Examensarbeit, 1998
130 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
KAPITEL 1: MATHEMATIK
1.1 STREIT UM DAS WESEN DER MATHEMATIK
1.1.1 Mathematik als Unterrichtsgegenstand
1.1.2 Erste Erkundungen
1.2 DIE WURZELN DER MATHEMATIK
1.2.1 Stochern im Nebel der Zeit
1.2.2 Zahlgefühl - Zählen - Zahl
1.2.2.1 Das Zahlgefühl
1.2.2.2 Paarweise Zuordnung
1.2.2.3 Herausbildung des Zahlbegriffs
1.2.3 Mystik - Magie - Religion
1.2.3.1 Zahlen und das Gesetz der Berührung
1.2.3.2 Geometrie und das Gesetz der Ähnlichkeit
1.2.3.3 Zwei Sichtweisen
1.3 DIE ENTWICKLUNG DER MATHEMATIK
1.3.1 Algorithmische Mathematik
1.3.1.1 Die Entstehung der ersten Hochkulturen
1.3.1.2 Mathematik in Ägypten
1.3.1.3 Mathematik in Mesopotamien
1.3.1.4 Mathematik in Indien
1.3.1.5 Mathematik in China
1.3.1.6 Mathematik in Süd- und Mittelamerika
1.3.2 Axiomatische Mathematik
1.3.2.1 Ein entscheidender Schritt
1.3.2.2 Die ionische Periode
1.3.2.3 Die athenische Periode
1.3.2.4 Die hellenistisch / alexandrinische Periode
1.3.2.5 Die Periode des Niedergangs
1.3.2.6 Angewandte und „reine“ Mathematik bei den Griechen
1.3.2.7 Darstellung der axiomatischen Methode nach Aristoteles
1.3.3 Mathematik im Untergrund
1.3.4 Die Wiedergeburt der Mathematik
1.3.4.1 Die Umstände der Geburt
1.3.4.2 Vom Abakus zur Algebra
1.3.5 Mathematik in Bewegung
1.3.5.1 Gesellschaftliche Bewegung
1.3.5.2 Naturwissenschaftliche Bewegung
1.3.5.3 Mathematische Bewegung
1.3.6 Grundlegende Mathematik
1.3.6.1 Die industrielle Revolution
1.3.6.2 Die Spaltung der Mathematik
1.3.6.3 Grundlagenforschung in der Analysis
1.3.6.4 Grundlagenforschung im Bereich der Zahlsysteme
1.3.6.5 Grundlagenforschung in der Geometrie
1.3.6.6 Grundlagenforschung in der Logik
1.3.6.7 Die Mengenlehre
1.3.7 Mathematik in der Krise
1.3.7.1 Grundlagenkrise?
1.3.7.2 Die Antinomien der Mengenlehre
1.3.7.3 Logizismus
1.3.7.4 Formalismus
1.3.7.5 Die Strukturmathematik des Bourbakikreises
1.3.7.6 Intuitionismus
1.3.7.7 Welche Grundlagenkrise?
1.3.8 Auf dem Weg in die Zukunft
1.3.8.1 Computerisierung
1.3.8.2 Die Informationsgesellschaft
1.3.8.3 Entwicklungen in der Wissenschaft
1.3.8.4 Entwicklungen in der Mathematik
1.4 MATHEMATIK UND ANWENDUNG
1.4.1 Angewandte und „reine“ Mathematik in der geschichtlichen Entwicklung
1.4.1.1 Vorgeschichtliche Zeit
1.4.1.2 Zeit der frühen Hochkulturen
1.4.1.3 Griechische Antike
1.4.1.4 Mittelalter und Renaissance
1.4.1.5 Barock und Aufklärung
1.4.1.6 Das Zeitalter der Industrialisierung
1.4.1.7 Industriezeitalter bis heute
1.4.2 Kampf um die Vorherrschaft
1.4.2.1 Die Argumente der „reinen“ Mathematiker
1.4.2.2 Die Argumente der anwendungsorientierten Mathematiker
1.4.2.3 Der ideologische Kern der Auseinandersetzung
1.4.3 Symbiose
1.4.4 Was für eine Wissenschaft ist die Mathematik?
1.5 WAS IST MATHEMATIK - ANSICHTEN IM ÜBERBLICK
1.5.1 Im Dschungel philosophischer Sichtweisen
1.5.2 Schneisen im Dschungel
1.5.2.1 Logizismus, Formalismus, Bourbakismus und Intuitionismus
1.5.2.2 Platonismus, Empirismus, Konventionalismus und Konstruktivismus
1.5.2.3 Der Stellenwert mathematischer Wahrheit
1.5.2.4 Entdecker und Erschaffer
1.5.3 Schlingpflanzen
KAPITEL 2: WIRKLICHKEIT
2.1 WIRKLICHKEIT IN DER PHILOSOPHIE
2.1.1 Der Wirklichkeitsbegriff
2.1.2 Ontologische Wirklichkeitskonzeptionen
2.1.2.1 Materialismus
2.1.2.2 Idealismus
2.1.2.3 Dualismus
2.1.3 Epistemologische Wirklichkeitskonzeptionen
2.1.4 Die konstruktivistische Alternative
2.1.4.1 Wissen und Wirklichkeit
2.1.4.2 Metaphysischer Realismus
2.1.4.3 Radikaler Konstruktivismus
2.1.4.4 Konstruierte Wirklichkeit
2.1.4.5 Die biologische Argumentationslinie
2.1.4.6 Verschiedene Spielarten konstruktivistischen Denkens
2.1.4.7 Sozialer Konstruktivismus
2.1.4.8 Konstruktivistische Ansätze in Pädagogik und Didaktik
2.1.5 Konstruktivismus und Mathematik
2.2 LEBENSWIRKLICHKEIT
2.2.1 Die Welt in der wir leben
2.2.2 Der Nutzen der Mathematik
2.2.2.1 Nutzen der Mathematik für den Einzelnen
2.2.2.2 Nutzen der Mathematik für die Gesellschaft
2.2.2.3 Sicherung und Weiterentwicklung der Mathematik
KAPITEL 3: DIDAKTIK
3.1 VERGANGENHEIT
3.1.1 Die Weitergabe von Wissen
3.1.2 Die „Meraner Reformbewegung“
3.1.3 Das „traditionelle“ Sachrechnen
3.1.4 Kritik des „traditionellen“ Sachrechnens
3.1.5 Die „neue“ Mathematik
3.1.6 Kritik der „neuen“ Mathematik
3.1.7 Ausgewogener Mathematikunterricht
3.2 GEGENWART
3.2.1 TIMSS das Schreckgespenst
3.2.2 Der Bildungs- und Lehrplan für die Realschulen in Baden-Württemberg
3.2.2.1 Didaktische Grundsätze des Bildungsplans
3.2.2.2 Schwerpunktsetzungen im Lehrplan Mathematik
3.2.2.3 Der Inhalt des Lehrplans und die Probleme der Renaissance
3.3 ZUKUNFT
3.3.1 Folgerungen aus der Untersuchung des Unterrichtsgegenstands
3.3.2 Folgerungen aus der Untersuchung der Bedürfnisse der Schüler
3.3.3 Folgerungen aus der Untersuchung des unterrichtlichen Kontextes
3.3.4 Schluß
NACHWORT
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen angewandter und „reiner“ Mathematik in deren historischer Entwicklung sowie deren Bedeutung für den Mathematikunterricht, insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Bildungs- und Lehrplans für Realschulen in Baden-Württemberg. Ziel ist es, ausgehend von einer philosophischen und historischen Reflexion, Unterrichtskonzepte zu entwickeln, die einen ausgewogenen und für Schüler bedeutsamen Mathematikunterricht ermöglichen.
1.2.2.3 Herausbildung des Zahlbegriffs
Aber damit war die Entwicklung noch nicht an ihrem Ende. Um das möglich zu machen, was wir heute als Mathematik kennen, mußte auch noch von eben erwähnter Hilfsmenge abstrahiert werden. Dazu war ein rekursives Zahlenverständnis notwendig, das Ifrah so beschreibt: „Jede Zahl der Reihe ganzer Zahlen, mit Ausnahme der Einheit selbst, entsteht dadurch, daß man der ganzen Zahl, die ihr vorangeht, eine weitere Einheit hinzufügt.“ Dadurch wird zusätzlich zum kardinalen Aspekt der ganzen Zahlen, der sich auf der schon erwähnten paarweisen Zuordnung gründet, der ordinale Aspekt erschlossen, der ein Verständnis der Folge der natürlichen Zahlen voraussetzt. Dantzig faßt dies sehr schön zusammen: „Wir gehen so leicht von Kardinal- zu Ordinalzahlen über, daß wir diese beiden Aspekte der ganzen Zahl nicht mehr auseinanderhalten. Wenn wir die Anzahl der Gegenstände einer Menge, also ihre Kardinalzahl, bestimmen wollen, suchen wir nicht mehr nach einer Hilfsmenge, mit der wir sie vergleichen können, wir ‘zählen’ sie ganz einfach. Dieser Fähigkeit, die beiden Aspekte der Zahl gleichzusetzen, verdanken wir unsere Fortschritte in der Mathematik. Während uns in der Praxis nur die Kardinalzahl interessiert, kann diese Zahl doch nicht die Grundlage der Arithmetik bilden, da die Rechenarten auf der stillschweigenden Voraussetzung beruhen, daß wir stets von jeder Zahl auf die ihr nachfolgende übergehen können - die Zahl also als Ordinalzahl begriffen wird. Die paarweise Zuordnung allein reicht nicht aus, um zu rechnen; ohne unsere Fähigkeit, die Gegenstände durch die natürliche Zahlenfolge zu gliedern, wäre nur ein sehr geringer Fortschritt möglich geworden. Unser Zahlensystem beruht auf den beiden Prinzipien der Zuordnung und der Rangfolge, die das Gewebe der Mathematik und aller Bereiche der exakten Wissenschaften bilden.“
KAPITEL 1: MATHEMATIK: Das Kapitel bietet eine historische und philosophische Analyse der Mathematik, beleuchtet ihre Wurzeln in Zählprozessen und Mythen sowie ihre Entwicklung von den ersten Hochkulturen bis hin zur modernen Grundlagenkrise.
KAPITEL 2: WIRKLICHKEIT: Hier wird der philosophische Wirklichkeitsbegriff exploriert und die konstruktivistische Perspektive als ein Modell eingeführt, das unser Wissen über die Welt als eine funktionale Anpassung begreift.
KAPITEL 3: DIDAKTIK: Dieses Kapitel kritisiert historische didaktische Ansätze und leitet basierend auf den vorangegangenen Analysen Verbesserungsvorschläge für den aktuellen Mathematikunterricht in Deutschland ab.
Mathematik, Wirklichkeit, Sachrechnen, Didaktik, Konstruktivismus, Mathematikgeschichte, Anwendungsbezug, Grundlagenforschung, Erkenntnisstreben, Zahlbegriff, Mathematisierung, Lehrplan, Bildungsplan, Modellbildung, Wissenskonstruktion
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Mathematik und Wirklichkeit, wobei sie den historischen Wandel des Mathematikunterrichts reflektiert und Möglichkeiten für eine sinnvollere Didaktik aufzeigt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte der Mathematik, der Erkenntnistheorie, der mathematischen Didaktik sowie der kritischen Analyse aktueller Bildungspläne.
Das Hauptziel ist die Entwicklung von Ansätzen für einen Mathematikunterricht, der theoretische Fundierung mit praktischem Lebensweltbezug verbindet, um den Nutzen für Schüler zu maximieren.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse zur Mathematikgeschichte, Philosophie der Mathematik und Didaktik basiert.
Der Hauptteil analysiert die Wurzeln der Mathematik, philosophische Wirklichkeitskonzeptionen sowie die didaktische Vergangenheit und Gegenwart des Faches in Deutschland.
Mathematik, Wirklichkeit, Didaktik, Konstruktivismus, Sachrechnen und Anwendungsbezug.
Der radikale Konstruktivismus dient als theoretisches Modell, um zu erklären, wie Wissen durch das Subjekt aktiv aufgebaut wird und warum ein starrer Realismus in der Mathematikdidaktik oft zu Problemen führt.
Er dient als Fallbeispiel, anhand dessen der Autor aufzeigt, dass der Anspruch eines „ausgewogenen“ Mathematikunterrichts in der aktuellen Lehrplangestaltung noch nicht ausreichend in die Praxis umgesetzt wird.
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