Masterarbeit, 2017
67 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Von Verbrechen, Kriminalliteratur und Novellen
2.1 Verbrechen
2.2 Kriminalliteratur
2.3 Novellen
3 Schillers „erhabene Verbrecher“
3.1 Über das Pathetische (1801)
3.2 Die Räuber (1781)
3.3 Der Verbrecher aus verlorener Ehre (1792)
4 Kleists sympathische Bösewichte
4.1 Der Jurist wider Willen
4.2 Michael Kohlhaas (1810)
4.3 Der Findling (1811)
5 Verbrecher und Bösewichte: Eine Gegenüberstellung von Schiller und Kleist
6 Sympathielenkung und Mitgefühl
7 Schluss
7.1 Zusammenfassung
7.2 Rück- und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Verbrecherfiguren in ausgewählten Werken von Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist, mit dem zentralen Ziel, deren unterschiedliche literarische Gestaltung und die psychologischen Mechanismen der Sympathielenkung zu analysieren.
Die Räuber (1781)
Wenn Schiller in der Vorrede zu seinem Drama von „drei ausserordentliche[n] Menschen“ schreibt, so sind ganz sicher die Brüder Karl und Franz Moor damit gemeint. Zwecks einer Untersuchung der Verbrecherdarstellung, wird an dieser Stelle davon ausgegangen, dass die dritte Person im Bunde der Räuber Spiegelberg ist. Grundlage für eine Untersuchung stellt hierbei der als Lesedrama konzipierte Erstdruck von 1781 dar.
Bereits in der Vorrede vertritt Schiller die bemerkenswerte Ansicht, dass es „einmal so die Mode in der Welt [ist], daß die Guten durch die Bösen schattiert werden, und die Tugend im Kontrast mit dem Laster das lebendigste Kolorit erhält.“ Peter André-Alt bringt treffend auf den Punkt, dass Schillers Dramaturgie darauf fußt, dass sich das Gute und das Böse ausgleichen. Ohne in den philosophischen Diskurs zu tief einzusteigen, sei dennoch erwähnt, dass es sich um eine beachtenswerte Gegenposition zur Aufklärung handelt, wenn nicht gar um eine „Abrechnung“.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Verbrecherdarstellung in der Goethezeit ein und erläutert die Fragestellung sowie die Auswahl der primären Werke.
2 Von Verbrechen, Kriminalliteratur und Novellen: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Verbrechen und Kriminalliteratur vorgenommen und der Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und der Gattung der Novelle beleuchtet.
3 Schillers „erhabene Verbrecher“: Dieses Kapitel analysiert Schillers theoretische Schriften sowie die Werke Die Räuber und Der Verbrecher aus verlorener Ehre hinsichtlich ihrer Verbrecherfiguren.
4 Kleists sympathische Bösewichte: Es folgt eine Untersuchung der Verbrecherdarstellung bei Kleist anhand von Michael Kohlhaas und Der Findling, wobei biographische Bezüge und die Radikalität seiner Erzählungen im Fokus stehen.
5 Verbrecher und Bösewichte: Eine Gegenüberstellung von Schiller und Kleist: Dieses Kapitel führt die Ergebnisse zusammen und vergleicht die Herangehensweisen und Motive der beiden Autoren.
6 Sympathielenkung und Mitgefühl: Der Abschnitt diskutiert Techniken der Sympathielenkung anhand einer psychologischen Studie, um zu verstehen, wie Leser zu Mitgefühl mit Verbrechern gelangen.
7 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Rück- sowie Ausblick auf die behandelte Forschungsthematik.
Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist, Verbrecher, Kriminalliteratur, Novelle, Sympathielenkung, Rache, Michael Kohlhaas, Die Räuber, Der Verbrecher aus verlorener Ehre, Der Findling, Literaturwissenschaft, Ästhetik des Bösen, Täter-Opfer-Umkehr, Rechtsempfinden.
Die Arbeit untersucht, wie zwei bedeutende Schriftsteller der Goethezeit, Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist, Verbrecherfiguren in ihren literarischen Werken darstellen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Verbrecherbegriffs, die Analyse spezifischer Verbrechercharaktere und die Frage, durch welche literarischen Techniken Leser Sympathie für diese lasterhaften Figuren empfinden.
Das Hauptziel besteht darin, die Darstellungsweisen der Verbrecherfiguren bei Schiller und Kleist zu vergleichen und zu ergründen, warum Leser mit den Protagonisten mitfühlen, obwohl diese aus juristischer Sicht als Verbrecher gelten.
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse der Primärtexte unter Einbeziehung aktueller Forschungsliteratur sowie einer empirischen psychologischen Perspektive zur Sympathielenkung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Schillers Werken und theoretischen Schriften sowie eine Untersuchung von Kleists Novellen, ergänzt um einen direkten Vergleich beider Autoren.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Literaturwissenschaft, Verbrechensliteratur, Ästhetik, Sympathielenkung, Rache und die spezifischen Werktitel der beiden Autoren.
Die Novelle bietet durch ihre Konzentration auf eine "unerhörte Begebenheit" und ihre abgeschlossene Struktur ideale Voraussetzungen, um komplexe Verbrecherbiografien und gesellschaftliche Konflikte darzustellen.
Während bei Schiller die Verbrecher oft als "erhaben" und psychologisch nachvollziehbar dargestellt werden, erzeugt Kleist durch widersprüchliche und radikale Charakterzeichnungen eher Ambivalenz und Rätselhaftigkeit.
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