Bachelorarbeit, 2020
67 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Geschichte der Umsatzsteuer in Deutschland
2.1 1916-1967: Die Allphasen-Bruttoumsatzsteuer
2.2 1968-1977: Die Allphasen-Nettoumsatzsteuer
2.3 1978-1993: Das Umsatzsteuer-Binnenmarktgesetz
2.4 1993-2016: Der Umsatzsteuer-Binnenmarkt
3 Der Missing-Trader-Betrug
3.1 Die Beteiligten am Missing-Trader-Betrug
3.2 Das Streckengeschäft
3.3 Das Umsatzsteuerkarussell
4 Die Mehrwertsteuerreform
4.1 Entwicklung und Umsetzung der Mehrwertsteuerreform
4.2 Der zertifizierte Steuerpflichtig
4.2.1 Der zertifizierte Steuerpflichtige im Zusammenhang mit der Umsetzung des endgültigen Mehrwertsteuersystems
4.2.2 Die Voraussetzungen für den Erhalt der Zertifizierung
4.2.3 Kritische Betrachtung des zertifizierten Steuerpflichtigen
4.3 Der One-Stop-Shop
4.4 Die Steuerfreiheit innergemeinschaftlicher Lieferungen
4.4.1 Die innergemeinschaftliche Lieferung
4.4.2 Die neuen materiellen Voraussetzungen
4.4.3 Kritische Betrachtung der Steuerbefreiung
5 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie sich die gegenwärtige Entwicklung des Mehrwertsteuersystems auf die Betrugsanfälligkeit der Umsatzsteuer auswirkt, wobei insbesondere Reformmaßnahmen der Europäischen Kommission kritisch gewürdigt werden.
3.1 Die Beteiligten am Missing-Trader-Betrug
Da die Funktionsweise des Streckengeschäfts und des Umsatzsteuerkarussells einige Gemeinsamkeiten aufweisen, das Karussellgeschäft, um genau zu sein, eine Erweiterung des Streckengeschäfts ist, werden die beteiligten Parteien des Streckengeschäfts beim Umsatzsteuerkarussell lediglich um zwei Position erweitert. Sowohl beim Streckengeschäft als auch beim Umsatzsteuerkarussell tritt der Missing-Trader sowie der Buffer auf. Beim Umsatzsteuerkarussell sind demgegenüber noch der In-/Out-Buffer und der Distributor beteiligt.
Wie der Name dieser Betrugsform schon erahnen lässt, ist der Missing-Trader das zentrale Element des Missing-Trader-Betrugs. Hierunter versteht man „einen für Mehrwertsteuerzwecke registrierten Unternehmer, der, möglicherweise in betrügerischer Absicht, Gegenstände oder Dienstleistungen ohne Zahlung der Mehrwertsteuer erwirbt oder zu erwerben vorgibt und beim Weiterverkauf dieser Gegenstände oder Dienstleistungen Mehrwertsteuer in Rechnung stellt, die geschuldete Mehrwertsteuer aber nicht an die zuständige staatliche Stelle abführt“. Dieses Unternehmen mit Sitz in der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ist somit verantwortlich für die erfolgende Steuerhinterziehung und löst sich oftmals schnell auf, sobald sich herausstellt, dass die Steuerfahndungsbehörde gegen sie ermittelt.
Demgegenüber ist der Buffer ein Unternehmen, das seinen Sitz im selben Land wie der Missing-Trader hat, am Markt unauffällig tätig ist, seine Steuern regelmäßig und in voller Höhe zahlt und sich oft durch ein sprunghaftes Ansteigen der Umsatzzahlen auszeichnet. Der Buffer, der für das erfolgreiche Funktionieren des Missing-Trader-Betrugs nicht zwingend notwendig ist, wird vom Missing-Trader als aktiver und operativ tätiger Steuerpflichtiger in die Lieferkette eingeschaltet, um den Warenkreislauf zu verschleiern und es den Steuerfahndungsbehörden somit möglichst schwierig zu machen, den Steuerbetrug aufzudecken. Diese Verschleierung kann zusätzlich verstärkt werden, indem statt einem Buffer mehrere Buffer eingeschaltet werden. Im Gegensatz zum Missing-Trader kann es sich bei den Buffer um Unternehmen handeln, die ohne ihr Wissen in ein Umsatzsteuerkarussell oder ein Streckengeschäft eingebunden werden.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Problematik der Mehrwertsteuerlücke und die Notwendigkeit, Umsatzsteuerbetrug durch gezielte Reformen des europäischen Mehrwertsteuersystems einzudämmen.
2 Die Geschichte der Umsatzsteuer in Deutschland: Ein historischer Abriss der verschiedenen Umsatzsteuersysteme von 1916 bis 2016, der die Entwicklung von der Brutto- zur Nettoumsatzsteuer sowie die Entstehung des europäischen Binnenmarkts beschreibt.
3 Der Missing-Trader-Betrug: Detaillierte Darstellung der Funktionsweise von Betrugsmodellen wie dem Streckengeschäft und dem Umsatzsteuerkarussell sowie der Rollen der beteiligten Akteure.
4 Die Mehrwertsteuerreform: Untersuchung der geplanten Modernisierung des Mehrwertsteuersystems, insbesondere durch die Einführung des zertifizierten Steuerpflichtigen, des One-Stop-Shops und verschärfter Voraussetzungen für steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Reformmaßnahmen, wobei festgestellt wird, dass trotz der Eindämmung bekannter Betrugsformen ein erheblicher Verwaltungsaufwand entsteht und neue Betrugsszenarien nicht ausgeschlossen werden können.
Umsatzsteuerkriminalität, Mehrwertsteuerreform, Missing-Trader-Betrug, Umsatzsteuerkarussell, Streckengeschäft, Zertifizierter Steuerpflichtiger, One-Stop-Shop, Vorsteuerabzug, Steuerbefreiung, Innergemeinschaftliche Lieferung, Mehrwertsteuerlücke, Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Besteuerung im Bestimmungsland, Steuerhinterziehung, Verwaltungsaufwand.
Die Arbeit analysiert die Umsatzsteuerkriminalität in Deutschland und Europa sowie die Ansätze der Europäischen Union, dieses Problem durch eine umfassende Mehrwertsteuerreform zu lösen.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Umsatzsteuer, der Funktionsweise von Umsatzsteuerbetrugsmodellen wie dem Missing-Trader-Betrug und der kritischen Würdigung aktueller Reformvorschläge.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit die gegenwärtige Entwicklung des Mehrwertsteuersystems die Betrugsanfälligkeit reduziert oder ob neue Herausforderungen für Unternehmen und Finanzverwaltungen entstehen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Untersuchung historischer Entwicklungen sowie einer kritischen Potenzialanalyse ausgewählter Reformmaßnahmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Steuersysteme, eine detaillierte Funktionserklärung betrügerischer Lieferketten und eine kritische Auseinandersetzung mit dem zertifizierten Steuerpflichtigen, dem One-Stop-Shop und neuen materiellen Anforderungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Umsatzsteuerbetrug, Mehrwertsteuerreform, Missing-Trader-Betrug, One-Stop-Shop und zertifizierter Steuerpflichtiger definiert.
Der Autor kritisiert unter anderem die fehlende Konkretisierung der Voraussetzungen, die unklare Abgrenzung zu Zollvorschriften und die Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung durch eine mögliche Zweiklassengesellschaft zwischen zertifizierten und nicht-zertifizierten Unternehmen.
Die Skepsis rührt vor allem aus befürchteten Überforderungen der Finanzbehörden aufgrund des massiven Verwaltungsaufwands und dem Mangel an Vertrauen zwischen den Mitgliedstaaten bei der elektronischen Abwicklung der Steuerzahlungen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die neuen Anforderungen zwar die Dokumentation verschärfen, aber ehrliche Steuerpflichtige zusätzlich belasten, während organisierte Betrüger vermutlich weiterhin Wege finden werden, Anforderungen zu umgehen.
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