Magisterarbeit, 2006
211 Seiten, Note: 1,3
1. 1982: „Barfuss durch Hiroshima“, der erste Manga in Deutschland
1.1. Fragestellung und Relevanz
1.2. Methoden und Vorgehensweise
1.3. Forschungsstand
1.4. Das Medium Comic und die Spezifik des Manga
1.4.1. Andere asiatische Comics
1.4.2. Vorstufen des Manga bis ins 18. Jh.
1.4.3. Westliche Einflüsse und die Geburt des Manga im 19. Jh.
1.4.4. Die ersten Manga in den USA – die 60er und 70er
1.4.5. Manga in Europa – die 70er und 80er Jahre
2. Der Manga in Deutschland, seine Leser und ihre Aktivitäten
2.1. (Fernseh)animes als Wegbereiter des Manga schon vor 1982
2.2. Geschichte und Verbreitungswege des Manga in Deutschland
2.2.1. „Hadashi no Gen“ wandert 1982 nach Deutschland - barfuß!
2.2.2. „Genji Monogatari Asakiyumemishi“ – Späte Liebe im Jahr 1992
2.2.3. Doujinshi – Deutsche Eigenproduktionen schleichen sich ein
2.3. Typen und Rollen im Manga
2.3.1. Mangatypen
2.3.1.1. ‚Shonen Ai’ – Jungenliebe für Mädchen
2.3.1.2. ‚Hentai’ – die japanische Art des Porno Comics
2.3.1.3. ‚Magical Girl’ – Sailor Moon und ihre Schwestern
2.3.1.4. ‚Sachmanga’ – Delectare et prodesse im Comic
2.3.1.5. ‚Jidai’ - Historische Stoffe in allerlei Gewand
2.3.1.6. ‚Sweet’ – Kindchenschema mit Zuckerglasur
2.3.1.7. ‚konjo’ – Wettbewerb im und außerhalb des Manga
2.3.1.8. ‚Dojinshi’ – Von Fans für Fans
2.3.1.9. ‚Comedy’ – Humor teilbar durch vier
2.3.1.10. ‚Mecha’ – Große Maschinen für kleine Jungs
2.3.1.11. Andere
2.3.2. Auto- und Heterostereotype
2.3.3. Magical Girl, Samurai und andere Rollen
2.3.3.1. Kawaii! Mädchen im Manga
2.3.3.1.1 Deformiert und dennoch süß
2.3.3.1.2. Senshi – die Menge macht’s
2.3.3.1.3. Warten auf den Märchenprinz
2.3.3.1.4. Leben ohne Prinzen
2.3.3.2. Banzai! Jungen im Manga
2.3.3.2.1. Ein Junge wie ein Pferd
2.3.3.2.2. Gruppen auf dem Spielfeld und darüber hinaus
2.3.3.2.3. Der Held und sein Begleiter
2.3.3.2.4. Der Einzelgänger
Exkurs: Schmerz
2.3.3.3. Das Bild vom anderen Geschlecht
2.3.3.3.1 Weibliche Protagonisten
2.3.3.3.2 Weibliche Statisten
2.4. Manga als alters- und geschlechtsgebundenes Medium?
2.4.1. Überlegungen zu Jugendkultur und -szene
2.4.2. Altersbedingte Unterschiede im Leseverhalten
2.4.3. Manga für Erwachsene?
2.4.4. Mädchen lieben Jungenliebe – Das Phänomen Shonen Ai
2.4.4.1. Darstellungsweise
2.4.4.2. Inhalt und Bedeutung
2.5. Conventions: Eine Bühne für Fans
2.5.1. Grundlegendes zu Conventions
2.5.2. Karneval mitten im Jahr?
2.5.3. Ausdrucksformen von Mangalesern
2.6. Leser, Fan oder Otaku?
2.6.1. Typologie der Mangaleser
2.6.2. Wertigkeiten bei den Lesern
2.6.3. Gestaltung des Privaten
2.6.4. Fanclubs und das Internet
3. Zusammenfassung
3.1. Japan und die Macht der Bilder
3.2. Veränderung der Lese- und Lebensgewohnheiten
3.3. Ausblick und Problematisierung
4. Glossar
5. Bibliographie
5.1. Publikationen
5.2. Video, DVD, Fernsehen & Radio
5.3. Internet
5.3.1. Verlage
5.3.2. Organisationen
5.3.3. Übersichten
5.3.4. Doujinshi
5.3.5. Sonstiges
Die Arbeit untersucht die kulturelle Bedeutung und die spezifischen Techniken von Manga in Deutschland unter Berücksichtigung der Leser, ihrer Wertigkeiten und des sozialen Umfelds, in dem sie sich bewegen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, was die „Kultur“ der deutschen Mangaleser ausmacht und inwiefern der Begriff des „Otaku“ als Unterscheidungsmerkmal dienen kann.
1.4. Das Medium Comic und die Spezifik des Manga
Während in anderen Ländern wie z.B. Frankreich Comics eine Akzeptanz als Kunstform besitzen (und als ‚neunte Kunst’ bezeichnet werden), die von einer kontinuierlichen Tradition unterstützt wird, schaffen es in Deutschland nur wenige Produkte aus den Kategorisierungen ‚für Kinder’, ‚für Sammler’ und ‚für Zwischendurch’ herauszuragen. Warum das so ist, muss hier dahingestellt bleiben, ebenso ob die Akzeptanz von Manga auch zu einer größeren Akzeptanz von Comics insgesamt führen kann.
Anfang des 20. Jahrhunderts konnte die Chicago Tribune noch vermelden: „Germany was and still remains the true home of humorous art.“ Heute findet man davon nichts mehr. Wilhelm Busch wird zwar immer wieder gerne gelesen, zumindest der nicht abreißenden Neuverlegung seiner Werke nach zu urteilen, aber darüber hinaus ist außerhalb von Fankreisen wenig über (deutsche) Comictraditionen bekannt und die Funnies der Tageszeitungen kommen meist aus den USA. Andere Comics überlässt man den Kindern oder Sammlern. Auch die Diskussionen um jugendgefährdende Medien werden nun in der Regel auf dem Rücken von Videospielen ausgetragen.
Deshalb erscheint es sinnvoll, zunächst auf den Hintergrund einzugehen, vor dem sich die Entwicklung des Manga in Deutschland abspielt. Bevor einige Definitionen von Comics angeboten werden, sollen ein paar grundsätzliche Gedanken vorausgeschickt werden.
1. 1982: „Barfuss durch Hiroshima“, der erste Manga in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den historischen Einstieg des Manga in Deutschland, wobei Keiji Nakazawas Werk als zentraler Ausgangspunkt und roter Faden dient.
2. Der Manga in Deutschland, seine Leser und ihre Aktivitäten: Dieser Hauptteil analysiert die Verbreitungswege, die verschiedenen Mangatypen und Genres sowie das soziale Verhalten und die Lebenswelten der deutschen Mangaleser.
3. Zusammenfassung: Hier werden die Kernergebnisse über die kulturelle Bedeutung, die Fan-Kultur und die Lese- sowie Lebensgewohnheiten der Mangaszene abschließend reflektiert.
4. Glossar: Ein hilfreiches Verzeichnis der wichtigsten Fachbegriffe aus den Bereichen Manga, Anime und Fan-Szene.
5. Bibliographie: Eine umfangreiche Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen, unterteilt in Publikationen sowie Video/DVD/Internet-Ressourcen.
Manga, Deutschland, Otaku, Jugendkultur, Comicforschung, Japan, Sailor Moon, Conventions, Doujinshi, Identität, Shonen Ai, Mediensoziologie, Fan-Szene, Rezeption, Kulturwissenschaften
Die Arbeit untersucht das Phänomen Manga in Deutschland, seine Geschichte, seine Verbreitung und die spezifische Kultur, die sich um dieses Medium entwickelt hat.
Die Themen umfassen die Geschichte des Manga-Imports, die Typologisierung verschiedener Genres, die soziologische Betrachtung der Fans und die Bedeutung von Conventions als soziale Räume.
Das Ziel ist es, die „Kultur“ der Mangaleser in Deutschland kulturwissenschaftlich zu erfassen und die Relevanz des Begriffs „Otaku“ innerhalb dieser Szene zu analysieren.
Der Autor stützt sich auf Primär- und Sekundärliteratur, führt leitfadenorientierte Interviews, nutzt Email-Fragebögen und wendet die teilnehmende Beobachtung bei Conventions an.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung in Deutschland, die Einteilung in Mangatypen/Rollenbilder, die Analyse von Jugendkultur und -szene sowie die detaillierte Beschreibung der Fan-Aktivitäten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Manga, Deutschland, Otaku, Jugendkultur, Comicforschung, Fan-Szene und Identität charakterisiert.
Der Bearbeitungszeitraum der Magisterarbeit lag zwischen dem 01. August 2005 und dem 31. Januar 2006.
Anime fungierten als Initialzündung und „Türöffner“ für das Interesse an Manga, da sie leichter in Deutschland zugänglich waren als die gedruckten Comics.
In Deutschland wird der Begriff häufig positiv als Synonym für „Mangafan“ verwendet, wohingegen er in Japan oft einen pathologischen Zustand bezeichnet.
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