Examensarbeit, 2008
173 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
Problemstellung und Zielstellung
2. Das Berlinische (Dialekte) im Deutschunterricht
2.1 Dialekt und Schule – Ein historischer Exkurs
2.2 Lehrplananalyse der Länder Brandenburg und Berlin
2.2.1 Curriculare Vorgaben für die Grundschule – Brandenburg/ Berlin
2.2.2 Curriculare Vorgaben für die Sekundarstufe I – Brandenburg
2.2.3 Curriculare Vorgaben für die Sekundarstufe I – Berlin
2.3 Lehrbuchanalyse
2.3.1 Analyse von Lehrbüchern der Grundschule
2.3.2 Analyse von Lehrbüchern der Sekundarstufe I
2.4 Darlegung und Auswertung der Lehrerinterviews
3. Fachlich-linguistische Aspekte zum Berlinischen
3.1 Einordnung in das deutsche Sprachsystem: Was ist das Berlinische?
3.2 Sprachgeschichtliche Entwicklungen des Berlinischen
3.2.1 Berlin von der Gründung bis zum 16. Jahrhundert: Die sprachliche Wandlung vom Lateinischen zum Niederdeutschen
3.2.2 Berlin vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des 18. Jahrhunderts: Das Aufeinandertreffen von französischen, obersächsischen und niederdeutschen Spracheinflüssen
3.2.3 Berlin im 19. Und 20. Jahrhundert: Die Auswirkungen der Industrialisierung auf den Berliner Sprachraum
3.2.4 Der Berliner Sprachraum vor 1945 bis heute
3.3 Sprachliche Charakteristika des Berlinischen
4. Das Berlinische aus fachdidaktischer Perspektive
5. Unterrichtspraktische Überlegungen zum Berlinischen
5.1 Begründung der Wahl des Gegenstandes Berlinisch im Deutschunterricht
5.2 Unterrichtseinheit zum Berlinischen für die Grundschule
5.2.1 Lernen an Stationen – methodisch-didaktische Überlegungen
5.2.2 Vorstellungen der Stationen und deren Lernziele
5.2.3 Prozessplanung
5.2.4 Arbeitsaufträge
5.3 Unterrichtseinheit zum Berlinischen für die Sekundarstufe I
5.3.1 Wochenplanarbeit – methodisch-didaktische Überlegungen
5.3.2 Vorstellungen der Pflicht- und Wahlaufgaben und deren Lernziele
5.3.3 Prozessplanung
5.3.4 Arbeitsaufträge
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Berlinische als Unterrichtsgegenstand in den Brandenburger und Berliner Rahmenlehrplänen sowie in aktuellen Schulbüchern verankert ist und wie Lehrkräfte eine Behandlung dieser Sprachvarietät bewerten. Das primäre Ziel ist die Entwicklung und Vorstellung fachdidaktisch begründeter Unterrichtsmodelle (Stationenlernen für die Grundschule und Wochenplanarbeit für die Sekundarstufe I), um Schülern einen abwechslungsreichen und reflektierten Zugang zum Berlinischen zu ermöglichen.
3.2.1 Berlin von der Gründung bis zum 16. Jahrhundert: Die sprachliche Wandlung vom Lateinischen zum Niederdeutschen
Die Siedlungen Kölln (1237) und Berlin (1244) werden in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erstmalig urkundlich erwähnt (vgl. Butz, 1988: 4). In der Region siedelten sich vor allem aus dem Niederrhein und aus der Gegend im Vorharz stammende Personen an, aber auch Siedler aus den ostdeutschen Gebieten waren dort ansässig (vgl. ebd.). Da sich die beiden mittelalterlichen Siedlungen an einem Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen befanden, bestanden zwischen Kölln und Berlin rege Handelsbeziehungen zu Hamburg und Flandern (vgl. ebd.). Ihre wirtschaftlichen sowie politischen Stellungen innerhalb der Mark Brandenburg wurden im 14. Jahrhundert durch den formalen Zusammenschluss beider Siedlungen (Berlin-Kölln) gestärkt (vgl. Butz, 1988: 5).
Die Darstellung der mittelalterlichen Schreibpraxis einzelner Kanzleien im Berliner Raum gibt Aufschluss über die vorherrschende Schriftsprache dieser Zeit. In den festen Schreibkanzleien wie dem Dominikaner- und Franziskanerkloster, aber auch den privaten Schreibstuben, zu denen u.a. die Berliner und Köllner Stadtkanzlei oder die Stadtgerichtskanzlei zählten, war das Lateinische bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts die allgemeingültige Geschäftssprache (vgl., a.a.O., 7). In den darauffolgenden Jahrzehnten wandte man sich allmählich vom Lateinischen als traditionelle Schriftsprache ab und besann sich auf die deutsche Sprache, die bereits am Ende des 14. Jahrhunderts als vorherrschende Schriftsprache anerkannt war (vgl., a.a.O., 7f.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Berlinische als Unterrichtsgegenstand fachdidaktisch zu begründen.
2. Das Berlinische (Dialekte) im Deutschunterricht: Dieses Kapitel analysiert Rahmenlehrpläne und Schulbücher sowie Lehrerinterviews hinsichtlich der Bedeutung des Dialekts im schulischen Kontext.
3. Fachlich-linguistische Aspekte zum Berlinischen: Hier erfolgt eine fachliche Einordnung des Berlinischen in das deutsche Sprachsystem und eine historische Herleitung der Stadtsprache.
4. Das Berlinische aus fachdidaktischer Perspektive: In diesem Kapitel werden existierende didaktische Konzepte zur Behandlung des Berlinischen im Fach Deutsch vorgestellt und kritisch gewürdigt.
5. Unterrichtspraktische Überlegungen zum Berlinischen: Dieses Kapitel liefert konkrete methodische Vorschläge für den Unterricht, insbesondere durch Stationenlernen und Wochenplanarbeit.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, das Berlinische als Teil der Sprachvielfalt aktiv in den Unterricht zu integrieren.
Berlinisch, Dialektologie, Sprachdidaktik, Deutschunterricht, Mehrsprachigkeit, Sprachvarietäten, Rahmenlehrplan, Schulbuchanalyse, Stationenlernen, Wochenplanarbeit, Sprachgeschichte, Berliner Stadtsprache, Sprachbewusstsein, Regionalsprachen, Sprachvariation.
Die Arbeit untersucht das Berlinische als Unterrichtsgegenstand im Fach Deutsch und entwickelt Konzepte, um diese Sprachvarietät im Unterricht von Berliner und Brandenburger Schulen zu integrieren.
Zu den zentralen Feldern gehören die Analyse aktueller Lehrpläne, die Auswertung von Schulbüchern, die Darstellung sprachgeschichtlicher Entwicklungen des Berlinischen sowie die Entwicklung praxisorientierter Unterrichtseinheiten.
Das Ziel ist es, den Status des Berlinischen in der schulischen Bildung zu klären und Lehrkräften Material an die Hand zu geben, um den Unterricht abwechslungsreicher und varietätenorientierter zu gestalten.
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literatur- und Lehrplananalyse, der Untersuchung von 27 Sprachbüchern sowie qualitativen Interviews mit Lehrkräften.
Im Hauptteil werden sowohl die sprachwissenschaftlichen Grundlagen und die historische Entwicklung des Berlinischen erörtert als auch konkrete didaktische Entwürfe für die Primar- und Sekundarstufe vorgestellt.
Besonders prägend sind Begriffe wie Berlinisch, Sprachdidaktik, Mehrsprachigkeit, Dialekt, Stationenlernen, Wochenplanarbeit und Sprachbewusstsein.
Laut der Analyse der Autorin ist das Berlinische in den Brandenburger Lehrplänen kaum explizit erwähnt, während die allgemeine Thematisierung von Dialekten zwar vorgesehen ist, aber in der Umsetzung oft vernachlässigt wird.
Die befragten Lehrkräfte sehen das Berlinische zwar als interessantes Thema, berichten jedoch von Schwierigkeiten bei der Umsetzung, wie etwa Zeitmangel oder die Sorge vor einem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund, für die der Dialekt schwer zugänglich sein könnte.
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