Examensarbeit, 2005
169 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zeichnung und Photographie
2.1 Die Zeichnung
2.1.1 Definition
2.1.2 Zeichnerische Materialien und Elemente
2.1.3 Die gebundene Zeichnung
2.1.4 Die autonome Zeichnung
2.2 Die Photographie
2.2.1 Definition
2.2.2 Technische Entwicklung und Verbreitung
2.2.3 Die künstlerische Photographie
3. Der Künstler in seinem Werk – Das Selbstbildnis und die Selbstinszenierung
3.1 Begriffsklärung
3.1.1 Allgemeine Definitionsansätze
3.1.2 Definition der Begriffe in der verwendeten Literatur
3.1.3 Eigene Definitionen
3.2 Kategorisierung
3.2.1 Assistenzbild
3.2.2 Der Künstler bei der Arbeit
3.2.3 Gruppen- und Doppelbildnisse
3.2.4 Selbstporträt im Spiegel
3.2.5 Der Selbstakt
3.2.6 Der Künstler und der Tod
3.2.7 Die biographische Selbstdarstellung
3.2.8 Die Selbstinszenierung
3.3 Fazit
4. Cindy Sherman und Horst Janssen
4.1 Cindy Sherman
4.1.1 Kurzbiographie
4.1.2 Werkübersicht
4.1.1.2 Exkurs: Rezeption des Werkes von Cindy Sherman
4.1.3 Verwendung des Mediums
4.1.4 Einordnung in die Kategorisierung
4.1.5 Cindy Sherman – Die Verkleidung als zentrales Thema
4.2 Horst Janssen
4.2.1 Kurzbiographie
4.2.2 Werkübersicht
4.2.3 Verwendung des Mediums
4.2.4 Einordnung in die Kategorisierung
4.2.5 Horst Janssen – Eine Vorliebe für Kopfbedeckungen und Metamorphosen
4.3 Fazit
5. Bildanalysen
5.1 Bildanalysen zu Cindy Shermans „History Portraits“ und Horst Janssens „Kopien“
5.1.1 Exkurs: Das Zitat in der Photographie von Cindy Sherman
5.1.2 Exkurs: Die Kopie bei Horst Janssen
5.2 Cindy Sherman
5.2.1 Untitled # 228
5.2.2 Untitled # 224
5.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Interpretationen
5.3 Horst Janssen
5.3.1 David und Goliath - nach Caravaggio
5.3.2 Allegorie der Fruchtbarkeit – nach Botticelli
5.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Interpretationen
5.4 Vergleichende Interpretation
5.5 Fazit
6. Horst Janssen und Cindy Sherman – Zum Problem der Selbstinszenierung
7. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Selbstinszenierung im Werk der amerikanischen Photokünstlerin Cindy Sherman und des deutschen Graphikers Horst Janssen, um zu klären, ob und inwiefern deren Arbeiten als Selbstbildnisse im traditionellen Sinne zu verstehen sind und welche Rolle die Instrumentalisierung des eigenen Körpers spielt.
3.2.1 Assistenzbild
Als Assistenzbild werden die Selbstdarstellungen bezeichnet, „[...] auf welchen sich der Maler in Gestalt einer zum Bild gehörenden Figur in eine heilige oder profane Szene eingefügt hat.“93
Das Assistenzbild94 gehört zu den frühesten Selbstbildnissen und ist um die Zeit des 15. Jahrhunderts häufig vertreten, wobei nicht auf jedem Gemälde der Künstler selbst zwingend die Assistenzfigur sein muss. Oft ist auch der Stifter des Bildes beigefügt. Wenn nun der Maler selbst abgebildet ist, so schuf er kein Selbstbildnis im klassischen Sinne. Diese „[...] frühesten Beispiele dienten noch nicht der Selbstanalyse“95, weswegen diese Darstellungen eher als „porträthaft“96 bezeichnet werden. In jedem Fall tritt das Abbild des Künstlers hinter den Rahmen der dargestellten Handlung zurück.97
Eine Abart des Assistenzbildes ist das verkappte Selbstbildnis. Hier tritt der Künstler fast unbemerkt und doch ausdrucksstärker als beim klassischen Assistenzbild auf, wie eines der frühesten Beispiele das Jüngste Gericht in der Sixtinischen Kapelle in Rom von Michelangelo Buonarroti (Abb. 1) zeigt.
Dort ist der geschundene Märtyrer Bartholomäus, seine eigene Haut haltend dargestellt; und die Gesichtspartie trägt, verzerrt zwar aber unverkennbar, die Züge Michelangelos.98
1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung, ob Arbeiten von Cindy Sherman und Horst Janssen als Selbstinszenierungen zu verstehen sind und wie diese sich definieren lassen.
2. Zeichnung und Photographie: Darstellung der theoretischen Grundlagen der beiden Medien sowie deren jeweilige Einordnung in die bildende Kunst.
3. Der Künstler in seinem Werk – Das Selbstbildnis und die Selbstinszenierung: Definition der Begrifflichkeiten und detaillierte Kategorisierung unterschiedlicher Formen der Selbstdarstellung in der Kunstgeschichte.
4. Cindy Sherman und Horst Janssen: Biographische Skizzen beider Künstler sowie eine Übersicht ihres jeweiligen Gesamtwerkes und ihrer Arbeitsweise mit dem Medium.
5. Bildanalysen: Tiefgehende Untersuchung und Interpretation spezifischer Werke von Sherman und Janssen unter besonderer Berücksichtigung des Zitats und der Kopie.
6. Horst Janssen und Cindy Sherman – Zum Problem der Selbstinszenierung: Synthese der Ergebnisse, in der die unterschiedlichen Ansätze der Selbstinszenierung beider Künstler abschließend bewertet werden.
7. Ausblick: Verweis auf weiterführende Fragestellungen, insbesondere im Kontext von Literatur und Kunst sowie der Rezeptionsgeschichte.
Selbstinszenierung, Cindy Sherman, Horst Janssen, Selbstbildnis, Photographie, Zeichnung, Rollenspiel, Metamorphose, Appropriation Art, Körperkunst, Identität, Bildanalyse, Kunstgeschichte, Maskerade, Simulation
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Identität und Darstellung bei Cindy Sherman und Horst Janssen, insbesondere vor dem Hintergrund, wie beide Künstler ihre eigene Person in ihrem Schaffen als Bühne nutzen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Selbstbildnis und Selbstinszenierung, dem Vergleich von Photographie und Zeichnung als Ausdrucksmittel sowie der Analyse von Rollenbildern und künstlerischen Zitaten.
Das Ziel ist es, die Arbeiten von Sherman und Janssen hinsichtlich ihrer Vergleichbarkeit in Bezug auf das Problem der Selbstinszenierung zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Werke trotz ihrer Unterschiede unter dem Begriff Selbstbildnis subsumiert werden können.
Es erfolgt eine fundierte theoretische Begriffsklärung auf Basis kunsthistorischer Literatur sowie eine komparative Bildanalyse, die kompositorische und inhaltliche Aspekte der Werke kontrastiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine biographische und werkbezogene Analyse beider Künstler sowie einen umfangreichen Teil zu konkreten Bildanalysen, die historische Vorbilder und deren zeitgenössische Transformation untersuchen.
Neben den Künstlernamen sind die zentralen Begriffe: Selbstinszenierung, Identität, Performance-Kunst, Simulation, Appropriation Art und die Abgrenzung von traditionellen Selbstporträts.
Sherman nutzt ihren Körper als Material für allgemeingültige, fiktive Rollenbilder und Klischees, um die Erwartung einer authentischen Identitätsdarstellung des Betrachters zu unterlaufen.
Janssen betreibt einen schöpferischen, oft autobiographisch eingefärbten Dialog mit den alten Meistern, indem er sein Selbstbildnis direkt in das Vorbild integriert, während Sherman konzeptionell arbeitet und das Vorbild als Maske für ein Verwirrspiel nutzt.
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