Bachelorarbeit, 2018
68 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Der multimorbide Patient in der kardiochirurgischen Intensivpflege
2.1.1 Die Umgebung Intensivstation
2.2 Prävention
2.3 Das Delir
2.3.1 Definition des Begriffes „Delir“
2.3.2 Diagnose und Klassifikationssysteme des Delirs
2.3.2.1 DSM-5
2.3.2.2 ICD-10
2.3.3 Differenzialdiagnose Delir, Depression und Demenz
2.3.3.1 Delir und Demenz
2.3.3.2 Delir und Depression
2.3.4 Formen und Symptome des Delirs
2.3.5 Ätiologie und Risikofaktoren
2.3.5.1 Ätiologie
2.3.5.2 Risikofaktoren
2.3.6 Pathophysiologie
2.3.7 Die Epidemiologie
2.3.7.1 Prognose und Auswirkungen
2.4 Delirmonitoring
2.4.1 Screeninginstrumente
2.4.1.1 Intensive Care Delirium Screening Checklist (ICDSC)
2.4.2 Assessmentinstrumente
2.4.2.1 Confusion Assessment Method for the Intensiv Care Unit (CAM-ICU)
2.4.3 Sedierungsscores
2.4.3.1 Richmond Agitation-Sedation Scale (RASS)
2.4.4 Schmerzscores
2.4.4.1 Numerische Ratingskala-Visualisiert (NRS-V)
2.4.4.2 Behavioural Pain Scale für nichtbeatmete Patienten (BPS-NI)
3 Methodik
3.1 Ein- und Ausschlusskriterien
3.2 Schlagwörter
3.3 Vorgehensweise der Literatursuche
4 Ergebnisse
4.1 Ergebnisse zur nichtmedikamentösen Delirprävention
5 Diskussion
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
8 Anhang
Diese Arbeit zielt darauf ab, wirksame nichtmedikamentöse Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung eines postoperativen Delirs bei älteren, multimorbiden Patienten auf der kardiochirurgischen Intensivstation mittels einer systematischen Literaturrecherche zu identifizieren und in die Praxis zu implementieren.
2.3.1 Definition des Begriffes „Delir“
Die Beschreibung deliranter Zustände lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Schon Hippokrates von Kos beobachtete Verwirrtheitszustände bei akut auftretenden schweren Krankheiten und beschrieb deren prognostisch ungünstige Auswirkungen (Hewer et al. 2016, S. 13). „…bei akutem Fieber, Lungenentzündung, Meningitis (Phrenitis) und akuten Kopfschmerzen beobachte ich, dass die Patienten mit den Händen in der Luft umherfuchteln, auf der Bettdecke Flusen zupfen und Spreu von der Wand pflücken. Alle diese Zeichen sind ungünstig, im Grunde tödlich.“ (Stuch; Scheunemann 2016, S. 267).
Das Delir, welches als akuter Verwirrtheitszustand definiert ist, geht mit einer Störung der Aufmerksamkeit, des Bewusstseins sowie Veränderungen in der Wahrnehmung einher und ist durch einen fluktuierenden Verlauf gekennzeichnet.
Der Begriff „Delir“ leitet sich aus dem lateinischen „delirare“ ab und bedeutet „wahnsinnig sein“ oder „de lira ire“ „aus der Spur geraten“ (Baumgartner; Hafner 2016, S. 21). Das Delir stellt die häufigste psychische Erkrankung bei älteren Menschen und vor allem bei Hochaltrigen dar (ÖGGG 2013, S. 3). Menschen jenseits des 60. Lebensjahres sind daher besonders gefährdet, ein Delir zu erleiden (Baumgartner; Hafner 2016, S. 21). In der Literatur werden neben einem hohen Lebensalter und der dadurch bedingten Zunahme an Multimorbidität auch das Vorliegen einer Demenz als zentrale Risikofaktoren für die Entwicklung eines Delirs beschrieben (Hewer et al. 2016, S. 11). Ferner ist eine Delirepisode mit vielfach negativen Auswirkungen für den Betroffenen assoziiert. In diesem Kontext werden von Baumgartner und Hafner eine mehrfach erhöhte Sterberate und Morbidität sowie die Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten benannt (Baumgartner; Hafner 2016, S. 21).
1 Einleitung: Beschreibt das postoperative Delir als häufiges und schwerwiegendes Krankheitsbild bei älteren Intensivpatienten und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Beleuchtet die Besonderheiten älterer, multimorbider Patienten auf einer kardiochirurgischen Intensivstation, definiert das Delir klinisch und erläutert diagnostische sowie präventive Ansätze.
3 Methodik: Detailliert die systematische Literaturrecherche, die Ein- und Ausschlusskriterien sowie die angewandten Suchstrategien in verschiedenen Datenbanken.
4 Ergebnisse: Präsentiert die aus der Literaturrecherche gewonnenen Erkenntnisse zu nichtmedikamentösen Interventionen wie Pflegeleitfäden und Maßnahmenbündeln.
5 Diskussion: Bewertet die Ergebnisse der Literaturrecherche im Kontext aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und diskutiert Limitationen der Arbeit.
6 Fazit: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze und strukturierter Delirprävention im Intensivalltag.
7 Literaturverzeichnis: Listet die für die Erstellung der Arbeit herangezogene Fachliteratur auf.
8 Anhang: Enthält ergänzende Tabellen, Abbildungen klinischer Messinstrumente und Unterlagen zur Studienbewertung.
Delir, Intensivstation, Ältere, Postoperativ, Herzchirurgie, Nichtmedikamentöse Prävention, Multimorbidität, Delirassessment, ABCDE-Bundle, Pflegemaßnahmen, Kognitive Aktivierung, Delirrisiko, Screeninginstrumente, Schmerzmanagement, Frühmobilisation
Die Arbeit befasst sich mit dem postoperativen Delir bei älteren, multimorbiden Patienten im Setting einer kardiochirurgischen Intensivstation und untersucht die Möglichkeiten zu dessen Prävention durch nichtmedikamentöse Maßnahmen.
Zentrale Themen sind die Ätiologie und Epidemiologie des Delirs, die Rolle der Umgebung auf Intensivstationen, die Bedeutung von Frühdiagnostik mittels Validierungsinstrumenten sowie evidenzbasierte nichtmedikamentöse Interventionsansätze.
Das primäre Ziel ist es, basierend auf einer nationalen und internationalen Literaturrecherche, konkrete, nichtmedikamentöse Maßnahmen zur Vermeidung eines Delirs bei der genannten Patientengruppe aufzuzeigen, um diese in der pflegerischen Praxis implementieren zu können.
Die Autorin führte eine systematische Literaturrecherche in medizinischen Datenbanken wie PubMed, CINAHL, Thieme und Springer Link durch, ergänzt durch eine Handsuche und das Schneeballverfahren, um relevante Studien und Übersichtsarbeiten zu identifizieren.
Im Hauptteil wird zunächst der theoretische Hintergrund mit Risikofaktoren und diagnostischen Kriterien (DSM-5, ICD-10) dargelegt. Anschließend werden Screening- und Assessmentinstrumente wie CAM-ICU oder ICDSC erläutert und die Ergebnisse der Literaturrecherche in Bezug auf praktische Präventionsstrategien ausgewertet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Delir, Herzchirurgie, nichtmedikamentöse Prävention, Intensivstation, ältere Patienten und multidisziplinäres Delirmanagement charakterisiert.
Kardiochirurgische Patienten weisen eine sehr hohe postoperative Delirinzidenz auf, die mit einer erhöhten Sterblichkeit, einer verlängerten Krankenhausverweildauer und langfristigen kognitiven Verschlechterungen verbunden ist.
Die Arbeit hebt den Einbezug der Angehörigen als essenzielle Maßnahme hervor, da sie zur Reorientierung des Patienten beitragen, soziale Deprivation verhindern und somit das Risiko für die Entwicklung eines Delirs senken können.
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