Diplomarbeit, 2007
113 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Kommunikation und Sprache
2.1 Kommunikationstheorien
2.2 Sprechen als soziales Handeln
2.3 Sprache im Konstruktivismus
3 Dialekt versus Standardsprache
3.1 Begriffsdefinitionen
3.1.1 Sprachvarietät
3.1.2 Standardsprache
3.1.3 Dialekt
3.1.4 Umgangssprache
3.1.5 Verkehrssprache
3.1.6 Soziolekt
3.2 Wissenschaftliche Disziplinen
3.3 Gründe für die Existenz mehrerer Varietäten
3.3.1 Die Bedeutung von Nonstandardvarietäten
3.3.2 Die Bedeutung einer Standardvarietät
3.4 Normen des Sprachgebrauchs
3.4.1 Situative Komponente
3.4.2 Diastrische Komponente
3.4.3 Diatopische Komponente
3.4.4 Subjektive Faktoren
4 Der deutsche Sprachraum
4.1 Region I: Dialektrückgang
4.1.1 Theorien des Dialektrückgangs
4.1.2 Dialektrückgang am Beispiel Norddeutschland
4.2 Region II: Dialekt-Standard Kontinuum
4.3 Region III: Diglossie
4.3.1 Begriffsbestimmung
4.3.2 Verwendung von Dialekt und Standard
4.3.3 Problembereiche der Diglossie
4.4 Das sprachliche Gefüge in Österreich: Polyglossie
4.4.1 Historische Entwicklungen von Dialekt und Standardsprache
4.4.2 Urbanisierung
4.4.3 Forschungsergebnisse zum Dialekt
4.4.4 Forschungsergebnisse zur Standardsprache
4.4.5 Forschungsergebnisse zum Sprachverhalten
5 Bewertung von Sprachvarietäten
5.1 Wissenschaftliche Bewertung von Sprachvarietäten
5.1.1 Inherent value-Ansatz
5.1.2 Imposed norm-Ansatz
5.1.3 Sprachemanzipatorische Bemühungen
5.2 Bewertung durch Laien
5.2.1 Laien-Linguistik
5.2.2 Stereotyp
5.2.3 Einstellung
5.2.4 Halo-Effekt
5.2.5 Sympathie
5.2.6 Rollenerwartungen
5.2.7 Kommunikative Kompetenz
6 Personalauswahl
6.1 Definition
6.2 Ziele der Personalauswahl
6.3 Das Bewerbungsgespräch als Methode der Personalauswahl
6.3.1 Ziele eines Bewerbungsgesprächs
6.3.2 Arten von Bewerbungsgesprächen
6.3.3 Probleme des Bewerbungsgesprächs
6.3.4 Empfehlungen für Unternehmen
6.3.5 Empfehlungen für Bewerber
7 Sprache und Karriere
7.1 Anforderungen an die sprachlichen Fähigkeiten
7.1.1 Anforderungen an die Verständlichkeit
7.1.2 Sektorale Anforderungen
7.1.3 Anforderungen an verschiedene Hierarchieebenen
7.2 Einflüsse der Sprachvarietät auf die Bewertung
7.3 Conclusio
8 Die qualitative Studie
8.1 Allgemeines
8.2 Hypothesen
8.3 Methode
8.3.1 Erhebung
8.3.2 Auswertung
8.4 Durchführung
8.4.1 Sampledarstellung
8.4.2 Zeitraum der Erhebung
8.4.3 Kategorienbildung
8.4.4 Subjektivität
9 Ergebnisse
9.1 Persönlicher Hintergrund und eigenes Sprachverhalten (Kategorie 1)
9.1.1 Kompetenz von Standardsprache und/oder Dialekt (1a)
9.1.2 Situativer Sprachgebrauch (1b)
9.1.3 Die österreichischen Dialekte: Unterscheidungsfähigkeit und Einstellung (1c)
9.2 Das sprachliche Verhalten anderer (Kategorie 2)
9.2.1 Sprache in der Öffentlichkeit (2a)
9.2.2 Dialektsprecher (2b)
9.2.3 Sprecher Standardsprache (2c)
9.3 Sprache im Bewerbungsgespräch (Kategorie 3)
9.3.1 Erwartungen an das sprachliche Verhalten des Bewerbers (3a)
9.3.2 Tatsächliches sprachliches Verhalten der Bewerber (3b)
9.3.3 Authentizität versus Anpassung (3c)
9.4 Sprache im Banken- und Versicherungssektor (Kategorie 4)
9.4.1 Dialekt versus Standardsprache (4a)
9.4.2 Anforderungen an höhere Hierarchieebenen (4b)
9.4.3 Barrierecharakter von Sprache für die Karriere? (4c)
9.5 Der deutsche Sprachraum (Kategorie 5)
9.5.1 Einflüsse der Internationalisierung auf die sprachlichen Anforderungen (5a)
9.5.2 Einstellungen gegenüber den Sprachvarietäten Deutschlands (5b)
9.5.3 Deutsch versus Österreichisch (5c)
10 Conclusio der Untersuchung
10.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
10.2 Hypothesenprüfung
10.3 Experten- versus Laiensicht
11 Resümee und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Rolle von Dialekt und Standardsprache bei der Personalauswahl in Unternehmen des Banken- und Versicherungssektors in Österreich. Ziel ist es zu analysieren, welche Erwartungen an das sprachliche Verhalten von Bewerbern gestellt werden, wie diese ihre Sprachwahl steuern und welche Bewertungsdifferenzen oder Verzerrungen durch Sprache in einem Bewerbungsgespräch auftreten können.
3.1.2 Standardsprache
Nach Bußmann (2002) ist Standardsprache eine „deskriptive Bezeichnung für die historisch legitimierte, überregionale, mündliche und schriftliche Sprachform der sozialen Mittel- bzw. Oberschicht; [...] Entsprechend ihrer Funktion als öffentliches Verständigungsmittel unterliegt sie (besonders in den Bereichen Grammatik, Aussprache und Rechtschreibung) weit gehender Normierung, die über öffentliche Medien und Institutionen, vor allem aber durch das Bildungssystem kontrolliert und vermittelt werden.“ (Bußmann 2002: Standardsprache)
Wiesinger geht demnach davon aus, dass es Unterschiede zwischen z.B. der deutschen und der österreichischen Standardsprache gibt, aber andererseits auch, dass man hört, ob ein Sprecher der Standardvarietät aus Vorarlberg oder der Steiermark kommt „ohne dass ein einziger Dialektismus fällt“ (Wiesinger 2006: 34). Für Wiesinger ist Standardsprache die Sprache der Öffentlichkeit und definiert sie wie folgt: „Die Standardsprache ist die regionale Realisierung der Schriftsprache, die vor allem in ihren konstitutiven Sprachfaktoren an die landschaftlichen Gegebenheiten gebunden ist.“ (Wiesinger 2006: 34)
Hochdeutsch ist in diesem Sinne die Standardsprache für das Deutsche und wird von Bußmann (2002: Hochsprache) im sprachsoziologischen Sinne vor allem als Gegensatz zur regional gefärbten Umgangssprache und zum kleinräumigeren Dialekt gesehen. Ein weiteres Merkmal der Standardsprache ist, dass sie an Schulen explizit unterrichtet und auf ihren korrekten Gebrauch geachtet wird bzw. werden sollte. Der Begriff Substandard bezieht sich auf eine sprachliche Varietät, die eine Ebene unter der Hochsprache angesiedelt ist.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Dialekt und Standardsprache im Berufsleben ein und definiert die Zielsetzung der Untersuchung im Banken- und Versicherungssektor.
2 Kommunikation und Sprache: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über grundlegende Kommunikationstheorien und betrachtet Sprache als soziales Handeln sowie aus konstruktivistischer Sicht.
3 Dialekt versus Standardsprache: Hier werden zentrale linguistische Begriffe wie Sprachvarietät, Dialekt, Umgangssprache und Soziolekt definiert sowie Normen des Sprachgebrauchs erläutert.
4 Der deutsche Sprachraum: Dieses Kapitel beleuchtet die sprachlichen Gegebenheiten in verschiedenen Regionen, insbesondere die Situation in Österreich als Polyglossie.
5 Bewertung von Sprachvarietäten: Hier werden sowohl wissenschaftliche Bewertungsmethoden als auch die Laiensicht, inklusive Stereotypen und Spracheinstellungen, diskutiert.
6 Personalauswahl: Dieses Kapitel definiert die Personalauswahl und analysiert das Bewerbungsgespräch als Instrument zur Eignungsdiagnostik.
7 Sprache und Karriere: Es wird die Verbindung zwischen sprachlichen Fähigkeiten und beruflichem Erfolg hergestellt sowie die Bedeutung der Sprache im heutigen Arbeitsalltag verdeutlicht.
8 Die qualitative Studie: Der empirische Teil beschreibt die methodischen Grundlagen, die Hypothesen und das Vorgehen der qualitativen Untersuchung mittels problemzentrierter Interviews.
9 Ergebnisse: Die Ergebnisse der Interviews werden entlang der definierten Kategorien dargestellt, von der Dialektkompetenz bis hin zu spezifischen Erwartungen im Banken- und Versicherungssektor.
10 Conclusio der Untersuchung: Dieses Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und gleicht diese mit den zuvor aufgestellten Hypothesen ab.
11 Resümee und Ausblick: Eine abschließende Betrachtung stellt die Bedeutung der Sprache in der Personalauswahl noch einmal heraus und gibt Anregungen für künftige Forschungsansätze.
Dialekt, Standardsprache, Personalauswahl, Bewerbungsgespräch, Soziolinguistik, Sprachvarietät, Kommunikative Kompetenz, Karriere, Stereotyp, Spracheinstellung, Österreichisches Deutsch, Banken- und Versicherungssektor, Sprachsozialisation, Code-Switching, Identität
Die Arbeit untersucht den Einfluss der gesprochenen Sprachvarietät (Dialekt oder Standardsprache) auf die Wahrnehmung von Bewerbern durch Personalisten im österreichischen Banken- und Versicherungssektor.
Die zentralen Themen sind Sprachsoziologie, die Funktion von Dialekt und Standard in der Arbeitswelt, Kommunikationsmodelle, Eignungsdiagnostik im Bewerbungsprozess sowie das Identitätsbewusstsein durch Sprache.
Ziel ist es zu klären, ob und wie die Sprache im Bewerbungsgespräch die Beurteilung eines Kandidaten beeinflusst und ob Dialekt als Karrierehindernis oder als Zeichen von Authentizität wahrgenommen wird.
Die Untersuchung basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz. Es wurden acht problemzentrierte Interviews mit Personalisten aus Banken und Versicherungen geführt und diese mittels einer strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Grundlagen der Linguistik und Kommunikation, Sprachgeografie) und einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten aus den Experteninterviews darstellt und interpretiert.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen neben Dialekt und Standardsprache auch Authentizität, Anpassung, soziale Schichtzugehörigkeit, Kommunikative Kompetenz und die spezifische Sprachsituation in Österreich (Polyglossie).
Die Branche hat eine Sonderstellung, da von den Mitarbeitern aufgrund der gewünschten Diskretion und Seriosität vermehrt Standardsprache erwartet wird, um einen professionellen, distanzierten Eindruck beim Kunden zu hinterlassen.
Während Standardsprache in den Zentralen und für gehobene Hierarchieebenen fast zwingend erwartet wird, kann Dialekt im direkten Kundenkontakt (z.B. Außendienst im ländlichen Raum) durchaus vorteilhaft sein, da er Sympathie und Vertrauen fördert.
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