Bachelorarbeit, 2016
34 Seiten, Note: 1,7
1. Theoretischer Hintergrund
1.1 Einleitung
1.2 Selbstkontrolle als limitierte Ressource und im Kontext von Adaptation
1.3 Forschungsparadigma
1.4 Messung von Ego-Depletion
2. Ziel der Studie: Fragestellung
2.1 Leistung
2.2 Intelligenz
2.3 Zielorientierung
2.4 Selbstwirksamkeit
2.5 Selbstkontroll-Kapazität
2.6 Subjektive Ego-Depletion
3. Methoden
3.1 Stichprobe und Design
3.2 Versuchsmaterial
3.3 Ablauf
3.4 Datenanalyse
4. Resultate
4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.2 Testung der Hypothesen
4.3 Weiterführende explorative Analysen
5. Diskussion
5.1 Ego-Depletion
5.2 Ego-Depletion und Persönlichkeitseigenschaften
5.3 Einschränkungen
5.4 Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Ego-Depletion-Effekt sowie den Einfluss individueller Persönlichkeitsvariablen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und Anpassungsreaktionen nach Phasen erhöhter Selbstkontrollanforderungen.
1.1 Einleitung
Im alltäglichen Leben steht der Mensch immer wieder vor kognitiv anspruchsvollen Aufgaben. Notwendigen Aufgaben nachzugehen, Alkoholmissbrauch zu widerstehen (Baumeister & Heatherton, 1996) und Verantwortung zu übernehmen, bedarf der Selbstkontrolle einer Person (Baumeister, Bratslavsky, Muraven, & Tice, 1998). Tangney, Baumeister und Boone (2004) beschreiben Selbstkontrolle als eine sehr wichtige und äußerst adaptive psychische Kapazität zur Veränderung von Reaktionen. Bereits Aristoteles bezeichnete Selbstkontrolle als eine der größten Herausforderungen der Menschheit: „Ich halte den, der seine Begierde überwindet, für mutiger als den, der seine Feinde besiegt. Denn der schwerste Sieg ist der über sich selbst.“
Selbstkontrolle beschreibt die Ressource, die notwendig ist, um sich über eigene Emotionen, Gedanken oder Verhaltensimpulse hinwegzusetzen (Baumeister & Heatherton, 1996; Hagger, Wood, Stiff, & Chatzisarantis, 2010). Von Baumeister, Vohs, und Tice (2007) wird Selbstkontrolle als eine besondere Form von Selbstregulation angesehen, die bewusst eingesetzt wird. Selbstregulation hingegen umfasst ihnen zufolge neben bewussten Prozessen auch unterbewusste oder reflexive Prozesse. Da Selbstkontrolle und Selbstregulation aber von den meisten Autoren synonym verwendet werden und auch nicht klar abgrenzbar sind (Duckworth & Seligman, 2005; Henden, 2008; Mischel, 1996), schließe ich mich dieser Handhabung an.
1. Theoretischer Hintergrund: Einführende Darstellung der Selbstkontrolle als limitierte Ressource und des Ego-Depletion-Phänomens unter Einbezug gängiger Forschungsmodelle.
2. Ziel der Studie: Fragestellung: Ableitung der Hypothesen bezüglich des Einflusses von Leistung, Intelligenz, Zielorientierung, Selbstwirksamkeit und SKK auf Ego-Depletion.
3. Methoden: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobe, des verwendeten Versuchsmaterials wie dem Stroop-Test und der Datenanalyse-Methodik.
4. Resultate: Präsentation der deskriptiven Ergebnisse und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen mittels statistischer Analysen.
5. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund bestehender Theorien, Diskussion der Einschränkungen und abschließende Konklusion zum Ego-Depletion-Effekt.
Ego-Depletion, Selbstkontrolle, Intelligenz, Zielorientierung, Selbstwirksamkeit, Stroop-Test, Dual-Task-Paradigma, Adaptive Performance, kognitive Erschöpfung, Selbstregulation, Persönlichkeitseigenschaften, Ressourcenmodell.
Die Arbeit untersucht, ob und wie verschiedene Persönlichkeitseigenschaften wie Intelligenz und Zielorientierung mit der Erschöpfung des Selbst (Ego-Depletion) zusammenhängen.
Die Themen umfassen Selbstkontrolle, kognitive Erschöpfung, adaptive Leistungsfähigkeit sowie die psychologische Differenzierung individueller Persönlichkeitsdispositionen.
Das Ziel ist es, den Ego-Depletion-Effekt zu replizieren und zu klären, inwiefern Persönlichkeitsvariablen als Prädiktoren für die Anfälligkeit gegenüber kognitiver Erschöpfung dienen.
Es wird das Dual-Task-Paradigma angewandt, bei dem eine Durchstreichaufgabe zur Manipulation der Anstrengung und ein modifizierter Stroop-Test zur Leistungsmessung genutzt werden.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Herleitung der Hypothesen, die methodische Durchführung der Untersuchung sowie die Auswertung der erhobenen Daten.
Wichtige Begriffe sind Ego-Depletion, Selbstkontrolle, fluide Intelligenz, Zielorientierung, Selbstwirksamkeit und adaptive Performance.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Forschungsbefunde zur Ego-Depletion inkonsistent sein könnten und das menschliche Gehirn möglicherweise schneller auf neue Anforderungen adaptiert als das traditionelle Ressourcenmodell annimmt.
Es zeigte sich eine signifikante Interaktion: Während Personen mit hoher fluider Intelligenz in der Kontrollgruppe besser abschnitten, profitierten in der Experimentalgruppe eher Personen mit niedrigerer Intelligenz.
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