Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Forschungsgeschichte
3. Überblick über die palmyrenische Geschichte und Religion
3.1. Die Geschichte Palmyras
3.2. Das palmyrenische Pantheon
3.3. Die Göttin Allat
3.4 Die bildliche Darstellung Allats
4. Die Statue der sog. Allat-Athena aus Palmyra
4.1. Fundkontext
4.2. Beschreibung
4.3. Ikonografische Deutung
5. Mögliche Vorbilder und Vergleiche
5.1. Elemente orientalisch-palmyrenischer Kunst
5.2. Athena Parthenos
5.3. Athena „Promachos“
5.4. Die Statue der Allat-Athena im Vergleich
6. Interpretation des kulturellen Kontextes
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Statue der sogenannten Allat-Athena aus Palmyra, um zu klären, ob es sich dabei um eine Kopie der Athena Parthenos des Phidias handelt und wie sich dieses Kunstwerk in das religiöse und kulturelle Gefüge der Stadt Palmyra einordnen lässt.
4.2. Beschreibung
Die Statue der sog. Allat-Athena wurde in mehre Fragmente zerbrochen aufgefunden. Bei der Statue handelt es sich um eine 2,14 m großen Darstellung einer mit Peplos bekleideten Frau, die aufrecht steht. [Abb. 8]
An einem Stück erhalten haben sich der Torso und die Beine bis zu Abbruchstelle, die unterhalb des linken Knies ansetzt und schräg hinunter auf ca. der Höhe des Schienbeines verläuft, des Weiteren Fragmente von Kopf, Fingern und einem Mantel.
Der Körper lag bäuchlings auf dem Boden und maß 1,60 m. Durch die Lage war der Rücken für lange Zeit den Naturgewalten ausgesetzt und ist stark erodiert. Die Oberfläche der unbekleideteten Stellen waren glatt poliert.
Der Kopf musste aus sieben Fragmenten wieder zusammengefügt werden und war mit einer großen Verzapfung für den Hals angefertigt worden, die noch in ihrem Zapfenloch gefunden wurde. Die Nase ist gemeinsam mit dem Großteil des Mundes abgestoßen, die linke Wange bestoßen. Zudem fehlt das linke Auge. Die rechte Schulter wurde an einer anderen Stelle wiedergefunden. Die linke Schulter und Teile der linken Körperhälfte der Statue sind verloren. Einzig erhalten blieben zwei Finger der linken Hand, die den Griff eines Schildes umfassten, und auch der Rand jenes Schildes [Abb. 9]. Der Schild sowie der linke Arm wurden nicht in die Restaurierung integriert.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die historische Bedeutung Palmyras als multikulturelles Handelszentrum dar und führt in die Fragestellung ein, ob die gefundene Statue eine Kopie der Athena Parthenos darstellt.
2. Forschungsgeschichte: Das Kapitel bietet einen Überblick über die archäologische Erforschung Palmyras seit dem frühen 20. Jahrhundert und beschreibt die Entdeckung der Statue im Tempel der Göttin Allat im Jahr 1975.
3. Überblick über die palmyrenische Geschichte und Religion: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Stadt sowie die religiösen Strukturen, einschließlich der Rolle der Göttin Allat und ihrer Identifizierung durch interpretatio graeca.
4. Die Statue der sog. Allat-Athena aus Palmyra: Hier werden der Fundkontext, die physische Beschreibung der fragmentarischen Statue sowie ihre ikonografischen Merkmale detailliert analysiert.
5. Mögliche Vorbilder und Vergleiche: Das Kapitel vergleicht die Statue mit palmyrenischer Kunst sowie den klassischen griechischen Statuentypen der Athena Parthenos und der Athena „Promachos“.
6. Interpretation des kulturellen Kontextes: Die Arbeit diskutiert hier, wie die Statue als Ausdruck der Verschränkung römischer, griechischer und lokaler Identitäten im Rahmen eines kulturellen Verhandlungsprozesses zu verstehen ist.
7. Fazit: Die abschließenden Ergebnisse zeigen, dass es sich bei der Statue nicht um eine exakte Kopie im engeren Sinne handelt, sondern eher um eine eigenständige, von phidiasischen Vorbildern inspirierte Hommage, die tief in der synkretistischen Kultur Palmyras verwurzelt ist.
Palmyra, Allat-Athena, Athena Parthenos, Athena Promachos, Phidias, interpretatio graeca, Archäologie, Ikonografie, synkretistische Kultur, Römische Kaiserzeit, Skulptur, Antike, Orient, Hellenisierung, kultureller Verhandlungsprozess.
Die Arbeit untersucht die Statue der sogenannten „Allat-Athena“, die im 20. Jahrhundert in Palmyra gefunden wurde, um ihren ikonografischen Ursprung und ihre Bedeutung innerhalb der palmyrenischen Gesellschaft zu entschlüsseln.
Die Schwerpunkte liegen auf der Archäologie und Religionsgeschichte Palmyras, der kunsthistorischen Analyse griechischer Statuentypen sowie der Frage der kulturellen Identität und religiösen Vermischung in der römischen Provinz.
Die zentrale Frage lautet, ob die Allat-Athena tatsächlich eine direkte Kopie der klassischen Athena Parthenos des Bildhauers Phidias ist oder ob es sich um eine römische Mischform bzw. ein Pastiche handelt.
Die Arbeit nutzt einen kunsthistorisch-vergleichenden Ansatz, bei dem ikonografische Merkmale der Statue mit historischen Überlieferungen und archäologischen Vergleichsobjekten korreliert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung des Fundkontexts und der Statue selbst, sowie den ausführlichen Vergleich mit den griechischen Vorbildern Athena Parthenos und Athena „Promachos“, um die stilistische Einordnung vorzunehmen.
Wesentliche Begriffe sind Palmyra, Allat-Athena, interpretatio graeca, synkretistische Kultur, klassische Archäologie und kulturelle Identitätsverhandlung.
Das Konzept ermöglichte es der palmyrenischen Bevölkerung, ihre eigenen lokalen Gottheiten wie Allat durch Gleichsetzung in das allgemein akzeptierte griechisch-römische Götterpantheon zu integrieren.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass eine Klassifizierung als exakte Kopie der Parthenos hinfällig ist, da die Statue Elemente verschiedener Typen vereint und als eine eigenständige, von griechischen Vorbildern inspirierte Hommage in einem spezifisch palmyrenischen Kontext zu sehen ist.
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