Magisterarbeit, 2007
146 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Exkurs: Olympische Spiele
3. Der Weg zu zwei deutschen Olympiamannschaften
3.1 Ziel: nationale Souveränität
3.2 Hallstein-Doktrin
3.3 „Spalterflagge“ und „Hymne an die Freude“
3.4 Die Sowjetunion mischt sich ein
3.5 Regelverstöße belasten das Verhältnis zwischen DDR und BRD
3.6 Neue Ostpolitik
3.7 Der „innerdeutsche“ oder „deutsch-deutsche“ Sportverkehr
3.8 Die Bedeutung der Olympischen Spiele für die DDR
3.9 Verhältnis Sport und Staat
4. Geschichte des Boykotts
4.1 Boykotte vor 1980
4.2 Der Boykott 1980 – Ausgangslage
4.3 Staatengeflecht, wer boykottierte ?
5. Besonderheiten der Medienlandschaft der DDR im Vergleich mit der BRD
5.1 Presse- und Informationsfreiheit
5.2 „Funktionäre der Arbeiterklasse“
5.3 Aufgabe der Medien
5.4 Die Medien und der „Klassenfeind“
6. Vorgehensweise bei der Auswertung der west- und ostdeutschen Presse
6.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung
6.1.1 Vorstellung der Zeitung
6.1.2 Afghanistaninvasion
6.1.3 Boykottdiskussion
6.1.4 Olympische Spiele
6.1.5 Verhältnis zum Klassengegner
6.2 Bild-Zeitung
6.2.1 Vorstellung der Zeitung
6.2.2 Afghanistaninvasion
6.2.3 Boykottdiskussion
6.2.4 Olympische Spiele
6.2.5 Verhältnis zum Klassengegner
6.3 Neues Deutschland - Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
6.3.1 Vorstellung der Zeitung
6.3.2 Afghanistaninvasion
6.3.3 Boykottdiskussion
6.3.4 Olympische Spiele
6.3.5 Verhältnis zum Klassengegner
6.4 Junge Welt – Organ des Zentralrats der FDJ
6.4.1 Vorstellung der Zeitung
6.4.2 Afghanistaninvasion
6.4.3 Boykottdiskussion
6.4.4 Olympische Spiele
6.4.5 Verhältnis zum Klassengegner
7. Auswirkungen des Boykotts
8. Zusammenfassung
9. Anhang
I: Lizenzurkunde
II: Hinweise für die Zeitungen
III: Honeckers Terminschwierigkeiten
IV: „Sowjets raus aus Afghanistan!“
V: US-Präsident gegen Mischa
10. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht inhaltsanalytisch, wie die krisenhafte Situation des Boykotts der Olympischen Spiele 1980 in Moskau im Spiegel von zwei westdeutschen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Bild) und zwei ostdeutschen (Neues Deutschland, Junge Welt) Zeitungen dargestellt wurde. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Politik den Sport instrumentalisiert, um eigene Positionen zu festigen, und wie sich die Berichterstattung aufgrund unterschiedlicher politischer Interessen in den beiden deutschen Staaten differenziert.
6.1.1 Vorstellung der Zeitung
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wird von ihrer politischen Linie her als bürgerlich eingestuft, womit auch die Nähe zur CDU gemeint ist. Sie gilt als unternehmensorientiert und verfügt über ein dichtes Korrespondentennetz im In- und Ausland.
Zur Zeit des Nationalsozialismus war sie gleichgeschaltet worden. In ihrer heutigen Erscheinungsweise und politischen Grundhaltung gibt es die Zeitung seit 1949. Zur Wiederbelebung schlossen sich einige Journalisten mit Geldgebern zusammen. Heute besitzt die gemeinnützige Stiftung Fazit die Mehrheit am Unternehmen Frankfurter Allgemeine Zeitung. Ein Viertel des Unternehmens gehört der Frankfurter Societäts-Druckerei. Auch besitzen die Herausgeber geringfügige Anteile, die sie aber nur treuhänderisch verwalten und nach ihrem Ausscheiden zurückgeben müssen.
Im Gegensatz zur Zeitung vor 1949 war von Anfang an ein ausgewogenes Verhältnis von politischer, kultureller und wirtschaftlicher Berichterstattung das Ziel. Die FAZ sieht sich selbst als bewusster Meinungsmacher in der Bundesrepublik und auch im Ausland. Sie gibt als Linie an, ausgewogen zur Mitte hin orientiert zu sein, dabei aber kritisch gegenüber allen Gruppierungen in der Gesellschaft. An der Absicht, das ganze Deutschland zu spiegeln, hat sich bis heute nichts geändert.
1. Einleitung: Stellt die Verbindung zwischen Sport und Medien dar und definiert die Forschungsfrage sowie den Untersuchungsgegenstand (Presseberichterstattung zum Olympia-Boykott 1980).
2. Exkurs: Olympische Spiele: Bietet einen kurzen Überblick über die historische Entwicklung der Olympischen Spiele der Moderne und deren politische Dimension.
3. Der Weg zu zwei deutschen Olympiamannschaften: Analysiert die sportpolitischen Auseinandersetzungen zwischen DDR und BRD und das Ringen um nationale Souveränität und internationale Anerkennung.
4. Geschichte des Boykotts: Beleuchtet historische Boykottbeispiele und die Ausgangslage für den Boykott 1980 im Kontext des NATO-Doppelbeschlusses und der Invasion in Afghanistan.
5. Besonderheiten der Medienlandschaft der DDR im Vergleich mit der BRD: Arbeitet die strukturellen Unterschiede in der Pressefreiheit und der staatlichen Steuerung der Medien zwischen Ost und West heraus.
6. Vorgehensweise bei der Auswertung der west- und ostdeutschen Presse: Legt die methodischen Rahmenbedingungen der Inhaltsanalyse für die vier ausgewählten Zeitungen fest.
7. Auswirkungen des Boykotts: Untersucht die Folgen des Boykotts für die deutsch-deutschen Beziehungen und das Verhältnis zwischen Sport und Politik.
8. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse des Vergleichs der verschiedenen Presseorgane zusammen und zieht Bilanz über die ideologische Berichterstattung.
Olympische Spiele, Moskau 1980, Boykott, DDR, BRD, Sportjournalismus, SED, NATO, Afghanistaninvasion, Pressefreiheit, Instrumentalisierung, Kalter Krieg, Deutschlandpolitik, Medienanalyse, DDR-Presse.
Die Arbeit analysiert die Berichterstattung der ost- und westdeutschen Presse über den Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau.
Die zentralen Felder sind Sportpolitik, die Rolle der Medien als Instrument ideologischer Steuerung und die innerdeutschen Beziehungen während des Kalten Krieges.
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Art und Weise aufzuzeigen, wie Politik in Ost- und Westdeutschland versuchte, den Sport für die eigenen Zielsetzungen zu instrumentalisieren.
Es wird eine inhaltsanalytische Untersuchung von vier ausgewählten Tageszeitungen (FAZ, Bild, Neues Deutschland, Junge Welt) durchgeführt.
Der Hauptteil beleuchtet den historischen Kontext der deutsch-deutschen Sportbeziehungen, die Geschichte von Boykottbewegungen und analysiert detailliert die Berichterstattung der einzelnen Zeitungen zu Themen wie der Afghanistaninvasion und der Boykottdiskussion.
Wichtige Begriffe sind Olympia-Boykott, Sportpolitik, DDR-Presse, Medienmanipulation, Systemüberlegenheit und deutsch-deutsche Beziehungen.
Die DDR-Presse unterlag dem Gesamtauftrag der SED, die Ideologie zu festigen, und berichtete einseitig und parteilich. Die westdeutschen Zeitungen hingegen boten ein breiteres Spektrum, wobei die FAZ einen seriöseren, analysierenden Stil pflegte, während die Bild-Zeitung boulevardesk und emotionalisierte.
Die Sowjetunion wurde als unfehlbarer Bruderstaat und Friedensmacht dargestellt, deren Handlungen (wie die Intervention in Afghanistan) in den Medien als notwendiger Schutz sozialistischer Errungenschaften legitimiert wurden.
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