Fachbuch, 2021
118 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretische Überlegungen zu Vertrauen, Autoritarismus und der Flüchtlingskrise
2.1 Komplexität und soziologische Kategorie –Konzepte des Vertrauens
2.1.1 Komplexe Systeme, Komplexitätsreduktion und Nichtwissen
2.1.2 Vertrauen als soziologische Kategorie und Einstellung
2.1.3 Arbeitsdefinition
2.2 Von der F-Skala zum RWA – Entwicklungen des Autoritarismuskonzeptes
2.2.1 Der Autoritarismus der Frankfurter Schule
2.2.2 Unterwürfigkeit, Aggression und Konventionalismus – der Right-Wing Authoritarianism Altemeyers
2.2.3 Arbeitsdefinition
2.2.4 Vorurteile und deren zentrale Rolle
2.3 Die Rolle der „Flüchtlingskrise“
3 Hypothesen
4 Datenauswahl und Untersuchungsaufbau
5 Operationalisierung
6 Empirische Untersuchungen
6.1 Vorangestellte grundlegende Datenanalyse
6.1.1 Skalenreliabilität
6.1.2 Summenindizes
6.1.3 Zusammenführung
6.2 Strukturgleichungsmodell
6.2.1 Faktorenanalyse
6.2.2 Messmodelle
6.2.3 Globales Strukturgleichungsmodell
6.2.4 Ergebnisse des Strukturgleichungsmodells
6.3 Hypothesentest
6.4 Mediationseffekte
7 Vergleichende Betrachtung und Besonderheiten
8 Fazit, Kritik und Ausblick
Anhänge
Länderbetrachtung
Abbildungen
Tabellen
Diese Masterarbeit untersucht den Einfluss der Flüchtlingskrise auf die Einstellung gegenüber Migranten in europäischen Ländern. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, inwiefern die Prädiktoren Autoritarismus, interpersonelles Vertrauen und Institutionenvertrauen diesen Einstellungsprozess vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise prägen und verändern.
2.1.1 Komplexe Systeme, Komplexitätsreduktion und Nichtwissen
Um die Komplexität des Vertrauens, das elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft ist, auf ein für diese Arbeit hinreichendes Niveau zu reduzieren, werden in der Folge dieses Unterkapitels zunächst drei grundlegende Theorien des Vertrauens dargestellt, die sich teilweise überschneiden, teilweise gänzlich verschiedene Facetten aufzeigen oder schlicht auf anderen Grundlagen beruhen. Hierfür wurden die Ausführungen von Anthony Giddens, Niklas Luhmann und Georg Simmel ausgewählt, da diese, wie zu zeigen sein wird, alle elementaren Bereiche des hier benötigten Verständnisses des Vertrauens abdecken.
Folgt man Giddens (1996) in seinen Konsequenzen der Moderne so unterscheiden sich zunächst zwei Formen von Bindungen – gesichtsabhängige und gesichtsunabhängige. Hierbei beschreibt er gesichtsabhängige Bindungen als „[…] Vertrauensbeziehungen, deren Aufrechterhaltung oder Äußerung in sozialen Zusammenhängen erfolgt, die durch Situationen gemeinsamer Anwesenheit hergestellt werden“. Gesichtsunabhängige Bindungen hingegen betreffen abstrakte Systeme, die Giddens mit symbolischen Zeichen oder Expertensystemen beschreibt. Es besteht nach Giddens also eine Zweiteilung des Vertrauens auf einer persönlichen, individuellen und einer abstrakten, systembezogenen Ebene – wobei eine systembezogene Ebene auch individuelle Züge enthalten kann und, und das soll an dieser Stelle bereits herausgestellt werden, Giddens äußert die These, dass sich beide Bindungen oder Vertrauensarten beeinflussen könnten.
Betrachtet man Giddens Ausführungen, eingebettet in sein Gesamtwerk, zu gesichtsabhängigen Bindungen, und besonders deren Veränderungen in der Moderne, so sind diese geprägt von den Vorannahmen des simmel’schen Fremden und der goffman’schen höflichen Nichtbeachtung. Anders als in vormodernen Gesellschaften, in denen „[…] lokale Gemeinschaften stets die Grundlage der umfassenderen Gesellschaftsorganisation […]“ bildeten und in denen sich Fremder auf eine ganze Person bezöge, welche zudem als potentiell gefährlich einzustufen sei, zeigten sich in modernen Gesellschaften, und hier besonders in städtischer Umgebung, andere Muster.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen mittels Strukturgleichungsmodellen.
2 Theoretische Überlegungen zu Vertrauen, Autoritarismus und der Flüchtlingskrise: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen der zentralen Begriffe und entwickelt die Basis für die operationalisierbaren Hypothesen.
3 Hypothesen: Hier werden die aus der Theorie abgeleiteten Annahmen zu den Kausalzusammenhängen zwischen Vertrauen, Autoritarismus, Flüchtlingskrise und der Einstellung zu Migranten formuliert.
4 Datenauswahl und Untersuchungsaufbau: Das Kapitel begründet die Verwendung der Daten aus dem European Social Survey (ESS) und skizziert den technischen Aufbau der Untersuchung.
5 Operationalisierung: Hier wird dargelegt, wie die theoretischen Konstrukte messbar gemacht wurden, unter anderem durch die Auswahl spezifischer Items für die Skalen.
6 Empirische Untersuchungen: Dieser Hauptteil präsentiert die Datenanalyse, das globale Strukturgleichungsmodell sowie die Ergebnisse der Hypothesentests und Mediationseffekte.
7 Vergleichende Betrachtung und Besonderheiten: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse über die verschiedenen Länder hinweg und identifiziert länderspezifische Besonderheiten und Muster.
8 Fazit, Kritik und Ausblick: Diese Zusammenfassung diskutiert die zentralen Ergebnisse der Arbeit, kritisiert die methodischen Grenzen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Flüchtlingskrise, Autoritarismus, Right-Wing Authoritarianism, RWA, Interpersonelles Vertrauen, Institutionenvertrauen, Strukturgleichungsmodell, SEM, European Social Survey, ESS, Migranten, Einstellung, Vorurteile, Soziologische Theorie, Mediationseffekte.
Die Arbeit analysiert, wie die Flüchtlingskrise und psychologische bzw. soziologische Prädiktoren wie Autoritarismus und Vertrauen die Einstellung der europäischen Bevölkerung gegenüber Migranten beeinflussen.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Vertrauenstheorie, das Konzept des rechten Autoritarismus (RWA), die Dynamik der Flüchtlingskrise als Bedrohungsszenario und deren Auswirkungen auf Einstellungen gegenüber Minderheiten.
Das Ziel ist es, auf wissenschaftlicher Basis zu zeigen, welchen Einfluss die Flüchtlingskrise auf die Einstellung zu Migranten hatte und welche Rolle dabei Faktoren wie Autoritarismus sowie das interpersonelle Vertrauen und Vertrauen in staatliche Institutionen spielten.
Die Untersuchung nutzt quantitative Methoden, insbesondere das Strukturgleichungsmodell (SEM), welches auf den Daten des European Social Survey (ESS) für die Jahre 2012 und 2016 basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der empirischen Datenanalyse, der Faktorenanalyse zur Bestätigung der Messmodelle und dem globalen Strukturgleichungsmodell zur Prüfung der aufgestellten Kausalhypothesen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Flüchtlingskrise, Autoritarismus (RWA), interpersonelles Vertrauen, Institutionenvertrauen, Strukturgleichungsmodell, Vorurteile und die European Social Survey Daten.
Die Arbeit zeigt, dass beide Vertrauensarten unterschiedliche Wirkmechanismen aufweisen und sich unterschiedlich durch die Flüchtlingskrise verändern, weshalb eine getrennte Betrachtung für das Modell essenziell ist.
Die "Runde" fungiert als kategoriale Variable (2012 vs. 2016), um Veränderungen durch die Flüchtlingskrise als exogene Variable in das Modell zu integrieren.
Die Faktorenanalyse ist der erste Schritt des empirischen Teils, um die theoretisch definierten Items in latente Faktoren zu überführen, bevor diese im komplexen Strukturgleichungsmodell verarbeitet werden.
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