Bachelorarbeit, 2007
25 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begründungen für eine ganztägige Schulkonzeption
2.1 Sozial-politische Motive
2.2 Schulreformerisch-pädagogische Motive
3. Formen von Ganztagsschule
3.1 Allgemeine Merkmale
3.2 Offene Ganztagsschule
3.3 Gebundene Ganztagsschule
4. Didaktische Konzepte von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule
4.1 Kompensatorisches Modell (Additiv-duales Konzept)
4.1.1 Argumentation
4.1.2 Modell
4.2 Kooperatives Modell (Additiv-kooperatives Konzept)
4.2.1 Argumentation
4.2.2 Modell
4.3 Integratives Modell (inklusiv-kooperatives Konzept)
4.3.1 Argumentation
4.3.2 Modell
4.4 Erfahrungsschule, Bewegungsraumschule und Bewegte Schule
4.5 Rhythmisierung des Schultages
4.6 Bewertung der Konzepte
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht, wie Bewegung, Spiel und Sport didaktisch sinnvoll in das Konzept der Ganztagsschule integriert werden können, um eine ganzheitliche Erziehung zu gewährleisten und die motorische sowie kognitive Leistungsfähigkeit der Schüler zu fördern.
4.1.1 Argumentation
Bei der kompensatorischen Argumentation geht es überwiegend um den Ausgleich von Bewegungsdefiziten, die in der heutigen Gesellschaft vorherrschen. Die Kompensation fehlender Bewegungsmöglichkeiten beispielsweise wurde im Zusammenhang mit der sozial-politischen Begründung schon erwähnt (siehe S. 2 oben). Momentan gehen die Meinungen sehr stark auseinander. Einige sind der Auffassung, dass in den letzten 20 Jahren keine Verschlechterung der allgemeinen motorischen Fähigkeit nachgewiesen werden konnte und das Interesse am Sport sogar steigt (vgl. Laging, Hildebrandt-Stramann, Teubner, 2005, S. 5), andere hingegen attestieren im längsschnittlichen Vergleich eine „zum Teil dramatische Verschlechterung sportmotorischer Leistungsfähigkeit“ und diagnostizieren „gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Schülerinnen und Schülern“ (Fessler, 2004, S. 218, sinngemäß zitiert nach Bös, 1999, 2000; Eggert, Brand, Jendritzki & Küppers, 2000; Ketelhut, 2000; Ketelhut & Bittmann, 2001; im Überblick Gaschler, 2000, 2001). Stibbe (2004, 184) bemerkt auch den Faktor des Stillsitzens in der Schule und die dadurch verursachten „unfunktionellen Körperhaltungen“ (sinngemäß zitiert nach Breithecker, 1998a, S. 29).
Entwicklungsförderung und gesundheitspräventive Maßnahmen erscheinen zwar als durchaus sinnig, können aber nicht als Begründung ausreichen, da der Mensch dadurch auf seine Motorik reduziert wird (vgl. Hildebrandt-Stramann, Laging, 2006, S. 5). Folglich kann dieser Ansatz eine dem ganzen Menschen betrachtende Auffassung von Bildung und Erziehung nicht gerecht werden. Eine bloße Fokussierung auf Kompensation würde dem Schulsport und den außerunterrichtlichen Bewegungsaktivitäten nur eine schwache Legitimation vorweisen können, da Schule nicht dafür da ist, die Gesellschaft zu verbessern, oder motorische Spitzenleistungen hervor zu bringen, sondern die Jugend ganzheitlich zu erziehen und auf die Lebenswelt vorzubereiten.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage zur ganzheitlichen Etablierung von Sport und Bewegung im ganztägigen Schulwesen.
2. Begründungen für eine ganztägige Schulkonzeption: Darstellung der sozial-politischen sowie der schulreformerisch-pädagogischen Beweggründe für die Einführung der Ganztagsschule.
3. Formen von Ganztagsschule: Erläuterung der allgemeinen Merkmale sowie der Unterschiede zwischen offenen und gebundenen Ganztagsschulformen.
4. Didaktische Konzepte von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule: Detaillierte Analyse und Bewertung verschiedener Modelle (kompensatorisch, kooperativ, integrativ) sowie Prinzipien wie der Rhythmisierung.
5. Fazit: Persönliche Reflexion des Autors über die Notwendigkeit, Bewegung als integralen Bestandteil der Schulkultur zu begreifen.
Ganztagsschule, Bewegungspädagogik, Schulsport, Ganzheitliche Erziehung, Rhythmisierung, Kompensatorisches Modell, Kooperatives Modell, Integratives Modell, Bewegte Schule, Schulkultur, Bewegungsdefizite, Bildung, Erziehung, Schulentwicklung, Motorik.
Die Arbeit untersucht didaktische Konzepte, um Bewegung, Spiel und Sport in den Alltag von Ganztagsschulen zu integrieren.
Die zentralen Themen sind Begründungen für Ganztagsschulen, die verschiedenen Organisationsformen und die didaktische Einbettung von sportlichen Aktivitäten in das Gesamtkonzept Schule.
Es wird gefragt, welches didaktische Konzept am sinnvollsten ist, um Bewegung und Sport so zu etablieren, dass eine ganzheitliche Erziehung und Leistungssteigerung der Schüler gewährleistet werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen reformpädagogischen Diskursen und didaktischen Modellen.
Der Hauptteil analysiert drei zentrale Modelle: das kompensatorische, das kooperative und das integrative Modell sowie ergänzende Ansätze wie die Bewegte Schule und die Rhythmisierung.
Wichtige Begriffe sind Ganztagsschule, ganzheitliche Erziehung, Rhythmisierung, Bewegungskultur und pädagogische Konzepte.
Es wird als am zweckmäßigsten angesehen, da es Bewegung, Spiel und Sport nicht nur als Zusatz versteht, sondern direkt in den schulischen Alltag und das Lernkonzept integriert.
Der Autor bemängelt, dass diese Modelle den Menschen oft nur auf seine Motorik reduzieren und den ganzheitlichen Bildungsauftrag der Schule vernachlässigen.
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