Magisterarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Zur Begründung der Textauswahl
1.2 Zur Vorgehensweise
1.3 Aspekte der Forschung
2. „Das bist du“: Friedrich Wolfs expressionistisch geprägtes Stück als Artikulationsversuch seiner Kriegseindrücke
2.1 Friedrich Wolfs Hinwendung zum expressionistischen Theater
2.2 Friedrich Wolfs expressionistisches Drama „Das bist du“
2.2.1 Die Besonderheiten der unterschiedlichen Handlungsebenen
2.2.2 Die Personenkonstellation in Bezug auf deren expressionistische Gestaltung
2.3 Pressestimmen zu „Das bist du“ als Spiegel der Nachkriegszeit
3. Friedrich Wolfs politische Umorientierung als Ausgangspunkt seines realistischen Geschichtsdramas: „Der Arme Konrad“
3.1 Friedrich Wolfs Entwicklung zum proletarisch-revolutionären Dramatiker
3.2 Friedrich Wolfs realistisches Geschichtsdrama „Der Arme Konrad“
3.2.1 Die Wirklichkeitsdarstellung der Handlung
3.2.2 Die Authentizität der historischen Personen
3.3 Die revolutionäre Tradition des „Armen Konrads“ in der Kritik der Zeit
4. „Cyankali“: Friedrich Wolfs kämpferisches Eingreifen in das Zeitgeschehen der Weimarer Republik
4.1 Die politische Entwicklung in der Weimarer Republik und deren Einfluss auf Friedrich Wolfs Dramatik
4.2 Friedrich Wolfs Programmschrift: „Kunst ist Waffe“
4.3 Friedrich Wolfs richtungsweisendes Zeitstück „Cyankali“ als Exempel seines politischen Engagements
4.3.1 „Cyankali“: „Ein Stück aus dem Leben unserer Tage“ als Friedrich Wolfs bekanntestes Zeitstück
4.3.2 Die inhaltliche Umsetzung von „Kunst ist Waffe“ im Drama „Cyankali“
4.3.3 Die Umsetzung der politischen Gesinnung Friedrich Wolfs in der Konstellation der Personen
4.4 „Cyankali“ und die Reaktionen der Arbeiterklasse
4.5 „Professor Mamlock“ als Erweiterung der politischen Aktualität Friedrich Wolfs in seiner kämpferisch-antifaschistischen Dramatik der Exilzeit
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische und politische Entwicklung des deutschen Schriftstellers und Arztes Friedrich Wolf während der Weimarer Republik. Dabei wird analysiert, wie sich Wolfs dramatisches Schaffen von expressionistischen Anfängen hin zu einem sozialistisch-realistischen Theater entwickelte, das als politisches Instrument zur Aufklärung und Mobilisierung der Arbeiterklasse diente.
2.2.1 Die Besonderheiten der unterschiedlichen Handlungsebenen
Um Schopenhauers naturphilosophische Gedanken dramaturgisch umsetzten zu können, wird das Stück in zwei Ebenen, eine irdische und eine nicht-irdische, unterteilt.
Das Schauspiel besteht aus einem Vorspiel und fünf Verwandlungen, wobei die fünfte Verwandlung in einer Ebene mit dem Vorspiel steht und auch als ein Nachspiel angesehen werden kann. In dieser nicht-irdischen Schicht treten verschiedene Wesen auf, die über das Dasein „vor der Geburt“ und „nach dem Tode“ philosophieren. Im weiteren Verlauf des Stückes wird deutlich, dass die Wesen als handelnde Personen im Schauspiel vorkommen.
So gleicht die Erklärung von Leben und Liebe, die die Wesen im Vorspiel als ein „Sicherinnern“ und ein „Sichwiedererkennen“ definieren, dem Gedankenaustausch der Gärtnergattin Martha und dem Gesellen Johannes am Anfang ihrer Liebesbeziehung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Auswahl der behandelten Dramen und erläutert die methodische Herangehensweise der Untersuchung innerhalb des Forschungsstandes.
2. „Das bist du“: Friedrich Wolfs expressionistisch geprägtes Stück als Artikulationsversuch seiner Kriegseindrücke: Das Kapitel analysiert den Einfluss des Expressionismus und die philosophischen Grundlagen in Wolfs erstem Bühnenerfolg.
3. Friedrich Wolfs politische Umorientierung als Ausgangspunkt seines realistischen Geschichtsdramas: „Der Arme Konrad“: Hier wird der Wandel Wolfs zu einem realistischen Stil beschrieben, motiviert durch seine politische Entwicklung und Erfahrungen mit dem Bauernkriegs-Stoff.
4. „Cyankali“: Friedrich Wolfs kämpferisches Eingreifen in das Zeitgeschehen der Weimarer Republik: Dieses Kapitel beleuchtet den Höhepunkt von Wolfs Zeitstück-Dramatik und seine Auseinandersetzung mit sozialen Missständen wie dem Abtreibungsparagraphen 218.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Entwicklung Wolfs vom expressionistischen Anfänger zum politisch engagierten Vorkämpfer der Arbeiterbewegung.
Friedrich Wolf, Weimarer Republik, Expressionismus, Sozialistischer Realismus, Zeitstück, Klassenkampf, Theater, Politische Dramatik, Kunst ist Waffe, Proletariat, Paragraf 218, Gesellschaftskritik, Bauernkrieg, Ideologie, Literaturgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der dramatischen Entwicklung von Friedrich Wolf und untersucht, wie sich sein Werk in den Jahren der Weimarer Republik wandelte.
Zentrale Themen sind der Übergang vom expressionistischen Stil zum sozialistischen Realismus, das Verhältnis von Kunst und Politik sowie die Spiegelung zeitgenössischer gesellschaftlicher Konflikte in Wolfs Dramatik.
Ziel ist es, die Entwicklung von Friedrich Wolf vom „individualistischen Rebell“ zu einem politisch bewussten Dramatiker nachzuzeichnen, der sein Schaffen aktiv in den Dienst der Arbeiterbewegung stellte.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse der ausgewählten Dramen, unter Berücksichtigung von biografischen Dokumenten, zeitgenössischer Kritik und der literaturwissenschaftlichen Forschung zu Friedrich Wolf.
Der Hauptteil analysiert die drei zentralen Stücke „Das bist du“, „Der Arme Konrad“ und „Cyankali“ sowie den theoretischen Aufsatz „Kunst ist Waffe“ und deren Bedeutung für Wolfs dramaturgisches Profil.
Wichtige Begriffe sind Klassenkampf, Zeitstück, politisches Engagement, Ausdrucksform und gesellschaftliche Realität.
„Cyankali“ wurde weitgehend als großer Erfolg und politisches Ereignis wahrgenommen, das heftige Diskussionen über soziale Missstände und das Abtreibungsgesetz auslöste.
Konz verkörpert den bäuerlichen Widerstand und repräsentiert die Entwicklung von einem bedächtigen Anführer hin zu einem Revolutionär, der bereit ist, sich für die „große Sache“ zu opfern.
Dieser Text bildet die programmatische Grundlage für Wolfs Selbstverständnis als Dichter, der sich nicht im Elfenbeinturm, sondern mitten im politischen Kampf positionieren wollte.
„Professor Mamlock“ zeigt eine Erweiterung des politischen Engagements in die Exilzeit und markiert den Übergang zu einer kämpferisch-antifaschistischen Dramatik, die ein ganzes Regime anklagt.
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