Masterarbeit, 2018
79 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kontexte mittelalterlicher Träume
2.1 Die Relevanz der antiken Traumauffassung für das abendländische Mittelalter
2.2 Die Ursprünge der Traumdeutung und ihre Relevanz für das abendländische Mittelalter
2.3 Träume im kirchlichen Kontext
2.4 Zum Traum und zur Traumdeutung im Mittelalter
3. Literarische Träume im abendländischen Mittelalter
3.1 Die Träume im ‚Nibelungenlied‘
3.1.1 Kriemhilds Falkentraum
3.1.2 Kriemhilds Eber- und Bergtraum
3.1.3 Kriemhilds Traum von ihrem Bruder
3.1.4 Uotes Vogeltraum
3.1.5 Zusammenfassung zu den Träumen im ‚Nibelungenlied‘
3.2 Die Träume in der ‚Nibelungenklage‘
3.2.1 Die Träume Gotelinds und Dietlinds
3.2.2 Zusammenfassung zu den Träumen in der ‚Nibelungenklage‘
3.3 Die Träume im ‚Parzival‘
3.3.1 Der Traum Herzeloydes
3.3.2 Die Träume Parzivals auf der Gralsburg
3.3.3 Parzivals Tagtraum- Die Blutstropfenszene
3.3.4 Zusammenfassung zu den Träumen im ‚Parzival‘
3.4 Die Träume im ‚Prosa-Lancelot‘
3.4.1 Hectors Traum von der schwarzen Wolke
3.4.2 Galahots Todesträume
3.4.3 Zusammenfassung zu den Träumen im ‚Prosa-Lancelot‘
4. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Darstellung und Funktion fiktiver Träume in epischen Texten des Hochmittelalters. Im Zentrum steht die Frage, wie diese Träume innerhalb der jeweiligen Handlungsgefüge fungieren, welche symbolischen Bedeutungen sie transportieren und inwiefern sie als narrative Mittel zur Vorankündigung und Interpretation des Geschehens dienen.
3.1.1 Kriemhilds Falkentraum
In der ersten Âventiure werden die drei Könige Gunther, Gernot und Giselher sowie ihre Schwester Kriemhild vorgestellt. Über Letztgenannte wird dabei Folgendes berichtet: In disen hohen eren trömte Kriemhilde, wie si zvge einen valchen, starch, sc=n v|wilde, den ir zwene aren erchrvmmen, daz ist daz mNste sehn, ir en chvnde in dirre werlde leider nimmer gescehn. (Str. 11, V. 1-4)
Im Rahmen dieses indirekten Redeberichts des Erzählers wird angeführt, wie Kriemhild davon träumte, dass der von ihr abgerichtete Falke durch zwei Adler getötet wird. Ihr sog. Falkentraum tangiert dabei die Spannung von Zustand [f]in disen hohen eren […]. (Str. 11, V. 1)) und Ereignis […] trömte Kriemhilde […]. (Str. 11, V. 1)). Denn zuvor in äußerst positiver Weise erfolgende Darstellung des burgundischen Hofes (Str. 1ff.) wird eine vom Traum ausgehende negative Atmosphäre überschattet und ruft sowohl beim Rezipienten als auch bei Kriemhild das Streben nach einer adäquaten Auslegung hervor. Aufgrund der Tatsache, dass Kriemhild jedoch keine schlüssige Interpretation ableiten kann, teilt sie den Traum ihrer Mutter Uote mit, welche diesem einen prognostischen Sinn zuspricht. Da Kriemhild in ihrem Traum als Falknerin erscheint ([…] si zvge einen valchen […]. (Str. 11, V. 2)), setzt Uote den valche[n] (Str. 12, V. 3) einem edel man (Str. 12, V. 3) gleich und lässt deutlich werden, dass sie diesen als „Sinnbild für den Geliebten“ Kriemhilds deutet. Folglich legt sie den im Zusammenhang mit dem „erotisch besetzte[n] Symbolter“ stehenden Traum im Sinne einer bevorstehenden Liebesbeziehung ihrer Tochter aus.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die universelle Faszination des Traums und führt in die theoretischen Grundlagen der Traumdeutung von der Antike bis zum Mittelalter ein.
2. Kontexte mittelalterlicher Träume: Dieses Kapitel erarbeitet die antiken philosophischen und religiösen Voraussetzungen der Traumtheorie und deren Rezeption im kirchlichen Denken des Mittelalters.
3. Literarische Träume im abendländischen Mittelalter: Dieser Hauptteil analysiert exemplarisch fiktive Träume in den ausgewählten Epen und zeigt deren narrative Funktionen auf.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht den hohen literarischen Wert der untersuchten Traumdarstellungen für die Konzeption mittelalterlicher Werke.
Traum, Traumdeutung, Mittelalter, Nibelungenlied, Nibelungenklage, Parzival, Prosa-Lancelot, Literaturwissenschaft, Epik, Symbolik, Prognostik, Wahrsagerei, Literaturgeschichte, Narrative Funktion, Hochmittelalter.
Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung und die erzählerische Funktion von Träumen in bedeutenden epischen Dichtungen des deutschen Hochmittelalters.
Im Zentrum stehen die Traumtheorien der Antike und des Mittelalters sowie die praktische Umsetzung dieser Konzepte in der literarischen Gestaltung durch die Dichter.
Ziel ist es, die Rolle fiktiver Träume als narrative Instrumente zur Vorankündigung von Ereignissen und zur Charakterisierung der Figuren zu ergründen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textbestand (Primärtexte) unter Einbeziehung zeitgenössischer Traumtheorien und moderner Forschungsansätze untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich nach den untersuchten Werken (Nibelungenlied, Nibelungenklage, Parzival, Prosa-Lancelot) und analysiert spezifische Traumsequenzen wie den Falkentraum oder die Blutstropfenszene.
Die Arbeit charakterisiert sich durch Begriffe wie mittelalterliche Epik, Traumdeutung, Narratologie, Symbolik und die spezifische literarische Tradition der untersuchten Werke.
Der Falkentraum fungiert als zentrales prophetisches Element, das Kriemhilds späteres Schicksal und den tragischen Untergang der burgundischen Helden vorwegnimmt.
Im Parzival werden Träume stärker mit dem inneren emotionalen Zustand und der geistigen Entwicklung des Helden verknüpft, wobei die symbolische Aufladung eng mit der Gralssuche korrespondiert.
Im Prosa-Lancelot wird ein hochkomplexes System aus Symbolen und mehrstufigen Deutungen verwendet, das über bloße Vorzeichen hinausgeht und tiefgreifende ethische und soziale Dimensionen berührt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

