Forschungsarbeit, 2006
54 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Historische Entwicklung
2. Fragestellung uns Ausgangshypothesen
3. Theoretisch-methodische Zuordnung der Analyse
3.1 Die Wissenssoziologische Diskursanalyse
3.1.1 Die Medieninhaltsanalyse
3.2 Allgemeine methodische Vorüberlegungen
3.2.1 Forschungspraktische theoretische Herangehensweise
3.2.2 Quantitative und qualitative Elemente der Inhaltsanalyse
3.2.3 Qualitative Forschung Interpretation und Kontrolle – hermeneutischer Zirkel und seine methodische Umsetzung
3.2.4 Qualitative Analyseinstrumente I Frames, Argumentationsmuster, Argumentationsebene/stil, Bias
3.2.5 Qualitative Analyseinstrumente II und quantitative Gewichtung von Frames, Argumenten und Schlüsselbegriffen
4. Untersuchungsvorgehen
4.1 Untersuchungszeitraum
4.2 Untersuchungseinheiten
4.3 Ausschlusskriterien
5. Ergebnisse
5.1 Vergleich der Relevanz des Themas
5.1.1 Querschnittanalyse
5.1.1.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung
5.1.1.2 Frankfurter Rundschau
5.1.1.3 Die Zeit
5.1.1.4 Gesamtvergleich der Querschnitts- und Symbolanalyse
5.1.2 Längsschnittanalyse
5.2 Feinanalyse und Rekonstruktion der Frames
5.2.1 Zurück in die Zukunft
5.2.2 Schröders Risiko
5.2.3 Über die Grenzen hinaus
5.2.4 Brüssler Eingeständnisse
5.2.5 Die Türkei als Brücke – aber wohin?
5.2.6 Die Türkei im Übergang
5.2.7 Eine Frage der Identität
5.2.8 Pack den Tiger in die EU
5.2.9 Bitte keinen Größenwahn
5.2.10 Wie nett die Europäische Union zur Türkei sein kann
5.3 Codierung, Identifizierung und Gewichtung der Frames
5.3.1 Codierschema für die Inhaltsanalyse
5.3.2 Identifizierte Frames
6. Interpretation und Bewertung
Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Mediendebatte über einen möglichen EU-Beitritt der Türkei, um herauszufinden, welche Konstrukte europäischer Identität in den Diskursen dominieren und wie politische Lager in Deutschland diese für ihre Argumentation nutzen. Ziel ist die Identifizierung und Rekonstruktion von Deutungsrahmen (Frames) sowie die Überprüfung der Hypothese, ob konservative und sozialdemokratische Akteure dabei auf unterschiedliche Identitätskonzepte zurückgreifen.
3.1 Die Wissenssoziologische Diskursanalyse
Der Theorieansatz der ‚Wissenssoziologischen Diskursanalyse’ geht von der Annahme aus, dass „(...) alles, was wir wahrnehmen, erfahren, spüren, über sozial konstruiertes, typisiertes, in unterschiedlichen Graden als legitim anerkanntes und objektiviertes Wissen (Bedeutung, Deutungs- und Hadlungsschemata) vermittelt wird.“9
Sie hat die Aufgabe die Prozesse der gesellschaftlichen Wissensaneignung zu beschreiben. Es wird davon ausgegangen, dass sich Wissen nicht auf ein „ (...) angeborenes, kognitives Kategoriensystem...“10 zurückführen lässt, sondern auf von Diskursen erzeugten, „...gesellschaftlich hergestellte(n) symbolische(n) Systeme(n) oder Ordnungen...“11 basiert. Im Wesentlichen geht es hierbei um, „...gesellschaftliche Praktiken und Prozesse der kommunikativen Konstruktion, Stabilisierung und Transformation symbolischer Ordnungen sowie deren Folgen...“12, die es zu untersuchen gilt. Einer der Hauptgedanken ist das Wissen als „Ergebnisse kontextabhängiger Zuschreibungen verstanden werden kann, die auf gesellschaftlichen Diskursen beruhen“.
Innerhalb der diskurstheoretischen Forschung kann man hauptsächlich zwei Grundrichtungen unterscheiden: Zum einen Ansätze, die sich auf Michel Foucaults Diskurstheorie beziehen13 und zum anderen solche, welche die innere Struktur eines Textes aufschlüsseln. Innerhalb der Ansätze, die auf sich auf die Foucaultsche Diskurstheorie aufbauen, kann man wiederum zwischen unterschiedlichen Ansätzen unterteilen, die von verschiedenen Diskursbegriffen ausgehen.
Einleitung: Umriss der historischen Debatte um den EU-Beitritt der Türkei und Darlegung der zentralen Forschungsaspekte sowie der methodischen Vorgehensweise.
1. Historische Entwicklung: Darstellung der historischen Beziehungen zwischen der Türkei und Europa unter besonderer Berücksichtigung der Rolle Atatürks und der institutionellen Annäherung nach 1945.
2. Fragestellung uns Ausgangshypothesen: Herleitung der Identitäts- und Finalitätsdiskussion in der EU und Formulierung der Leitfragen zur Rolle nationaler politischer Lager.
3. Theoretisch-methodische Zuordnung der Analyse: Fundierung der Untersuchung durch die wissenssoziologische Diskursanalyse sowie Erläuterung der qualitativen und quantitativen Inhaltsanalyse.
4. Untersuchungsvorgehen: Definition der Untersuchungszeiträume und Auswahl der Printmedien (FAZ, Frankfurter Rundschau, Die Zeit) inklusive Ausschlusskriterien.
5. Ergebnisse: Durchführung der Themenfrequenzanalyse, Symbolanalyse sowie der detaillierten Feinanalyse der Zeitungsartikel zur Identifizierung der zentralen Frames.
6. Interpretation und Bewertung: Synthese der Ergebnisse und kritische Überprüfung der Ausgangshypothesen hinsichtlich der Identitätskonstrukte der politischen Lager.
EU-Beitritt, Türkei, Diskursanalyse, Identitätskonzepte, Europäische Identität, Medieninhaltsanalyse, Politische Debatte, Frame-Analyse, Konservatives Lager, Sozialdemokratisches Lager, Transformationsprozess, Beitrittsverhandlungen, Strategische Interessen, Kulturelle Differenz, Wissenssoziologie
Die Arbeit untersucht die mediale Darstellung des möglichen EU-Beitritts der Türkei in Deutschland und analysiert, welche Argumentationsmuster und Identitätskonstrukte die öffentliche Debatte prägen.
Zentrale Themen sind die europäische Identität, die Frage der Finalität der EU, das Verhältnis zwischen Kultur und Politik in internationalen Beziehungen sowie die Analyse von Medieninhalten in führenden deutschen Publikationen.
Ziel ist es zu klären, welche Identitätskonzepte (historisch-kulturell vs. politisch-strategisch) in der Debatte verwendet werden und ob deutsche politische Lager (konservativ vs. sozialdemokratisch) diese Konzepte systematisch unterschiedlich nutzen.
Die Autoren nutzen eine Kombination aus wissenssoziologischer Diskursanalyse, Themenfrequenzanalyse und einer qualitativen Frame-Analyse, um die Struktur der Argumente in ausgewählten Zeitungsbeiträgen aufzudecken.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Grundlegung, die Darstellung des Untersuchungsvorgehens (Querschnitts- und Längsschnittanalyse), die detaillierte Feinanalyse der Zeitungsartikel und die anschließende Codierung der identifizierten Deutungsrahmen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören EU-Beitritt, Diskursanalyse, Europäische Identität, Frame-Analyse, politische Identität, mediale Berichterstattung und strategische Interessen.
Der hermeneutische Zirkel dient als methodisches Instrument für die Feinanalyse der Texte, um das Vorverständnis der Forscher transparent zu machen und im Wechselspiel zwischen Textteilen und Gesamtbedeutung zu reflektieren.
Die Autoren stellen fest, dass entgegen ihrer Hypothese beide Zeitungen, obwohl sie unterschiedlichen politischen Lagern zugeordnet werden, in ihrer Argumentation überraschend ähnlich agieren und überwiegend auf politisch-strategische Frames fokussieren.
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