Doktorarbeit / Dissertation, 2007
353 Seiten, Note: magna cum laude
A. Einleitung
1. Problembeschreibung und Forschungsstand
2. Fragestellung und Zielsetzung
3. Voraussetzungen und Eingrenzungen
4. Methodischer Ansatz
5. Gang der Untersuchung
B. Entscheidungen über Leben und Tod – Vergleich der Entscheidungsfaktoren für die Positionierung gesellschaftlicher Akteure zu den Themen Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung
1. Thematische Einführungen
1.1 Reformen im politischen System
1.2 Theoretische Grundlagen: Die Entscheidungstheorie
1.3 Philosophische Grundlagen
1.3.1 Grundlegende ethische Prinzipien
1.3.2 Die Menschenwürde
1.3.3 Medizin- und Bioethik
1.3.4 Wissenschaftsethik und Technikfolgenabschätzung
1.3.5 Wirtschaftsethik
1.3.6 Die Sozialethik
1.3.7 Religionsethik
1.3.8 Weitere Konzepte, deren Inhalte zur Argumentation medizinethischer Fragen verwendet werden ( Feminismus, Psychologie, Anthropologie)
1.3.9 Neuere, bereichsübergreifende ethische Konzepte
1.4 Rechtliche Grundlagen
1.5 Medizinisch-biologische Grundlagen
2. Entscheidungen über Leben und Tod – Vergleich der Entscheidungsfaktoren für die Positionierung gesellschaftlicher Akteure zu den Themen Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung: Darstellung und Analyse der Positionen gesellschaftlicher Akteure zu den drei Themenbereichen
2.1 Die Sterbehilfe
2.1.1 Einleitung
2.1.1.1 Medizinisch-rechtliche Grundlagen
2.1.1.2 Historische Einführung
2.1.2 Die Positionierung gesellschaftlicher Akteure: Darstellung und Analyse der Entscheidungsfaktoren
2.1.2.1 Die Juristen
2.1.2.2 Die Mediziner
2.1.2.3 Organisationen Betroffener oder Stellvertreter
2.1.2.4 Die Bürgerschaft - Soziale Bewegungen
2.1.2.5 Die Ethikräte
2.1.2.6 Die christlichen Kirchen
2.1.2.7 Die Wirtschaftsunternehmen
2.1.3 Zusammenfassung der Entscheidungsfaktoren für die Positionierung gesellschaftlicher Akteure zum Thema Sterbehilfe
2.2 Der künstliche Schwangerschaftsabbruch
2.2.1 Einleitung
2.2.1.1 Medizinisch- rechtliche Grundlagen
2.2.1.2 Historische Einführung in das Thema
2.2.2 Die Positionierung gesellschaftlicher Akteure: Darstellung und Analyse der Entscheidungsfaktoren
2.2.2.1 Die Juristen
2.2.2.2 Die Mediziner
2.2.2.3 Organisationen Betroffener oder Stellvertreter
2.2.2.4 Die Bürgerschaft - Soziale Bewegungen
2.2.2.5 Die Ethikräte
2.2.2.6 Die christlichen Kirchen
2.2.2.7 Die Wirtschaftsunternehmen
2.2.3 Zusammenfassung der Entscheidungsfaktoren für die Positionierung gesellschaftlicher Akteure zum Thema Schwangerschaftsabbruch
2.3 Die Stammzellforschung
2.3.1 Einleitung
2.3.1.1 Medizinisch-rechtliche Grundlagen
2.3.1.2 Historische Einführung
2.3.2 Die Positionierung gesellschaftlicher Akteure: Darstellung und Analyse der Entscheidungsfaktoren
2.3.2.1 Die Juristen
2.3.2.2 Die Mediziner und Biologen
2.3.2.3 Organisationen Betroffener oder Stellvertreter
2.3.2.4 Die Bürgerschaft - Soziale Bewegungen
2.3.2.5 Die Ethikräte
2.3.2.6 Die christlichen Kirchen
2.3.2.7 Die Wirtschaftsunternehmen
2.3.3 Zusammenfassung der Entscheidungsfaktoren für die Positionierung gesellschaftlicher Akteure zum Thema Stammzellforschung
3. Vergleich der Entscheidungsfaktoren
C. Zusammenfassung
1. Die Zusammenfassung der Ergebnisse des Vergleichs der Entscheidungsfaktoren
2. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die Entscheidungsprozesse in einer pluralistischen Demokratie zu den ethisch hoch umstrittenen Themen Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung. Ziel ist es, die Entscheidungsfaktoren zu identifizieren, die zur Positionierung gesellschaftlicher Akteure führen, und zu analysieren, ob diese Faktoren Reformprozesse vereinfachen oder erschweren.
1. Problembeschreibung und Forschungsstand
Veränderungen sind in pluralistisch strukturierten, föderalen parlamentarischen Demokratien wie Deutschland schwer durchsetzbar. Die institutionellen politischen Strukturen allein reichen oftmals aus, um Reformprozesse erheblich zu verlangsamen. Teilweise sind die Ursachen für Stagnationen aber auch weit grundlegender und tief in der Gesellschaft verankert. Besondere Schwierigkeiten sind zu erwarten, wenn eine Reform fest gefügte Traditionen aufbrechen will und die ins Auge gefassten Veränderungen substanzielle Fragen, wie ethische Grundsatzentscheidungen, berühren. Existenzielle Neuorientierungen, wie sie mit den hier untersuchten thematischen Schwerpunkten notwendig werden und die genau an solchen weit anerkannten Grundsätzen rütteln, wie zum Beispiel dem allgemeinen Tötungsverbot, sind daher äußerst schwer zu erreichen.
Die Änderungen von Regeln, die den Umgang mit Leben und Tod betreffen, werden deshalb auch in der Öffentlichkeit als besonders einschneidend wahrgenommen. Entsprechende Reformvorhaben lösen einen weitreichenden Diskussionsbedarf aus. Möglich sind Änderungen aber auch auf diesem Gebiet. Der Philosoph Franz Josef Wetz beschreibt dieses Phänomen folgendermaßen: „Offenbar werden wir von einer Logik des langsamen Heranschleichens beherrscht, die bislang normativ ausgeschlossene technische Praktiken schrittweise normalisiert, bis der Normbruch nicht mehr als solcher wahrgenommen wird. Hierbei werden im Kampf der Moderne gegen unvermeidliches Los nachgerade ethische wie auch rechtliche Grenzen verschoben, mehr und mehr den gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen angepasst.“
Entsprechende Neuorientierungen sind in jüngster Zeit im Zuge der Auseinandersetzung mit den Themen Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung notwendig geworden. Liberalisierungen auf allen drei Themengebieten berühren zentrale Elemente des ethischen Grundwerteverständnisses dieser Gesellschaft, da sie an den, über Generationen tradierten, Vorstellungen über den Wert des Lebens rütteln. Die in diesem Zusammenhang aufgeworfenen Fragen stellen Gesellschaft und Gesetzgebung vor Konfliktsituationen, für deren Lösung keine allgemein eindeutig anerkannte theoretisch-ethische Handlungsrichtlinie mehr existiert. Alle drei Themengebiete erfüllen damit in besonderer Weise das für reformstauverdächtige Vorhaben geltende Kriterium einer erschwerten Mehrheitsbildung. Diese drei Fälle sind auch deshalb interessant, weil sie sich deutlich hinsichtlich des Reformstadiums unterscheiden.
A. Einleitung: Beschreibt die Schwierigkeit politischer Reformen in Deutschland bei ethischen Grundsatzfragen und erläutert die Relevanz der Themen Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung für die Untersuchung.
B. Entscheidungen über Leben und Tod – Vergleich der Entscheidungsfaktoren für die Positionierung gesellschaftlicher Akteure zu den Themen Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung: Liefert die theoretische Einbettung durch Reformansätze und Entscheidungstheorie sowie die Analyse der Positionen verschiedener Akteure zu den drei Themenbereichen.
C. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse des Vergleichs der Entscheidungsfaktoren zusammen und zieht ein abschließendes Fazit zur Reformfähigkeit ethischer Themen.
Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch, Stammzellforschung, Entscheidungstheorie, Ethik, Reformfähigkeit, politische Entscheidungsprozesse, Menschenwürde, Bioethik, Rechtliche Grundlagen, Gesellschaftliche Akteure, Medizinethik, Gesetzgebung, Liberalisierung, Patientenverfügung.
Die Arbeit vergleicht Entscheidungsfaktoren für die Positionierung gesellschaftlicher Akteure zu drei medizinisch-ethischen Themenfeldern: Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung.
Die zentralen Felder sind die ethischen und rechtlichen Grenzfragen des menschlichen Lebens, insbesondere der Beginn und das Ende des Lebens sowie neue biotechnologische Eingriffsmöglichkeiten.
Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, welche Faktoren die Positionierung relevanter gesellschaftlicher Gruppen in Entscheidungsprozessen beeinflussen und inwieweit diese Faktoren Reformprozesse im medizinisch-ethischen Bereich vereinfachen oder erschweren.
Es wird eine deskriptive Untersuchung der Positionierungen verschiedener Akteure vorgenommen, um daraus Entscheidungsfaktoren abzuleiten und diese anschließend zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Teile zu Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Stammzellforschung. Jeder Teil bietet Einleitungen zu Grundlagen und eine detaillierte Analyse der Akteurspositionen.
Wichtige Begriffe sind Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch, Stammzellforschung, Entscheidungstheorie, Menschenwürde, Bioethik und politische Reformfähigkeit.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass die Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland eine historisch bedingte, starke Sensibilität und Tabuisierung erzeugt hat, die Reformen in allen drei Themenbereichen maßgeblich erschwert und beeinflusst hat.
Im Gegensatz zu anderen Themen zeigt sich hier eine aktive Einmischung der Wirtschaft, getrieben durch das Potenzial für wirtschaftliche Gewinne und den internationalen Forschungswettbewerb.
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