Bachelorarbeit, 2015
27 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Wirkweise eines Neurotransmitters
2.2 Der Neurotransmitter Dopamin und das Belohnungssystem
2.3 Dopamin und das Belohnungssystem in Konsumentscheidungen
2.4 Wanting vs. Liking
2.5 Wanting und Liking in Konsumentscheidungen
2.6 Dopamin im Kosten-Nutzen-Kalkül
2.7 Neuronale Hintergründe von Regret-Aversion
2.8 Neuronale Hintergründe von Loss-Aversion
2.9 Das Dopamin-System im Lebensverlauf
2.10 Kritische Würdigung der aktuellen Forschung
3. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Potenzial der interdisziplinären Verknüpfung von Verhaltensökonomie, Marketing und Neurobiologie aufzuzeigen, um Konsumentscheidungen tiefergreifend zu verstehen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie der Neurotransmitter Dopamin als zentraler Motivator und Mediator in Entscheidungsprozessen wirkt und welche Rolle er bei der Bewertung von Belohnungen, Kosten und Risikoabwägungen spielt.
2.3 Dopamin und das Belohnungssystem in Konsumentscheidungen
Wie oben schon beschrieben, reagiert das Belohnungssystem auf subjektiv attraktive Reize. Es gibt verschiedene Studien, die diese Beziehung auf Konsumentscheidungen übertragen. In einem Experiment des Forschers Brian Knutson wurden Probanden Produkte in zwei Phasen gezeigt. In der Ersten wurden nur die Produkte vorgestellt. Erst in der zweiten Phase wurden die Preise für die Produkte offengelegt und die Teilnehmer sollten dann entscheiden, ob sie ein Produkt kaufen würden. Die Forscher fanden durch funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) heraus, dass die individuelle Produktpräferenz mit der Aktivierung des Nucleus accumbens positiv korreliert, vor allem in der ersten Phase, also vor der Kaufsituation. Mit Hilfe einer logistischen Regression konnten die Forscher unter anderem durch die Aktivierung des Nucleus accumbens die Kaufentscheidungen der Probanden vorhersagen (Hubert et al., 2011, S. 200; Knutson et al., 2007). Eine andere Studie bestätigte diese Ergebnisse (Levy et al., 2011).
In einer weiteren Studie wurde gezielt die Attraktivität eines bestimmten Produktes untersucht, nämlich die von Autos. Die Probanden sollten während einer fMRT-Untersuchung Kleinwagen und Sportwagen beurteilen. Die Forscher fanden heraus, dass nur die Sportwagen das dopaminerge Belohnungssystem aktivierten, genauer das ventrale Striatum (und Teile des orbitofrontalen Cortex). Bestätigt wurde damit das Wirken von Sportwagen als wünschenswerte und begehrenswerte Belohnung (Douglas, 2007; Erk et al.).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die interdisziplinäre Fragestellung ein, wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere durch den Botenstoff Dopamin, das Verständnis ökonomischer Entscheidungsmodelle ergänzen können.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst die neurobiologische Wirkweise von Dopamin und analysiert detailliert dessen Einfluss auf Konsumentenverhalten, Suchtpotenziale, Kosten-Nutzen-Kalkulationen sowie neuronale Reaktionen auf Bedauern und Verluste.
3. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Rolle von Dopamin als Motivator für zielgerichtetes Handeln und Lernen zusammen und identifiziert Forschungsbedarfe sowie zukünftige Potenziale für das Marketing durch die Integration von Neurobiologie und Wirtschaftswissenschaft.
Dopamin, Belohnungssystem, Konsumentscheidungen, Wanting, Liking, Nucleus accumbens, Neurowissenschaft, Verhaltensökonomie, Reward-Prediction-Error, Regret-Aversion, Loss-Aversion, Neuroökonomie, Konsumentenforschung, Impulsives Verhalten, Dopamin-Rezeptoren
Die Arbeit untersucht die neurobiologischen Hintergründe von Konsumentscheidungen mit einem besonderen Fokus auf die Rolle des Neurotransmitters Dopamin und dessen Einfluss auf Motivation und Entscheidungsprozesse.
Zu den zentralen Themen gehören das mesolimbische Belohnungssystem, die Unterscheidung von Wanting und Liking, neuronale Prozesse bei Regret- und Loss-Aversion sowie die Veränderungen des dopaminergen Systems im Alter.
Das Ziel ist es, durch die Verknüpfung von Erkenntnissen aus der Neurobiologie und der Wirtschaftswissenschaft zu erklären, warum und wie Dopamin wirtschaftlich relevante Phänomene bei Konsumentscheidungen beeinflusst.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die insbesondere bildgebende Verfahren wie die fMRT-Technik und Ergebnisse aus neuroökonomischen Studien synthetisiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Wirkungsweise von Dopamin an Synapsen, dessen Funktion bei der Belohnungserwartung, der Unterscheidung von emotionalem Liking und motivierendem Wanting sowie dem Einfluss auf die Risikowahrnehmung und das Lernen aus vergangenen Fehlern.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dopamin, Belohnungssystem, Wanting, Liking, Neuroökonomie und Konsumentscheidungen charakterisiert.
Die Arbeit zeigt, dass eine abnehmende Dopamin-Rezeptordichte im Alter zu Veränderungen bei Belohnungsprozessen führt, was sich häufig in weniger flexiblem Lernen und veränderten Risikoeinstellungen widerspiegelt.
Während Liking das bewusste Gefallen an einem Produkt beschreibt, bezeichnet Wanting den durch das mesolimbische Dopamin-System getriebenen, oft unbewussten Motivationsprozess, der ein Produkt als begehrtes Ziel erscheinen lässt und Kaufimpulse auslösen kann.
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