Magisterarbeit, 2007
180 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Teil I: Die Initiationsthematik in der Literatur
1. Initiation – einige Definitionsansätze
1.1. Der anthropologische Begriff der Initiation
1.2. Der Begriff der Adoleszenz
1.3. Initiation als literaturwissenschaftlicher Terminus
1.3.1 Initiation story und novel of initiation
2. Kriterien zur Typisierung von Initiationen
2.1. Freiwillige und unfreiwillige Initiation
2.2. Aktive und passive Initiation
2.3. Decisive, tentative und uncompleted initiation
2.4. Denitiation, negative Identitätsfindung bzw. positive /negative Initiation
2.5. Mentoren und tempter figures
3. Initiationserlebnisse
3.1. Schauplätze der Initiation
3.2. Zeichen des Wandels
4. Initiation und Literaturgeschichte
4.1. Initiation in der US- amerikanischen Literatur
4.2. Initiation in der deutschen Literatur
Teil II: Popliteratur zur Jahrtausendwende
1. Was ist Pop? Definitionsansätze zu Pop, Popliteratur und Pop-Roman
2. Themen popliterarischer Texte
3. Popliteratur am Ende des Jahrtausends – verspätete Initiationsgeschichten?
Teil III: Die ausgewählten Pop-Romane
1. Christian Kracht: Faserland
1.1. Autor und autobiografischer Gehalt des Textes
1.2. Inhaltsangabe
1.3. Orientierungslosigkeit: der Protagonist als `Suchender´
1.3.1. Identitätssuche
1.3.1.1. Die Namenlosigkeit des Protagonisten
1.3.1.2. Markenversessenheit
1.3.2. Bindungsprobleme
1.3.2.1. Das Verhältnis zu den Eltern
1.3.2.2. Die Unfähigkeit zur Freundschaft
1.3.3. Realitäts-, Zivilisations- und Weltflucht
1.3.3.1. Kindheitserinnerungen und Zukunftsträume
1.3.3.2. Alkohol und Erbrechen: von Reaktionen auf die Überflussgesellschaft
1.3.3.3. Abkehr vom `Fatherland´ und der Suizid
1.4. Faserland – ein Initiationstext?
2.Selim Özdogan: Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist
2.1. Autor und autobiografischer Gehalt des Textes
2.1.1. Özdogan und Migrationsliteratur
2.2. Inhaltsangabe
2.3. Zukunftsangst
2.3.1 Literatur als Refugium
2.3.2 Alkohol und Esther: von Mitteln der Betäubung
2.3.2.1. Sex
2.4. Verlustängste
2.4.1. Freundschaft
2.4.1.1. Suizid und Gewalt
2.4.1.2. Desillusionierung und Isolation
2.5. Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist – ein Initiationstext?
3. Benjamin von Stuckrad-Barre: Soloalbum
3.1. Autor und autobiografischer Gehalt des Textes
3.2. Inhaltsangabe
3.3. Einsamkeit
3.3.1. Ende einer Liebesbeziehung
3.3.2. Alkohol und Musik: von Spendern des Trostes
3.3.3. Ironie und Indifferenz als Resultat des Alleinseins
3.4. Soloalbum – ein Initiationstext?
Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, ob der deutschsprachige Pop-Roman der Jahrtausendwende als Initiationstext verstanden werden kann. Im Zentrum steht die Frage, ob und wie sich das Thema der Initiation in ausgewählten Werken der jüngeren deutschen Popliteratur widerspiegelt, wobei die Protagonisten als "Post-Adoleszente" betrachtet werden, die Reifeprozesse verspätet nachholen.
1. Initiation – einige Definitionsansätze
Der Begriff Initiation wird nicht nur in der Literaturwissenschaft benutzt, sondern unter anderem auch in den Feldern der Anthropologie, Mythologie und Religion. Im Deutschen ist Initiation hauptsächlich als ein Fremdwort innerhalb der vergleichenden Religionswissenschaft und der Anthropologie bekannt; im angelsächsischen und romanischen Sprachraum ist es dagegen ein normal verwendetes Substantiv, das Vorgänge wie `Einführung´ oder auch `Einleitung´ bezeichnet. Ethnologen, Anthropologen, Theologen, Soziologen und auch Psychologen mögen sich sicher sein, was, zumindest innerhalb ihres Bereiches, mit dem Wort Initiation bezeichnet werden soll; innerhalb der literaturwissenschaftlichen Forschung differieren die Definitionen jedoch. Es erscheint daher sinnvoll, sich erst einmal mit dem Ursprung des Wortes und seinen Bedeutungen zu befassen. Der Terminus Initiation kommt vom lateinischen initium (= `Anfang´) und bedeutet soviel wie Einführung in ein Wissensgut, Einweihung in eine Wissenschaft bzw. Einweihung als Segnung oder Ordinierung. Im profanen Bereich meint Initiation eine Einführung in etwas Neues.
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Initiation in der Popliteratur ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob deutschsprachige Pop-Romane der Jahrtausendwende als Initiationstexte gelesen werden können.
Teil I: Die Initiationsthematik in der Literatur: Dieser Teil erarbeitet theoretische Grundlagen, definiert den Begriff der Initiation, stellt Kriterien zur Typisierung auf und beleuchtet die Initiation in der Literaturgeschichte.
Teil II: Popliteratur zur Jahrtausendwende: Das Kapitel definiert den Begriff "Pop", untersucht die Themen popliterarischer Texte und hinterfragt, ob diese eine "verspätete Initiationsgeschichte" darstellen.
Teil III: Die ausgewählten Pop-Romane: Hier erfolgt die konkrete Textanalyse der Romane von Christian Kracht, Selim Özdogan und Benjamin von Stuckrad-Barre unter den erarbeiteten initiatorischen Aspekten.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen und bestätigt, dass die untersuchten Pop-Romane als Initiationstexte gelesen werden können, wobei die Initiationserfahrungen oft als "verspätet" zu deuten sind.
Initiation, Popliteratur, Adoleszenz, Identitätsfindung, Christian Kracht, Faserland, Selim Özdogan, Benjamin von Stuckrad-Barre, Soloalbum, Bildungsroman, Initiationstext, Reifeprozess, Post-Adoleszenz, Individuation, Sozialisation.
Die Arbeit untersucht, ob der deutschsprachige Pop-Roman der Jahrtausendwende initiatorische Züge aufweist und die Protagonisten somit als verspätete Initianden gelesen werden können.
Zentral sind die Adoleszenzphase, die Suche nach Identität, das Scheitern an gesellschaftlichen Normen, Bindungsprobleme und die Darstellung dieser Prozesse in der Popliteratur.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich das Thema der Initiation in deutschsprachigen Pop-Romanen der Jahrtausendwende finden lässt und ob sie als solche verstanden werden können.
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, basierend auf Definitionen und Kriterien zur Typisierung von Initiationen, unter anderem von Peter Freese und Mordecai Marcus, die auf drei ausgewählte Pop-Romane angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Initiation, eine definitorische Klärung der Popliteratur und eine detaillierte Textanalyse der Romane von Kracht, Özdogan und Stuckrad-Barre.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Initiation, Popliteratur, Adoleszenz, Identitätsfindung und Reifeprozess charakterisieren.
Kracht, Özdogan und Stuckrad-Barre werden ausgewählt, da ihre Romane als exemplarisch für die deutschsprachige Popliteratur der 1990er Jahre gelten und sich ihre männlichen Protagonisten in vergleichbaren Lebensphasen befinden, was einen repräsentativen Vergleich ermöglicht.
Während der klassische Bildungsroman oft auf ein harmonisches Ende und eine Integration in die Gesellschaft hinarbeitet, zeigen Pop-Romane meist einen "Post-Adoleszenten", der an einer desillusionierenden Realität scheitert und oft keine klare soziale Integration erfährt.
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