Examensarbeit, 2009
154 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. PARADOX DER „RUSSISCHEN“ IDENTITÄT IN DEUTSCHLAND
2.1 MEDIALES BILD DER RUSSISCHSPRACHIGEN MIGRANTEN IN DEN 1990ER
2.2 EINREISEBESTIMMUNGEN UND MOTIVE
2.2.1 AUSSIEDLER
2.2.2 KONTINGENTFLÜCHTLINGE
2.3 HEIRATSMIGRANTEN, ASYLBEWERBER UND ARBEITS-MIGRANTEN
2.4 FORSCHUNGEN ÜBER RUSSISCHSPRACHIGE MIGRANTEN-GRUPPEN
3. MODERNE PROBLEMATIK DER IDENTITÄTSBILDUNG UND DEFINITION DES KLASSISCHEN IDENTITÄTSBEGRIFFS
3.1 DEFINITION DES IDENTITÄTSBEGRIFFS NACH E.H.ERIKSON
3.2 IDENTITÄTSDEFINITION NACH K. HURRELMANN
3.3 IDENTITÄTSTHEORIE VON G.H. MEAD
3.4 ZUSAMMENFASSUNG
4. VERGLEICH DER KONTINGENTFLÜCHTLINGE UND AUSSIEDLER IN BEZUG AUF DIE BESONDERHEITEN DER HERAUS-BILDUNG DER ETHNISCHEN UND KULTURELLEN IDENTITÄT SOWIE INTEGRATIONSPROBLEME
4.1 ENTSTEHUNG PERSONALER IDENTITÄT: BIOLOGISCHE UND PSYCHOLOGISCHE AUSSTATTUNG
4.1.1 GESCHLECHT
4.1.2 TEMPERAMENT UND GEFÜHLE
4.2 ENTSTEHUNG SOZIALER IDENTITÄT
4.2.1 ABSTAMMUNGSFAMILIE UND HERKUNFT
4.2.1.1 Familiensituation der Aussiedler
4.2.1.2 Familiensituation der Kontingentflüchtlinge
4.2.2 ETHNISCHE, NATIONALE UND KULTURELLE ZUGEHÖRIGKEIT
4.2.2.1 Handlungsorientierungen und Akkulturationsstrategien
4.2.2.2 Ethnisches und kulturelles Empfinden der Aussiedler
4.2.2.3 Ethnisches und kulturelles Empfinden der Kontingentflüchtlinge
4.2.3 BILDUNGS- UND BERUFSEINRICHTUNGEN
4.2.3.1 Beruflicher Status der Aussiedler
4.2.3.2 Beruflicher Status der Kontingentflüchtlinge
4.2.4 FREUNDESKREIS
4.2.4.1 Mentalitätsunterschiede
4.2.4.2 Sprachgebrauch
4.2.5 CHANCEN SOZIALER TEILHABE UND POLITISCHER PARTIZIPATION
5. EMPIRISCHE STUDIE
5.1 FRAGESTELLUNG UND ARBEITSHYPOTHESEN
5.2 UNTERSUCHUNGSMETHODE UND DURCHFÜHRUNG
5.3 BESCHREIBUNG DER STICHPROBE
5.3.1 GESCHLECHT
5.3.2 STATUS
5.3.3 GEBURTSJAHR
5.3.4 EINREISEJAHR
5.3.5 HERKUNFTSLAND UND MOMENTANE STAATSANGEHÖRIGKEIT
5.4 AUSWERTUNG
5.4.1 WOHNORT VOR UND NACH DER EINREISE
5.4.2 FAMILIENSTATUS UND –FAMILIENWERTE
5.4.3 RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT UND WERTE
5.4.4 BILDUNG UND BERUFSSTATUS
5.4.5 SELBSTWIRKSAMKEITS- UND SELBSTWERTGEFÜHL SOWIE PERSONENBEZOGENE ZUKUNFTSPERSPEKTIVE
5.4.6 ISOLIERUNG UND DISKRIMINIERUNG
5.4.7 FREUNDSCHAFTSBEZIEHUNGEN IN DEUTSCHLAND UND HERKUNFTSLAND
5.4.8 SPRACHGEBRAUCH UND MEDIENNUTZUNG
5.4.9 NATIONALE UND ETHNISCHE ZUGEHÖRIGKEIT
5.4.10 POLITISCHES INTERESSE
5.4.11 SOZIALE TEILHABE (GESELLSCHAFTLICHE PARTIZIPATION)
5.4.12 DELINQUENZ
5.5 ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht anhand einer empirischen Studie den Einfluss soziokultureller Hintergründe auf die ethnische und kulturelle Identität junger russischsprachiger Migranten in Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf einem Vergleich zwischen Aussiedlern und Kontingentflüchtlingen, um die Auswirkungen von Aufenthaltsdauer, Einreisestatus und Werten auf deren Identitätsbildung und Integration zu analysieren.
2.1 Mediales Bild der russischsprachigen Migranten in den 1990er
Medienbilder prägen häufig die öffentliche Meinung über verschiedenste Bevölkerungsgruppen. Hierbei bildet die Gruppe der Ausländer keine Ausnahme. Die Wahrnehmung dieser Gruppen innerhalb der Aufnahmegesellschaft erfährt man umfassend aus den Medien, d.h. aus Berichten sowohl im Fernsehen als auch in Zeitschriften und Zeitungen und zunehmend aus dem Internet.
Die Wissenschaftlerin Tsypylma Darieva beschäftigte sich in ihrer Forschung mit der vor allem printmedialen Darstellung der russischen Identität im Deutschland und Großbritannien. Nach ihrer Auffassung erweitern die „Russen“ sowohl als eine positive als auch negative Exotik die deutsche multikulturelle Gesellschaft um ein ganz neues Element. Sie stellt bei ihrer Untersuchung fest, dass im Rahmen der Einwanderungsdebatten der 1990er Jahre in zunehmendem Maße Beiträge über „Russen“ publiziert wurden. Allein 1997 erschienen in den Medien 16 umfangreiche Reportagen über den unerwarteten „Boom“ der russischen Kultur, vor allem in der Hauptstadt Deutschlands. Ab Herbst 1999 veröffentlichte die FAZ in der lokalen Beilage „Berliner Seiten“ ausgewählte kurze Zusammenfassungen von Reportagen aus der russischen Wochenzeitung Russkij Berlin, die sich mit Artikeln aus türkischen und polnischen Zeitungen abwechselten. Auch in den folgenden Jahren konnte der Anstieg der Berichterstattungen über diese Einwohnergruppe beobachtet werden. (vgl. Darieva 2004:89ff)
Das Bild der „Russen“ war bereits nach dem Kalten Krieg für viele Bürger negativ geprägt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kamen neue Stereotype auf. Dabei reduzierte sich das mediale Bild der russischsprachigen Einwanderer in den Jahren 1996 und 1997 wieder auf ein negatives Stereotyp – vor allem das der russischen Mafia. Dadurch wurde die komplette Migrantengruppe als ein Haufen krimineller Eindringlinge dargestellt, der isoliert jenseits der gesellschaftlichen Ordnung positioniert wurde und bedrohlich erschien.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert Deutschland als Einwanderungsland und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Identität junger Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion.
2. PARADOX DER „RUSSISCHEN“ IDENTITÄT IN DEUTSCHLAND: Dieses Kapitel analysiert die öffentliche Wahrnehmung der Migranten durch Medienbilder sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Einreise für verschiedene Gruppen.
3. MODERNE PROBLEMATIK DER IDENTITÄTSBILDUNG UND DEFINITION DES KLASSISCHEN IDENTITÄTSBEGRIFFS: Es werden theoretische Grundlagen der Identitätsbildung von Erikson, Hurrelmann und Mead dargelegt, die als Basis für die weitere Analyse dienen.
4. VERGLEICH DER KONTINGENTFLÜCHTLINGE UND AUSSIEDLER IN BEZUG AUF DIE BESONDERHEITEN DER HERAUS-BILDUNG DER ETHNISCHEN UND KULTURELLEN IDENTITÄT SOWIE INTEGRATIONSPROBLEME: Hier erfolgt ein detaillierter Vergleich der beiden Migrantengruppen in Bezug auf Familie, Ethnizität, Bildung und soziale Chancen.
5. EMPIRISCHE STUDIE: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer eigenen Online-Umfrage, wertet Daten zu Identität, Werten und Integration aus und zieht Schlussfolgerungen.
Identität, Aussiedler, Kontingentflüchtlinge, Migration, Integration, Sozialisation, Identitätsbildung, Russlanddeutsche, Diskriminierung, Medienbild, Werte, Akkulturation, Selbstwertgefühl, politische Partizipation, Identitätsdiffusion
Die Arbeit untersucht die ethnische und kulturelle Identität junger Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, die als Aussiedler oder Kontingentflüchtlinge in die Bundesrepublik Deutschland eingewandert sind.
Die Arbeit befasst sich mit der Identitätsbildung unter dem Einfluss soziokultureller Hintergründe, familiärer Rollenbilder, der Bedeutung von Sprache und Mediennutzung sowie der gesellschaftlichen Teilhabe der Migranten.
Die zentrale Frage ist, wie junge Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, die oft pauschal als „Russen“ wahrgenommen werden, ihre ethnische und kulturelle Identität definieren und wie diese durch den Aufenthalt in Deutschland beeinflusst wird.
Es wird ein theoretischer Rahmen durch Identitätstheorien (Erikson, Hurrelmann, Mead) geschaffen, der mit einer empirischen Online-Umfrage (n=170) verknüpft wird, um Einstellungen und Lebensrealitäten der Zielgruppen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Identitätsmodellen und einen detaillierten empirischen Auswertungsteil, der soziale, schulische und berufliche Aspekte der Integration vergleicht.
Die Arbeit fokussiert auf Konzepte wie Identität, Akkulturation, Migration, Identitätsdiffusion und Integrationsstrategien innerhalb der russischsprachigen Gemeinschaft in Deutschland.
Aussiedler verfügen oft schneller über einen deutschen Pass und neigen stärker zur Assimilation, während Kontingentflüchtlinge aufgrund längerer Zeiträume bis zur Einbürgerung und anderer kultureller Hintergründe öfter in russischsprachigen Binnenstrukturen verbleiben.
Das Internet und soziale Netzwerke (wie Vkontakte oder LiveJournal) dienen den Jugendlichen als hybride Räume, in denen sie Kontakte in das Herkunftsland halten und gleichzeitig die deutsche Gesellschaft erkunden, was eine „räumlich-soziale Doppelexistenz“ ermöglicht.
Die Identitätskonstruktion ist bei den untersuchten Jugendlichen noch nicht abgeschlossen; es bilden sich häufig „hybride Identitäten“ heraus, die sich nicht eindeutig einer einzigen Kultur zuordnen lassen.
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