Bachelorarbeit, 2020
38 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Die Liebe als quantifizierbare Verbindung
1.2. Die Liebe als Kommunikationscode
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Wie ist soziale Ordnung möglich?
2.2. Wie ist Kommunikation möglich?
2.3. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
2.3.1. Das Medium der Liebe
2.3.2. Das Medium der Liebe zwischen Eltern und Kind
3. Die Kommunikationsmedien in Interstellar
3.1. Die symbiotische Nähe
3.2. Die erzwungene Referenzebene
3.3. Das Medium des Selbsterhalts wird sichtbar
3.4. Das Liebesmedium
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Christopher Nolans Film Interstellar kommunikative Medien nutzt, um trotz räumlicher und zeitlicher Distanz eine Verbindung zwischen den Protagonisten Cooper und Murphy herzustellen. Dabei wird Niklas Luhmanns soziologische Theorie der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien angewandt, um insbesondere die Rolle des "Liebesmediums" und des Mediums des "Selbsterhalts" innerhalb einer speziellen Eltern-Kind-Beziehung unter existentiellen Krisenbedingungen zu analysieren.
1.1. Die Liebe als quantifizierbare Verbindung
Im Zentrum der Handlung steht die Beziehung zwischen Cooper und seiner Tochter Murphy, kurz Murph (Mackenzie Foy, Jessica Chastain, Ellen Burstyn). Nachdem Cooper herausfindet, dass er als fähiger Pilot zur entscheidenden Rettungsmission für die Menschheit determiniert wurde, stellt sich für ihn die Herausforderung, seine Kinder auf der Erde zurückzulassen, wohlwissend, dass er sie womöglich nie wiedersieht. In seinem schmerzvollen Abschied hinterlässt er Murph noch eine persönliche Armbanduhr. Sie allerdings ist bestürzt und wütend, weil er sie verlässt und ihr grundlegendes Bedürfnis nach seiner Anwesenheit übergeht. Für Murph ist die Trennung einschneidend, und nachdem die Kommunikation an die Erde unterbrochen wird, vergehen Jahrzehnte der Ungewissheit über Coopers Rückkehr.
Sein Versprechen diesbezüglich verblasst zunehmend, irgendwann gibt sie die Hoffnung über seine Rückkehr auf. Trotzdem scheint sie unbewusst etwas zu verbinden, was sie zurück zu ihrem alten Kinderzimmer führt, dort wo Cooper seinen schmerzhaften Abschied nahm. Als Kind vermutet sie dort einen Geist, der versucht, mit ihr über ihr Bücherregal zu kommunizieren – wie sich zum Ende herausstellt ist dies Cooper selbst. Räumlich und zeitlich weit entfernt, schwebt er schwerelos inmitten einer Projektion ihres Zimmers; nicht wirklich sichtbar für Murph. Er befindet sich inmitten von einem schwarzen Loch.
Durch einen tesseraktförmigen Hyperraum unendlicher Bücherregale, welcher Zeit als physikalische Dimension abbildet, manipuliert er den Sekundenzeiger von Murph’s Uhr. Intervallartig pflegt er einen Morsecode ein, durch den er rettungsentscheidende Daten an Murph sendet. Auf die Frage seines intelligenten Assistenzroboters TARS, wie er sich so sicher sein kann, dass Murph diese Daten selbst nach Jahrzehnten der Abwesenheit auffindet, antwortet Cooper feinfühlig, aber selbstbewusst: „Because I gave it to her.“ (02.31.29-02.31.30) Was dem einhergeht, ist seine Zuversicht über die schicksalshafte Verbindung zu Murph, die die eigentlich unwahrscheinliche Kommunikation ermöglicht. Auf TARS‘ Frage, wie das möglich ist, antwortet Cooper: „Love, TARS, love. […] My connection with Murph, it is quantifiable. It’s the key!“ (02.30.31-02.30.37).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die filmische Erzählweise von Christopher Nolans Interstellar ein und setzt den Fokus auf die komplexe Eltern-Kind-Beziehung zwischen Cooper und Murph vor dem Hintergrund einer existentiellen Klimakrise.
2. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Systemtheorie von Niklas Luhmann, insbesondere das Problem sozialer Ordnung, die Entstehung von Kommunikation und die Funktion symbolisch generalisierter Medien wie Liebe und Wahrheit.
3. Die Kommunikationsmedien in Interstellar: Der Hauptteil analysiert, wie der Film durch filmästhetische Mittel und narrative Strukturen die Konzepte der symbiotischen Nähe, des Selbsterhalts und des Liebesmediums als Mechanismen der Kommunikation zwischen Vater und Tochter in Szene setzt.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und bestätigt, dass Interstellar die Kommunikation zwischen den Hauptfiguren durch die simultane Verflechtung von Selbsterhalt und Liebe erfolgreich darstellt und Luhmanns Theorie durch medienästhetische Ansätze bereichert.
Interstellar, Niklas Luhmann, Systemtheorie, Kommunikationsmedien, Liebe, Selbsterhalt, Kommunikation, Filmanalyse, Christopher Nolan, Eltern-Kind-Beziehung, symbolisch generalisierte Medien, Zeitstränge, Interaktion, soziale Systeme, Filmästhetik
Die Arbeit untersucht die mediale Kommunikation zwischen den Protagonisten im Film "Interstellar" auf Basis der soziologischen Systemtheorie von Niklas Luhmann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Anwendung von Luhmanns Konzepten der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien sowie deren filmästhetischer Darstellung in einem Science-Fiction-Kontext.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das "Liebesmedium" und das "Medium des Selbsterhalts" genutzt werden, um eine unmögliche Kommunikation über Raum-Zeit-Grenzen hinweg plausibel zu machen.
Die Autorin/der Autor nutzt die Methode der theoretisch fundierten Filmanalyse unter Anwendung von systemtheoretischen Kategorien nach Niklas Luhmann.
Es werden verschiedene filmische Sequenzen analysiert, die die symbiotische Nähe, erzwungene Referenzebenen und die Visualisierung von Medien für Überleben und Liebe veranschaulichen.
Die zentralen Begriffe umfassen Interstellar, Systemtheorie, Kommunikation, Liebesmedium, Selbsterhalt sowie die theoretische Fundierung durch Luhmann und filmästhetische Analyse.
Während Luhmann meist auf Liebespaare in der Gesellschaft fokussiert, analysiert der Autor die Anwendung des Liebesmediums auf eine spezifische, krisengeprägte Eltern-Kind-Beziehung.
Die Uhr fungiert als materialisiertes Medium, das sowohl den rettenden Morsecode (Information) als auch die emotionale Bindung (Liebesmedium) zwischen Vater und Tochter vereint.
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