Bachelorarbeit, 2020
47 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Gesellschaftliche und Bildungspolitische Entwicklungen
2.1 Historischer Exkurs – Geschichte der Migrationsgesellschaft
2.2 Mehrsprachigkeit im Kontext von Migration
2.3 Interkulturalität im Bildungsplan
2.3.1 Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 25.10.1996 in der Fassung vom 05.12.2013
2.3.2 Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts
3 Zur Theorie literarisch-interkulturellen Lernens
3.1 Interkulturalität und Transkulturalität
3.2 Interkulturelle Literatur
3.3 Grundlagen interkultureller Literaturdidaktik
3.3.1 Ziele interkultureller Literaturdidaktik
3.3.2 Phasenmodelle interkulturellen Lernens
4 Zum interkulturellen Wirkungspotenzial des Jugendromans „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini
4.1 Interkulturell relevante autobiografische Einflussfaktoren
4.2 Die Art und Weise interkulturellen Erzählens
4.3 Zur interkulturellen Funktion ausgewählter Figuren
4.3.1 Amir – „die gesellschaftlich akzeptierte Hälfte“
4.3.2 Hassan – ganz „ohne Privilegien und Ansehen“
4.3.3 Baba – ein Leben zwischen Traditionen und Wünschen
4.4 Zeit- und Raumgestaltung
4.5 Sprachgestaltung
4.6 Zum interkulturellen Wirkungspotenzial des Jugendromans im Hinblick auf potenzielle Leserinnen und Leser
5 Literarisch-interkulturelle Bildung durch „Drachenläufer“
5.1 Exemplarische Bedeutung und potenzielle Erfahrungsbezüge
5.2 Inhaltlich-pädagogische und fachlich-literarische Relevanz
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
7.1 Primärliteratur
7.2 Sekundärliteratur
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Romans „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini für das interkulturelle Lernen im Deutschunterricht. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie literaturästhetische Mittel und die inhaltliche Gestaltung des Werkes einen Beitrag zur Förderung interkultureller Kompetenzen leisten können, ohne dabei den literarischen Charakter des Textes zu instrumentalisieren.
4.3.1 Amir – „die gesellschaftlich akzeptierte Hälfte“
Der 38-jährige Amir ist die Hauptfigur und der Protagonist des Romans. Er wird als Geflüchteter der zweiten Generation dargestellt, der im Wazir-Akbar-Khan-Viertel im Norden Kabuls (Afghanistan) geboren wurde und dort seine Kindheit verbrachte. Nach der sowjetischen Invasion floh er gemeinsam mit seinem Vater nach Kalifornien (Amerika). Dort heiratete er Soraya, die Tochter eines afghanischen Generals und wurde zu einem erfolgreichen Schriftsteller. Erst später erfuhr er, dass Hassan sein Halbbruder ist.
Hervorzuheben ist, dass Amir mit seinen literarischen Vorlieben und Gefühlsausbrüchen ein Gegenstück zum herrschenden Männerbild in seiner Umgebung in Kabul darstellt. Dennoch erlebte er bis zum „eiskalten, bedeckten Wintertag des Jahres 1975“ eine relativ unbeschwerte Kindheit. Obwohl es ihm an nichts fehlt, wird er bis zum Erwachsenenalter von gemischten Gefühlen gegenüber seinem Vater begleitet und strebt um dessen Anerkennung. Seine unbeschwerte Kindheit endet mit der Vergewaltigung Hassans an einem Wintertag des Jahres 1975, welche bei ihm schwere Schuldgefühle auslöst. Allerdings erscheint Amir als eine starke Persönlichkeit, die ihre Schuldgefühle letztendlich überwindet und sich mit ihrer Vergangenheit versöhnt, was aus der Distanz zwischen dem „erlebenden Ich“ und „erzählenden Ich“ ersichtlich wird.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die sprachliche und kulturelle Heterogenität der Migrationsgesellschaft und begründet die Notwendigkeit des interkulturellen Lernens im Deutschunterricht sowie das spezifische Ziel der Arbeit.
2 Gesellschaftliche und Bildungspolitische Entwicklungen: Dieses Kapitel umreißt die Geschichte der deutschen Migrationsgesellschaft und diskutiert bildungspolitische Ansätze zur Mehrsprachigkeit und Interkulturalität im Bildungsplan.
3 Zur Theorie literarisch-interkulturellen Lernens: Es werden die Begriffe Interkulturalität und Transkulturalität definiert und die theoretischen Grundlagen sowie Ziele der interkulturellen Literaturdidaktik erläutert.
4 Zum interkulturellen Wirkungspotenzial des Jugendromans „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini: Hier erfolgt eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Analyse des Romans, fokussiert auf autobiografische Faktoren, Erzählweise, Figuren, Zeit-, Raum- und Sprachgestaltung.
5 Literarisch-interkulturelle Bildung durch „Drachenläufer“: Auf Basis von Wolfgang Klafkis Kriterien wird die inhaltlich-pädagogische und fachlich-literarische Relevanz des Werkes für das interkulturelle Lernen im Unterricht untersucht.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Roman „Drachenläufer“ durch seine ästhetischen Mittel einen wertvollen Beitrag zum interkulturellen Lernen leisten kann, ohne literarische Ansprüche aufzugeben.
7 Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Arbeit aufgelistet.
Interkulturelles Lernen, Drachenläufer, Khaled Hosseini, Migrationsgesellschaft, Literaturdidaktik, Mehrsprachigkeit, Identitätsbildung, Transkulturalität, Gegenwartsliteratur, Multiperspektivität, Interkulturelle Kompetenz, Figurenkonstellation, Migrationserfahrung, Fremdverstehen, Hybridität
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der Frage auseinander, wie der Jugendroman „Drachenläufer“ von Khaled Hosseini im schulischen Kontext genutzt werden kann, um interkulturelle Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern zu initiieren.
Die zentralen Themen sind der interkulturelle Literaturunterricht, die Migrationsgesellschaft als sozialer Kontext, die Theorie des literarisch-interkulturellen Lernens und die detaillierte Analyse eines literarischen Werkes im Hinblick auf sein Wirkungspotenzial.
Das primäre Ziel ist es, das Potenzial des Romans „Drachenläufer“ für das interkulturelle Lernen zu untersuchen und aufzuzeigen, inwiefern literaturästhetische Mittel einen Beitrag zu diesem Lernbereich leisten können.
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Analyse, wobei insbesondere Kriterien für die didaktische Begründbarkeit (nach Klafki) und Phasenmodelle des Lernens (nach Kreft/Wintersteiner) Anwendung finden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Interkulturalität und Literaturdidaktik sowie in eine konkrete Analyse des Romans, die sich mit der Figurenkonstellation, der Erzählweise sowie der hybriden Zeit-, Raum- und Sprachgestaltung befasst.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Interkulturelles Lernen, Migrationsgesellschaft, Literaturdidaktik, Identitätsbildung, Multiperspektivität und die Auseinandersetzung mit Diversität.
Das Phasenmodell dient als theoretisches Gerüst für die Unterrichtsplanung im interkulturellen Bereich, wobei es in der Arbeit als dialektisches Prinzip zwischen Lesenden und Text verstanden und in seiner adaptierten Form kritisch reflektiert wird.
Die hybride Identität, insbesondere der Figur Amir, ist zentral, da sie sich nicht in einfache Rollenbilder einordnen lässt, Vorurteile dekonstruiert und einen multiperspektivischen Blick auf das Zusammenleben verschiedener Ethnizitäten ermöglicht.
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