Examensarbeit, 2006
93 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Lesekompetenz
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. IGLU
2.2.1. Ergebnisse zur Lesekompetenz
2.3. Kognitive Prozesse beim Lesen
3. Lesemotivation
3.1. Begriff der Motivation
3.1.1. Motivationstheorien
3.2. Begriffsbestimmung der Lesemotivation
3.2.1. Intrinsische Lesemotivation
3.2.2. Extrinsische Lesemotivation
3.3. Erwartungs-Wert-Modell der Lesemotivation
3.4. Soziale Einflussfaktoren auf die Lesemotivation
3.4.1. Familie
3.4.2. Schule
3.4.3. Peer-Group
3.5. Wie kann Lesemotivation erfasst werden?
3.5.1. Studie von Richter und Plath
4. Geschlechtsspezifische Unterschiede
4.1. Begriffsbestimmung Geschlecht
4.1.1. Kennzeichnend männlich – kennzeichnend weiblich?
4.2. Leseverhalten Jungen vs. Mädchen
4.2.1. Lesemotive
4.2.2. Lektürepräferenzen
4.2.3. Lieblingsbücher
4.3. Ansätze zur Erklärung geschlechtsspezifischer Unterschiede
5. Förderungsmöglichkeiten innerhalb der Schule
5.1. Lesemotivation
5.2. Allgemeine Förderungsmöglichkeiten
5.3. Spezielle Förderprogramme
5.3.1. Antolin
5.3.2. Leselilli
5.3.3. CORI
5.4. Ausgleich der geschlechtsspezifischen Unterschiede unter besonderer Berücksichtigung der Förderung von Jungen
6. Resümee
6.1. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe für geschlechtsspezifische Differenzen in der Lesemotivation von Grundschulkindern. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Lesekompetenz, Motivationstheorien sowie sozialen Faktoren auf die Lesemotivation aufzuzeigen und darauf basierend schulische Förderungsansätze zu entwickeln, die insbesondere die Diskrepanz zwischen Jungen und Mädchen verringern können.
1. Einleitung
Lesen ist eine zentrale Grundvoraussetzung, um an einem gesellschaftlichen Leben teilzunehmen zu können. Ohne die Fähigkeit zu Lesen sind wichtige Bereiche des täglichen Lebens nicht erschließbar. Auch für die Nutzung der neuen Medien ist das Lesen notwendig.
Aktives Lesen, die anschließende Auseinandersetzung mit dem Inhalt und die Anwendung auf verschiedene Zusammenhänge kann als Lesekompetenz bezeichnet werden. Die Lesekompetenz der Schüler wird mittels verschiedener internationale Studien (PISA = Programme for International Student Assessment, IGLU = Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung etc.) gemessen. Die Ergebnisse von PISA haben gezeigt, dass gerade bei der Lesekompetenz Förderungsbedarf in Deutschland besteht. Besonders die Resultate in Hinblick auf die Lesemotivation waren erschreckend: 52% der Jungen lesen nicht aus eigenem Interesse, bei den Mädchen beträgt dieser Anteil 26% (vgl. Stanat/Kunter 2001, 262). Der Aufbau und die Förderung der Lesekompetenz sind daher ein zentrales Anliegen der Schule. Allerdings wurden bei der PISA Umfrage 15jährige Schüler befragt.
In dieser Arbeit sollen nur die Grundschüler berücksichtigt werden, deshalb wird auf die PISA Ergebnisse nur am Rande eingegangen und hauptsächlich die Ergebnisse von IGLU thematisiert. Diese sind im internationalen Vergleich recht gut ausgefallen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fundamentale Bedeutung des Lesens für das gesellschaftliche Leben und die Notwendigkeit der Leseförderung, insbesondere in Hinblick auf die Unterschiede zwischen Grundschülern und älteren Schülern.
2. Lesekompetenz: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lesekompetenz im Kontext der IGLU-Studie und erläutert die kognitiven Strukturen, die beim Leseprozess und der Informationsverarbeitung eine entscheidende Rolle spielen.
3. Lesemotivation: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Motivation sowie spezifische Modelle der Lesemotivation (wie das Erwartungs-Wert-Modell) und soziale Einflussfaktoren wie Familie und Schule detailliert analysiert.
4. Geschlechtsspezifische Unterschiede: Dieses Kapitel widmet sich den Differenzen im Leseverhalten zwischen Jungen und Mädchen, analysiert Lektürepräferenzen und untersucht theoretische Erklärungsansätze für diese Diskrepanzen.
5. Förderungsmöglichkeiten innerhalb der Schule: Es werden verschiedene schulische Interventionsmaßnahmen vorgestellt, darunter spezifische Programme wie Antolin, Leselilli und CORI, sowie Strategien zum Abbau geschlechtsspezifischer Benachteiligungen.
6. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Lesemotivation von Grundschulkindern zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Notwendigkeit einer reflexiven Leseförderung.
Lesemotivation, Lesekompetenz, Grundschule, Jungen, Mädchen, Leseverhalten, Lektürepräferenzen, IGLU, Erwartungs-Wert-Modell, Lesesozialisation, Leseförderung, Antolin, Leselilli, CORI, Geschlechterrollen
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der Lesemotivation bei Jungen und Mädchen im Grundschulalter sowie mit Möglichkeiten der schulischen Förderung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Lesekompetenz, den theoretischen Aspekten der Motivation, den Auswirkungen sozialer Faktoren auf das Leseverhalten und den spezifischen geschlechtsspezifischen Unterschieden.
Ziel ist es, die Ursachen für die unterschiedliche Lesemotivation von Jungen und Mädchen zu verstehen und aufzuzeigen, wie Schule und Elternhaus diese Defizite durch gezielte Förderung ausgleichen können.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie auf die Auswertung internationaler Vergleichsstudien wie IGLU und PISA, kombiniert mit spezifischen Studien (z.B. von Richter und Plath).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Lesekompetenz und Motivationstheorien), eine detaillierte Analyse der sozialen Einflussfaktoren, eine Untersuchung geschlechtsspezifischer Differenzen und die Vorstellung praktischer Förderprogramme.
Die wesentlichen Begriffe sind Lesemotivation, Grundschule, Geschlechterunterschiede, Leseförderung und Lektürepräferenzen.
Mädchen weisen tendenziell eine höhere Lesemotivation und ein breiteres Lektürespektrum auf, während Jungen oft unterhaltungsorientierter lesen und stärker an mediale Trends sowie spielerische bzw. sportliche Interessen gebunden sind.
CORI steht für Concept-Oriented Reading Instruction und wird als Beispiel für ein Förderprogramm angeführt, das kognitive Strategien mit motivationalen Aspekten und realen wissenschaftlichen Interessen der Schüler verknüpft.
Die Familie fungiert als die wichtigste Vermittlerin von Lesekompetenz; insbesondere das Vorlesen und die Vorbildfunktion der Eltern prägen das Leseverhalten und die Lesefreude des Kindes maßgeblich.
Die Autorin betont, dass Lehrkräfte die Literaturauswahl stärker an den tatsächlichen Interessen der Schüler ausrichten müssen und dass eine tolerante, den individuellen Bedürfnissen gerecht werdende Lernatmosphäre essenziell für den Erfolg der Leseförderung ist.
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