Fachbuch, 2021
62 Seiten
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Methodik
2.1 Das Radikalisierungsmodell nach Wiktorowicz
2.2 Der Framingansatz nach Benford und Snow und dessen Anwendung auf die Internetpropaganda des Islamischen Staates durch Simon Theine
2.3 Datenmaterial
3 Die Inhalte der Beiträge des Islamischen Staates
3.1 Feindbilder und Opferrolle der Muslime
3.2 Die Darstellung des IS als Kalifat mit staatlichen Strukturen
3.3 Präsentation des Erfolgs und Aufforderung zur Unterstützung
4 Verbreitungsstrategien über Soziale Medien
4.1 Die Nutzung verschlüsselter und unverschlüsselter Plattformen
4.2 Account-Promotion, Backup-Accounts und Social Bots auf Twitter
4.3 Hashtags und Hashtag-Hijacking
4.4 The Dawn of Glad Tidings - Die App des Islamischen Staates
5 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rekrutierungsmechanismen des Islamischen Staates in sozialen Netzwerken. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie es dem IS gelingt, durch spezifische Propagandanarrative und strategische Online-Methoden junge Muslime weltweit als neue Bewohner für sein Kalifat zu gewinnen und staatliche Strukturen zu festigen.
3.1 Feindbilder und Opferrolle der Muslime
Der erste Schritt bei der Rekrutierung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Grund aufgezeigt werden muss, der ein Individuum dazu bringt, sich näher mit einem Thema zu beschäftigen. Er muss möglichst schockierend sein, um Aufmerksamkeit zu erregen, und bestenfalls muss das Individuum einen persönlichen Bezug zu der Thematik herstellen können. Diese schockierenden Beiträge übernehmen nach Benfords und Snows Theorie die Aufgabe des diagnostic framing, sie machen also auf eine Problematik aufmerksam. An dieser Stelle wird auf die Einteilung Theines in „Opferframe“ und „Frontstellungsframe“ zurückgegriffen, da sich die dazu gehörenden Inhalte als wichtigen Faktor in der Propaganda des Islamischen Staates erweisen.
Im Unterstützernetzwerk finden sich viele Beiträge, die die Muslime als Opfer der westlichen Politik darstellen. Das Aufzeigen von Anschlägen gegen Muslime kann bei dem Betrachter starke Emotionen auslösen wie Mitleid und Ungerechtigkeit. Besonders Muslime, die in Europa leben und schon oft mit Rassismus konfrontiert wurden, könnten so ein wachsendes Bewusstsein für die Situation ihrer Glaubensgenossen in Krisengebieten entwickeln und das Land, in dem sie leben, immer mehr als Feind betrachten. Somit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich tiefergehend mit derartigen Beiträgen beschäftigen. Sie klicken sich durch unzählige Videos, liken und teilen Beiträge und ziehen dadurch die Aufmerksamkeit radikaler Islamisten auf sich.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Rekrutierung durch den IS ein und definiert die Fragestellung sowie den Fokus auf Propagandainhalte statt bloßer Gewaltverherrlichung.
2 Methodik: Hier werden das theoretische Fundament mit dem Radikalisierungsmodell nach Wiktorowicz und der Framing-Theorie sowie die verwendeten Datenquellen und Fallbeispiele vorgestellt.
3 Die Inhalte der Beiträge des Islamischen Staates: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen narrativen Frames des IS, die von der Opferrolle über die staatliche Selbstinszenierung bis hin zur Handlungsaufforderung reichen.
4 Verbreitungsstrategien über Soziale Medien: Der Abschnitt beleuchtet die technischen Methoden und Instrumente, die der IS nutzt, um seine Propaganda effektiv zu verbreiten und Account-Sperrungen zu umgehen.
5 Schluss: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Kombination aus psychologischen Modellen und strategischer Mediennutzung den Erfolg des IS in der Rekrutierung maßgeblich begünstigt hat.
Islamischer Staat, Rekrutierung, Soziale Medien, Propaganda, Radikalisierung, Framing-Theorie, Kalifat, Online-Strategien, Identität, Radikalisierungsforschung, Twitter, Dābiq, Ideologie, Gemeinschaft, Feindbild.
Die Arbeit untersucht, wie der Islamische Staat soziale Netzwerke nutzt, um gezielt neue Rekruten für sein Kalifat anzuwerben und seine Ideologie zu verbreiten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Propagandanarrativen, den psychologischen Phasen der Radikalisierung sowie den technologischen Verbreitungsstrategien des IS.
Die Arbeit fragt danach, wie es dem IS gelingt, über soziale Medien junge Muslime weltweit anzusprechen und sie dazu zu bewegen, in ein Kriegsgebiet auszuwandern.
Die Autorin nutzt das Radikalisierungsmodell nach Wiktorowicz und den Framing-Ansatz nach Benford und Snow, um die Internetpropaganda des IS systematisch zu analysieren.
Im Hauptteil werden sowohl die inhaltlichen Narrative der IS-Beiträge als auch die spezifischen technischen Verbreitungsinstrumente, wie Social Bots und Hashtag-Hijacking, detailliert dargestellt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Islamischer Staat, Rekrutierung, Soziale Medien, Radikalisierung, Framing-Theorie und digitale Propaganda.
Die Ausreise (Hiǧra) wird als religiöse Pflicht dargestellt und dient als zentrales Element, um die Zielgruppe zur aktiven Teilnahme und zum Leben im Kalifat zu bewegen.
Der IS nutzt Strategien wie Backup-Accounts und Social Bots, um trotz technischer Gegenmaßnahmen der Plattformbetreiber weiterhin eine konstante Präsenz aufrechtzuerhalten.
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