Diplomarbeit, 2007
133 Seiten, Note: sehr gut
Einleitung
1 Familie und Kinderwunsch im Wandel
1.1 Geburtenrückgang
1.2 Familie heute
2 Personenkreis, Betreuungssituation und gesetzliche Grundlagen
2.1 Personengruppe
2.2 Institutionelle Betreuungssituation der Kleinkinder
2.3 Gesetzliche Grundlagen
3 Bestandsaufnahme der öffentlichen Hilfen
3.1 Finanzielle Hilfen und Rechtsansprüche
3.2 Aufgaben der Jugendhilfe
3.3 Typen der außerhäuslichen Betreuung
3.4 Politisch geförderte Maßnahmen im Bundesland Hessen
4 Marktanalyse zur Gründung einer bedarfsorientierten Tagesgruppe
4.1 Kunden
4.2 Standort und Umfeldanalyse
5 Bedürfnisse und Entwicklungsthemen von Kleinkindern
5.1 Körperliche Entwicklung
5.1.1 Körperliche Veränderungen
5.1.2 Frühkindliche Untersuchungen
5.1.3 Ernährung
5.1.4 Pflege und Sauberkeitsentwicklung
5.1.5 Ruhe- und Schlafphasen
5.2 Soziale Entwicklung
5.2.1 Beziehungsaufbau
5.2.2 Körperliche Nähe
5.2.3 Autonomie und Abhängigkeit
5.2.4 Wutanfälle und Trotzverhalten
5.3 Motorische und kognitive Entwicklung
5.3.1 Befriedigung der kindlichen Neugierde
5.3.2 Laufenlernen und Bewegungsdrang
5.3.3 Spielen
5.3.4 Kontakt zu Gleichaltrigen
5.3.5 Sprachentwicklung und Kommunikation
5.3.6 Bildungsprozesse
6 Darstellung der geplanten Tagesgruppe
6.1 Leistungsumfang
6.1.1 Offener Spielkreis
6.1.2 Zusätzliche Angebote
6.1.3 Elternseminare
6.1.4 Beratungsangebote und Vernetzung
6.1.5 Betreuung, Förderung und der pädagogische Alltag in der Spielgruppe
7 Organisationsstruktur der Einrichtung
7.1 Träger der Leistung und seine Aufgaben
7.2 Personalstruktur
7.3 Räumlichkeiten
7.4 Melde- und genehmigungspflichtige Voraussetzungen sowie Versicherungen
7.5 Qualitätssicherung
7.6 Voraussetzungen für die Nutzung der Angebote
7.7 Besondere Merkmale und das Marketing der Einrichtung
8 Finanzierung
8.1 Exemplarischer Kostenplan
8.1.1 Einnahmen
8.1.2 Platzkosten
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Konzeption für eine neu zu gründende Tagesgruppe für Kinder unter drei Jahren zu entwickeln, die sowohl den entwicklungspsychologischen Bedürfnissen der Kleinkinder als auch den familiären Anforderungen nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Kind gerecht wird. Dabei steht die Untersuchung der Lebensumstände heutiger Familien und der institutionellen Betreuungslandschaft im Fokus.
Familie im Umbruch zur Moderne
Die Familien in der Bundesrepublik Deutschland die wir heute kennen, lassen sich nicht nach einem bestimmten Muster beschreiben. Während man noch vor der Industrialisierung von der Familie als „Großes Haus“ spricht, in dem generationsübergreifend gelebt und gearbeitet wird und Kinder in den Alltag integriert sind, kommt es nach der Verstädterung und der zunehmenden Errichtung von Industriegebieten zu einer Wende der Lebensumstände (vgl. Böllert u. a. 2006, S. 18 f.).
Die Aufteilung der Arbeit in Beruf und Hausarbeit wird notwendig, da die Erwerbsarbeit das Individuum von zu Hause wegholt und ganz in Anspruch nimmt. Vor der Industrialisierung sind beide Geschlechter, trotz sozialer Hierarchie, aufeinander angewiesen, sie sichern beide die Existenz und zeugen den Nachwuchs, Leben und Arbeit sind eine selbstverständliche Einheit.
Erst mit der Industrialisierung werden die Bereiche Arbeit und Privatleben räumlich, sachlich und sozial scharf voneinander getrennt. Die bürgerliche Kleinfamilie entsteht am Wendepunkt zur Moderne.
Familie und Kinderwunsch im Wandel: Das Kapitel analysiert den historischen Wandel der Familie von der Industrialisierung bis zur heutigen Zeit und thematisiert den Geburtenrückgang.
Personenkreis, Betreuungssituation und gesetzliche Grundlagen: Es erfolgt eine Definition der Zielgruppe (Kinder bis drei Jahre) und eine Darstellung der relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen.
Bestandsaufnahme der öffentlichen Hilfen: Dieses Kapitel erläutert aktuelle finanzielle Unterstützungen wie das Elterngeld sowie die Aufgaben der Jugendhilfe im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen.
Marktanalyse zur Gründung einer bedarfsorientierten Tagesgruppe: Die Marktanalyse betrachtet die Bedürfnisse von Eltern als Kunden sowie den Standort Groß-Zimmern für die geplante Neugründung.
Bedürfnisse und Entwicklungsthemen von Kleinkindern: Eine detaillierte Betrachtung der körperlichen, sozialen, motorischen und kognitiven Entwicklungsschritte von Kleinkindern bildet das Fundament für die pädagogische Arbeit.
Darstellung der geplanten Tagesgruppe: Hier wird das konkrete Leistungsangebot der Tagesgruppe (Spielkreis, Seminare, Betreuungsmodell) auf Basis der Bedarfsanalyse präsentiert.
Organisationsstruktur der Einrichtung: Dieses Kapitel beschreibt die rechtliche Form als eingetragener Verein, das Personalmanagement sowie die Anforderungen an Räumlichkeiten und Qualitätssicherung.
Finanzierung: Es wird ein exemplarischer Kostenplan erstellt, der Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt und die monatlichen Platzkosten kalkuliert.
Kleinkindbetreuung, Tagesgruppe, Familienpolitik, Elterninitiativen, Kindesentwicklung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kindertagesstätte, Krippe, frühkindliche Bildung, Organisationsstruktur, Bedarfsanalyse, Finanzierung, Sozialpädagogik, Situationsansatz, Elterngeld.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Gründung einer Tageseinrichtung für Kinder unter drei Jahren unter Berücksichtigung spezifischer Familienbedürfnisse und aktueller sozialpolitischer Rahmenbedingungen.
Die Arbeit deckt den Wandel der Familienstrukturen, die kindliche Entwicklung, gesetzliche Grundlagen der Jugendhilfe, Marktanalyse für soziale Einrichtungen sowie betriebswirtschaftliche Aspekte der Finanzierung ab.
Das Ziel ist die Erstellung eines fundierten Konzeptes für eine neue Tagesgruppe, die durch ein erweitertes Angebot (z.B. Beratungsangebote für Eltern) dem gestiegenen Betreuungsbedarf gerecht wird.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zu soziologischen und pädagogischen Themen sowie eine qualitative Marktanalyse und eine Bedarfsermittlung in der Gemeinde Groß-Zimmern.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der kindlichen Entwicklung vor allem die konkrete Ausgestaltung der Tagesgruppe, die notwendige Organisationsstruktur und die Finanzkalkulation detailliert ausgeführt.
Besonders prägend sind die Begriffe frühkindliche Bildung, Bedarfsorientierung, Betreuungsschlüssel, Elterninitiativen und die Verzahnung von Betreuung und Elternunterstützung.
Die Autorin plant, die Tagesgruppe in dieser Gemeinde zu gründen, und führt daher eine spezifische Standort- und Umfeldanalyse sowie eine Bedarfsermittlung vor Ort durch.
Dieser Betrag ergibt sich aus der Summe aller monatlichen Sach- und Personalkosten abzüglich der einkalkulierten Landesförderung, dividiert durch die Anzahl der angebotenen Plätze.
Die Autorin hat sich für den Situationsansatz entschieden, da dieser die Lebenswelten der Kinder und Familien in den Mittelpunkt stellt und die Förderung in realen Handlungszusammenhängen ermöglicht.
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