Forschungsarbeit, 2008
19 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Forschungsfrage
3. Untersuchungsmethode
4. Datenerhebung
5. Auswertung und Interpretation
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Kinderzimmer als geschützter Raum der Individualisierung für junge Kinder dient oder ob eine starke elterliche Einflussnahme die kindliche Autonomie dominiert. Anhand von zwei Fallbeispielen wird analysiert, wie sich Gestaltung und Nutzung des Zimmers auf die Identitätsbildung auswirken.
Beispiel für Beobachtungsnotizen (Auszug):
Nach der Begrüßung im Flur fordere ich Anja auf, mir ihr Zimmer zu zeigen und bitte die Mutter, zuerst Anja erzählen zu lassen. Im Zimmer sagt Anja aber zunächst gar nichts mehr und antwortet auch nicht auf Fragen. Ich schlage vor, dass wir uns auf den Boden setzen und Anja mir dann ja etwas zeigen könne. Ich sitze, Anja wuselt durchs Zimmer, ihre Mutter bleibt stehen. Da Anja nicht redet, fange ich mit der Mutter ein Gespräch über das Zimmer an. Anja zeigt mir währenddessen Barbiepuppen, unzählige Kuscheltiere, Sachen aus dem Kaufmannsladen, Puppen und Puppenkleidung, … die Mutter bleibt weiterhin stehen, ich sitze konsequent auf Anjas Augenhöhe auf dem Fußboden. Ich spreche mit der Mutter über den Raum – ab und an wirft Anja etwas dazu ein. Die Mutter bleibt bis auf wenige Augenblicke, in der sie auf einem Hocker Platz nimmt um einer der Puppen etwas anzuziehen, die gesamte Zeit (1,3 Stunden!) über, stehen. Zum Ende fängt Anja an, auf ihrem Bett zu hüpfen. Mutter: „Hier kann man nicht turnen.“ Tochter (nicht provozierend, sondern nett / aufklärend wollend): „Doch, das geht.“ Mutter: „Nein, das geht nicht, weil ich hier bestimme.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob im Kinderzimmer bereits Anzeichen von Individualität erkennbar sind oder die elterliche Einflussnahme überwiegt.
2. Forschungsfrage: In diesem Kapitel wird das theoretische Konzept des Kinderzimmers als Hort oder Ort der Einflussnahme definiert und die Hypothesen für die empirische Studie hergeleitet.
3. Untersuchungsmethode: Die Autorin begründet die Entscheidung für eine qualitative Feldforschung mittels teilnehmender Beobachtung und ero-epischer Gespräche.
4. Datenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Zugang zum Feld bei zwei befreundeten Familien und die Durchführung der Beobachtungen.
5. Auswertung und Interpretation: Die Ergebnisse aus den zwei Fallbeispielen werden kontrastierend gegenübergestellt und in die theoretischen Modelle eingeordnet.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Qualität der Individualisierung maßgeblich von der elterlichen Akzeptanz und Förderung abhängt.
Individualisierung, Kinderzimmer, Empirische Bildungsforschung, Feldforschung, Soziologie, Sozialisation, Eltern-Kind-Beziehung, Qualitative Methode, Beobachtungsstudie, Identitätsfindung, Kindheit, Raumwirkung, Familiäre Einflussnahme, Autonomie.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen der Gestaltung des Kinderzimmers und der Möglichkeit zur Individualisierung des darin wohnenden Kindes.
Die Themenfelder umfassen die Soziologie der Kindheit, den Einfluss räumlicher Gestaltung auf Entwicklungsprozesse und die Dynamik elterlicher Erziehungspraktiken.
Die Autorin geht der Frage nach, ob das Kinderzimmer für das junge Kind ein geschützter Hort der Individualität ist oder ein Ort, an dem familiäre Einflussnahme dominiert.
Es handelt sich um eine qualitative Einzelfallstudie, die teilnehmende Beobachtung und ero-epische Gespräche nach Girtler nutzt.
Im Hauptteil werden zwei Fallbeispiele von vierjährigen Mädchen analysiert, deren Zimmer auf Einrichtung, Spielzeug, Dekoration und die elterliche Haltung hin untersucht werden.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Individualisierung, Sozialisation, Feldforschung und elterliche Einflussnahme beschreiben.
Da Kinder ihre Individualität in einem sozialen Rahmen ausbilden, sind sie auf die Anerkennung und Unterstützung ihrer Eltern angewiesen; ohne diese kann der Raum nur als Aufbewahrungsort und nicht als Hort der Selbstentfaltung fungieren.
Während in einem Fall das Zimmer als lieblos und überladen wahrgenommen wird, in dem die Mutter das Kind dominiert, bietet das andere Beispiel Raum für die Interessen des Kindes und fördert dessen Selbstständigkeit.
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