Diplomarbeit, 2006
276 Seiten, Note: 2,30
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit, Forschungsstand und Quellenlage
1.2 Aufbau der Arbeit
1.2.1 Definition des Forschungsgegenstandes Baltische Rundschau
1.3 Das Modell der Enklavenpublizistik
1.3.1 Der systemtheoretische Ansatz der Enklavenpublizistik
1.4 Methoden
1.4.1 Die Inhaltsanalyse
1.4.1.1 Paneldesign und Frequenzanalyse
1.4.1.2 Auswahl der Stichprobe
1.4.1.3 Auswahl der Analyseeinheiten
1.4.1.4 Entwicklung des Kategoriensystems
1.4.2 Die Befragung
1.4.2.1 Die Methode
1.4.2.2 Die Interviewpartner
1.4.2.3 Die Konzeption der Leitfäden
2. Bedingungen in Litauen (1988 - 2005)
2.1 Statistische Daten zum Staat Litauen
2.2 Zeitgeschichte und Politisches System in Litauen
2.3 Medien in Litauen
2.4 Mediengesetzgebung, Medienethik, Medienregulierung
2.5 Fazit
3. Deutsche Minderheit in Litauen
3.1 Territoriale Verhältnisse in Ostpreußen und dem Memelgebiet
3.2 Deutsche Besiedlung in Litauen
4. Deutschsprachige Zeitungen in Litauen
4.1 Das Memeler Dampfboot
4.2 Die Deutschen Nachrichten für Litauen
4.3 Die Baltischen Briefe
5. Das Untersuchungsobjekt Baltische Rundschau
5.1 Die Gründung der Baltischen Rundschau 1994
5.2 Die Entwicklung der Baltischen Rundschau
5.3 Fazit
5.4 Die Abonnentenstruktur im April 2005
5.4 Bewertungen der Baltischen Rundschau
5.5 Zusammenarbeit der Baltischen Rundschau mit der deutschen Minderheit
5.6 Die Bedeutung der Baltischen Rundschau für das litauische Mediensystem
6. Inhaltsanalyse
7. Fazit
Diese Diplomarbeit untersucht die redaktionelle und verlegerische Entwicklung der deutschsprachigen Monatszeitung Baltische Rundschau zwischen 1994 und 2005. Ziel ist es, die Entwicklung dieses Nischenprodukts innerhalb des litauischen Mediensystems zu analysieren und insbesondere das Verhältnis zur deutschen Minderheit sowie die regionale Berichterstattung zu bewerten.
1.2.1 Definition des Forschungsgegenstandes Baltische Rundschau
Die Baltische Rundschau wurde im Dezember 1994 in privater Initiative von Ingwar-Heinrich Lotz gegründet und nach der Novemberausgabe im Jahr 2005 eingestellt. Sie wurde im Berliner Format gedruckt, erschien durchschnittlich zehnmal pro Jahr und brachte normalerweise eine Doppelnummer für Dezember/Januar und Juli/August heraus. Der Umfang betrug im Gründungsjahr acht Seiten. Bis 1998 wurde er kontinuierlich auf zwölf Seiten erhöht und 2004 auf 20 Seiten. Zu besonderen Ereignissen oder bei Doppelnummern wurde die Ausgabe mit einer Beilage um vier Seiten aufgestockt. Ingesamt erschienen 109 Ausgaben, da die Doppelnummern offiziell zweifach gezählt wurden, endet die Nummerierung der Zeitung im November 2005 bei 125 Ausgaben.
Der Erscheinungsort war Vilnius. Ein Außenbüro in Riga gab es ab September 2004. Aus Tallinn berichtete ebenfalls kontinuierlich ab 2004 eine Praktikantin. Vertrieben wurde die Zeitung über den Verkauf an Kiosken und in Buchläden im Baltikum, über den Abo-Versand und die kostenlose Auslegung in Fluglinien. Die Auflage variierte stark und kann hier nicht gemittelt angegeben werden – zudem stimmten häufig die angegebenen Auflagenzahlen in den Impressen nicht mit den tatsächlich gedruckten Exemplaren überein. Die Redaktion bestand die meiste Zeit aus einem leitenden Redakteur, dem Praktikanten zur Seite gestellt wurden. Herausgeber war von 1994 bis 2001 und von März bis November 2005 der Verein der Deutschen Litauens, zwischen 2001 und 2005 wurde die Baltische Rundschau durch die Gesellschaft „UAB Publicitas“ herausgegeben. Ihr Geschäftsführer war Bruno Kaspar. Den Vorsitz des Vereins der Deutschen Litauens hat seit seiner Gründung Ingwar-Heinrich Lotz inne.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Tradition der deutschsprachigen Presse in Litauen und führt in die Fragestellung zur Baltischen Rundschau ein.
2. Bedingungen in Litauen (1988 - 2005): Dieses Kapitel beschreibt den medienrechtlichen und politischen Rahmen Litauens nach der Unabhängigkeit.
3. Deutsche Minderheit in Litauen: Hier wird die historische deutsche Besiedlung und die soziologische Definition der deutschen Minderheit in Litauen skizziert.
4. Deutschsprachige Zeitungen in Litauen: Vorstellung der drei bedeutendsten deutschsprachigen Zeitungen für die Region und deren historische Bedeutung.
5. Das Untersuchungsobjekt Baltische Rundschau: Detaillierte Rekonstruktion der Geschichte, Struktur und personellen Entwicklung der Zeitung basierend auf Interviews.
6. Inhaltsanalyse: Systematische Untersuchung der inhaltlichen Schwerpunkte, Anzeigen und Darstellungsformen der Zeitung anhand ausgewählter Jahrgänge.
7. Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Hypothesen sowie Resümee zum Scheitern der Zeitung trotz des hohen ideellen Anspruchs.
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Die Arbeit analysiert die publizistische, strukturelle und wirtschaftliche Entwicklung der deutschsprachigen Monatszeitung Baltische Rundschau zwischen 1994 und 2005 in Litauen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der deutschen Minderheitenpresse, der Rolle der Baltischen Rundschau innerhalb des litauischen Mediensystems sowie der Analyse ihrer redaktionellen Ausrichtung.
Das Hauptziel besteht darin, die Geschichte der Zeitung von der Gründung bis zur Einstellung zu dokumentieren und zu evaluieren, inwiefern sie ihren Anspruch als Bindeglied für die deutsche Minderheit erfüllen konnte.
Der Autor nutzt einen Methodenmix aus leitfadengestützten, qualitativen Experteninterviews sowie einer quantitativen Inhaltsanalyse in einem Paneldesign über vier ausgewählte Jahrgänge.
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Rahmenbedingungen Litauens, die Geschichte der deutschen Minderheit, eine Beschreibung vergleichbarer Medien sowie eine detaillierte Auswertung der eigenen Inhaltsanalyse und der Befragungsergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Minderheitenpresse, Enklavenpublizistik, deutschsprachige Auslandsmedien, Baltische Rundschau, Medienlandschaft Litauen und Minderheitenschutz.
Sie bediente ein sehr spezielles Publikum in einer Fremdsprache und erreichte innerhalb des litauischen Mediensystems aufgrund der Sprachbarriere nur einen geringen Bekanntheitsgrad.
Die Ergebnisse zeigen, dass die inhaltliche Ausrichtung stark von den jeweiligen Redakteuren abhing, da es an einer festen, professionellen Struktur und einem klaren Konzept fehlte.
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