Bachelorarbeit, 2019
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffserklärung und Abgrenzung
3. Modelle der Entwicklungspsychologie
3.1 Stufen des Glaubens nach James W. Fowler
3.2 Die psychosoziale Entwicklung nach Erikson
3.3 Entwicklungsstufen des religiösen Glaubens nach Oser/Gmünder
4. Die Entwicklung des Gottesbildes
4.1 Stufen nach Schweitzer
4.1.1 Frühe Kindheit: Der elterliche Gott
4.1.2 Mittlere und späte Kindheit: Die Unterscheidung zwischen Gottesbild und Elternbild
4.1.3 Jugendalter: Verinnerlichung, Verpersönlichung und Abstraktion des Gottesbildes
4.2 Paradigmenwechsel
4.3 Problematische Entwicklungen
4.4 Chancen und Grenzen der Entwicklungspsychologie für die Religionspädagogik
5. Religionspädagogische Konsequenzen
5.1 Die Begleitung der Entwicklung des Gottesbildes von Kindern und Jugendlichen als Aufgabe einer Religionslehrkraft
5.2 Die Rolle der Lehrperson und die Gewichtung des Gottesbildes bei Religionslehrerinnen und Religionslehrern
5.3 Kinder- und Jugendtheologie
5.3.1 Entwicklung der Kinder- und Jugendtheologie
5.3.2 Theologie von, für und mit Kindern
5.3.3 Geeignete Impulse und Methoden
5.3.4 Grenzen und Herausforderungen einer Kindertheologie
6. Umsetzung im Religionsunterricht anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels
6.1 Sequenzplan „Wer oder was ist Gott für mich?“
6.2 Verortung im LehrplanPlus
6.3 Artikulationsschema zur Unterrichtsstunde „Mein Gottesbild“
7. Schlussfazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen und stellt die zentrale Frage, welche Rolle der Religionslehrkraft in diesem Prozess zukommt: Soll sie lediglich als Zuschauer agieren oder ist eine aktive Begleitung sinnvoll und notwendig?
4.1.1 Frühe Kindheit: Der elterliche Gott
Die Erkenntnis Freuds, dass das Gottesbild zwischen dem 4. Und 6. Lebensjahr entspringt, ist bereits überholt. „Die Wurzeln der kindlichen Religiosität werden nun in der allerfrühesten Zeit der nachgeburtlichen Einheits- und Verschmelzungserfahrungen gesehen“ (Schweitzer, 2010, S. 217). Das Gottesbild entsteht durch Erfahrungen, Vorstellungen und Gefühle, so kann beispielsweise das Gefühl des Geborgenseins oder des Verlassenwerdens Einfluss nehmen. Dadurch bildet sich eine erste Gestalt, welche jedoch zunächst stillschweigend bleibt. In einer späteren Phase, wenn das Kind beginnt auch von Gott zu sprechen, wird sich herausstellen wie die beschriebenen Erfahrungen die Entwicklung des Gottesbildes beeinflussen.
Um Bezug auf das Stufenmodell von Erikson zu nehmen, lässt sich sagen das diese Herausforderung dem Erwerb des Grundvertrauens zuzuordnen ist. Dieses Grundvertrauen entsteht aus der Beziehung zwischen Mutter und Kind. Diese Beziehung ist nicht als eine zu verstehen, die zwischen zwei unterschiedlichen Menschen stattfindet, da das Kind noch keine eigenen Grenzen unterscheiden kann und somit nicht zwischen sich selbst und seiner Mutter differenzieren kann. Diese „anfängliche Offenheit und die fließenden Grenzen des Selbst“ wird von der Psychoanalyse als Verschmelzung umschrieben (Schweitzer, 2010, S. 218). Die Verschmelzung hat diverse religiöse Ähnlichkeiten. Sowohl das Einssein mit der Welt, also auch die Allmacht von mütterlicher Seite und die Geborgenheit, sind ebenso religiöse Themen.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Gottesbilder bei Kindern und Formulierung der Forschungsfrage nach der Rolle der Religionslehrkraft.
2. Begriffserklärung und Abgrenzung: Definition und Abgrenzung der Begriffe Gottesvorstellung und Gottesbild sowie deren wechselseitige Bedingtheit.
3. Modelle der Entwicklungspsychologie: Darstellung stufenförmiger Entwicklungsmodelle nach Fowler, Erikson sowie Oser/Gmünder als Basis für das Verständnis religiöser Entwicklung.
4. Die Entwicklung des Gottesbildes: Analyse der Entwicklung von Gottesbildern in verschiedenen Altersstufen, inklusive kritischer Phasen und aktueller Paradigmenwechsel.
5. Religionspädagogische Konsequenzen: Diskussion über die Notwendigkeit der Begleitung durch Lehrkräfte und Vorstellung des Konzepts der Kindertheologie.
6. Umsetzung im Religionsunterricht anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels: Planung und Verortung einer Unterrichtssequenz zum Thema „Gottesbilder“ im LehrplanPlus.
7. Schlussfazit: Zusammenfassende Reflexion der Bedeutung der Begleitung und Ausblick auf künftige Herausforderungen wie die Integration bei heterogenen Lerngruppen.
Gottesbilder, Religionspädagogik, Kindertheologie, Entwicklungspsychologie, Religionsunterricht, Glaubensentwicklung, Gottesvorstellung, Schülervorstellungen, Symbolik, Begleitung, theologische Gespräche, Identitätsfindung, Anthropomorphismus, Lehrkraftrolle, Religionsdidaktik
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung kindlicher Gottesbilder und der Frage, wie eine professionelle religionspädagogische Begleitung dieses Prozesses im Unterricht aussehen sollte.
Zentrale Themen sind die entwicklungspsychologischen Grundlagen religiöser Entwicklung, die kritischen Phasen der Gottesbildentwicklung sowie das didaktische Konzept der Kindertheologie.
Das Ziel ist zu klären, ob eine Religionslehrkraft bei der Gottesbildentwicklung von Kindern und Jugendlichen eher als Zuschauer oder als aktiver Begleiter agieren sollte.
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Arbeit, die bestehende theoretische Modelle der Entwicklungspsychologie und Religionspädagogik analysiert und auf die Unterrichtspraxis anwendet.
Der Hauptteil analysiert theoretische Entwicklungsmodelle, untersucht die Entwicklung des Gottesbildes in verschiedenen Altersphasen und reflektiert die Rolle der Lehrperson im Rahmen des Theologisierens mit Kindern.
Wichtige Begriffe sind Gottesbilder, Kindertheologie, Entwicklungspsychologie, Begleitung, theologische Gespräche und Religionsunterricht.
Das Konzept der Kindertheologie ist zentral, da es Kindern ermöglicht, eigene theologische Fragen und Deutungen zu entwickeln, anstatt nur vorgefertigte Inhalte zu übernehmen.
Die Lehrkraft fungiert als Begleiter und Impulsgeber, die das kindliche Denken ernst nimmt und den Unterricht offen gestaltet, um auf die individuellen Gottesbilder der SuS einzugehen.
Im Vergleich zur Kindheit ist die Entwicklung im Jugendalter weniger durch die Familie determiniert und verläuft individueller, weshalb sie sich weniger linear durch ein einfaches Stufenmodell erfassen lässt.
Die Arbeit betont, dass es keine richtigen oder falschen Gottesbilder gibt; die Aufgabe der Lehrkraft ist es, die individuellen Bilder der Kinder wertzuschätzen und diese mit biblischen Traditionen in einen reflektierten Dialog zu bringen.
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