Kontext: Das Vorhussitische Böhmen: Die Rahmenbedingungen des böhmischen Spätmittelalters, geprägt durch Krisen, soziale Spannungen und kirchliche Konflikte, werden hier analysiert.
5. Jan Hus: Ein revolutionärer Vordenker?: Dieses Kapitel untersucht die Theologie von Jan Hus und bewertet, inwiefern ihm die Rolle eines revolutionären Vordenkers tatsächlich zugeschrieben werden kann.
6. Das Hussitentum: Eine revolutionäre Bewegung?: Der Hauptteil analysiert die Entstehung, Spaltung, Zielsetzungen sowie die kriegerischen und politischen Entwicklungen der hussitischen Bewegung.
7. Zusammenfassende Bewertung: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und die Frage nach dem revolutionären Charakter des Hussitentums auf Basis der erarbeiteten Kriterien final beantwortet.
Hussitentum, Jan Hus, Revolution, Spätmittelalter, Böhmen, Hussitenkriege, Taboriten, Utraquisten, Prager Artikel, Reformation, soziale Umwälzung, Ständeordnung, Kirche, Chiliasmus, Antiklerikalismus.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einordnung des Hussitentums im böhmischen Spätmittelalter und untersucht kritisch, ob es sich dabei um eine revolutionäre Bewegung handelte.
Zentrale Themen sind die theologischen Hintergründe durch Jan Hus, die soziopolitischen Spannungen im 14. Jahrhundert, die interne Struktur des hussitischen Lagers und die langfristigen Folgen der Hussitenkriege.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern kann die Hussitische Bewegung auf Basis moderner Kriterien als eine revolutionäre Bewegung bezeichnet werden?
Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, bei der theoretische Revolutionsbegriffe auf die historischen Ereignisse des 15. Jahrhunderts in Böhmen angewendet und hinterfragt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Jan Hus als Vordenker, die Entstehung der hussitischen Bewegung, ihre interne Spaltung (Taboriten vs. Utraquisten), die Prager Artikel und den Verlauf sowie die Ergebnisse der Hussitenkriege.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Revolution, Hussitentum, Reformation, soziale Mobilität, antiklerikale Tendenzen und ständische Umgestaltung.
Die Hinrichtung von Jan Hus fungierte als entscheidender Katalysator, der aus einer bereits bestehenden, eher reformorientierten Stimmung eine kämpferische und breit angelegte Bewegung entstehen ließ.
Die Unterscheidung ist notwendig, da die hussitische Bewegung keine homogene Einheit war; während die Taboriten den radikalen und militanten Flügel bildeten, vertraten die Utraquisten eine gemäßigte Linie und suchten den Ausgleich mit der Kirche.
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