Bachelorarbeit, 2018
63 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Privatheit im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung
2.2 Das Privacy Paradox
2.3 Wahrgenommene Risiken im Zusammenhang mit verschiedenen Informationsarten
3 Methodik
3.1 Forschungsstrategie
3.2 Erhebungsverfahren
3.3 Datenauswertung
4 Ergebnisse
4.1 Selbstreflexion
4.2 Informationsarten und die damit verbundenen Risiken
4.3 Selbstauskunft trotz Risiken
5 Diskussion
5.1 Theoretische Implikationen
5.2 Praktische Implikationen
5.3 Limitationen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das sogenannte "Privacy Paradox", bei dem Nutzer trotz geäußerter Bedenken bezüglich ihrer Privatsphäre persönliche Daten im Internet preisgeben. Ziel der qualitativen Studie ist es, zu verstehen, warum Nutzer entgegen ihrer Intention handeln und welche spezifischen Risikoarten sie mit verschiedenen Datentypen assoziieren.
Forschungsfrage 1: Welche Risikoarten verbinden Verbraucher mit der Herausgabe spezifischer personenbezogener Informationen im Internet?
Im Jahr 2014 führten Milne und Kollegen (2017) eine Online-Umfrage durch, in der die Befragten mit Ja oder Nein angeben konnten, ob sie mit den unterschiedlichen Informationsarten die zuvor genannten Risiken verbinden oder nicht. Ebenso wurden sämtliche Informationsarten hinsichtlich ihrer Sensitivität bewertet und die Bereitschaft die jeweilige Information preiszugeben, abgefragt (Milne et al. 2017, S.141-142). Eine Erkenntnis der Studie ist, dass Informationen, die die Kommunikation und Interaktion betreffen (wie z.B. Kontaktdaten und Profilbilder), relativ ähnliche Bewertungen hinsichtlich der wahrgenommenen Risiken erhalten wie Informationen, die den finanziellen Sektor betreffen. Zudem werden alle Informationen von den Teilnehmenden als mehrdimensional in ihrem Risiko angesehen, auch wenn vorwiegend eine Risikoart dominiert (S. 147).
Ein soziales Risiko besteht, wenn die eigene Reputation oder Glaubwürdigkeit z.B. in Online-Communities oder sozialen Netzwerken beschädigt wird. Dies kann durch den Kontrollverlust über Postings und in gewisser Weise auch durch die Langlebigkeit von online gespeicherten Informationen entstehen. Beispiele für ein Risiko finanzieller Verluste stellen ein Identitätsdiebstahl, Kreditkartenbetrug, der Verkauf und die Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte und Hackerangriffe auf Konten dar (Milne et al. 2017, S.139-140).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Privacy Paradox ein und erläutert die Relevanz des Themas angesichts der zunehmenden digitalen Datennutzung, woraus sich die Forschungsfragen ableiten.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel verortet den Begriff der informationellen Privatheit im digitalen Zeitalter und stellt die wichtigsten wissenschaftlichen Erklärungsansätze für das Privacy Paradox vor.
3 Methodik: Hier wird der Forschungsprozess dargelegt, wobei der Fokus auf dem Einsatz von problemzentrierten Interviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring liegt.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die zentralen Resultate zu den Themen Selbstreflexion, Risikoarten bei unterschiedlichen Informationen und die Gründe für die Selbstauskunft trotz Bedenken.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden hier kritisch reflektiert, wobei theoretische sowie praktische Implikationen abgeleitet und die Limitationen der Untersuchung benannt werden.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Beantwortung der Forschungsfragen zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung aufgrund der Dynamik des Phänomens.
Privacy Paradox, informationelle Privatheit, Datenschutz, Selbstauskunft, Online-Risiken, qualitative Studie, problemzentrierte Interviews, Privatheitskalkül, kognitive Heuristiken, Internetnutzer, Datenmissbrauch, Sensitivitätseinschätzung, soziale Medien, Digitalisierung, Risikowahrnehmung.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Datenschutz bei Internetnutzern und deren tatsächlichem Verhalten, Daten im Netz preiszugeben.
Zentrale Themen sind das Privacy Paradox, der Einfluss wahrgenommener Risiken auf die Selbstauskunft und die verschiedenen Strategien, die Nutzer zur Bewältigung dieses Konflikts anwenden.
Die Arbeit untersucht, welche Risikoarten Nutzer mit bestimmten Daten verknüpfen und warum sie dennoch persönliche Daten entgegen ihrer Intention preisgeben.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf problemzentrierten Interviews mit 20 aktiven Internetnutzern und einer anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
Der Hauptteil analysiert die Selbstreflexion der Nutzer, kategorisiert zwölf verschiedene Informationsarten nach ihrer Sensitivität und diskutiert, warum trotz erkannter Risiken keine Verhaltensänderung eintritt.
Wichtige Begriffe sind Privacy Paradox, informationelle Privatheit, Selbstauskunft, Datenschutz, qualitative Analyse und Risikowahrnehmung.
Die Studie zeigt, dass Nutzer Risiken nicht pauschal bewerten; Daten wie Bankkontonummern werden als finanzielles Risiko eingestuft, während Kontaktlisten primär soziale Bedenken auslösen.
Die Studie identifiziert, dass viele Nutzer aktiv Strategien einsetzen, etwa das Geben von Falschangaben oder die Nutzung von Privacy Enhancing Technologies, um ihr persönliches Risiko zu minimieren, ohne auf die Vorteile der Dienste zu verzichten.
Nutzer wägen den persönlichen Mehrwert (z.B. Rabatte, Bequemlichkeit, soziale Teilhabe) gegen die Risiken ab; überwiegt der Nutzen, wird die Preisgabe von Daten trotz Sicherheitsbedenken akzeptiert.
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