Bachelorarbeit, 2017
41 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Überblick zum Forschungsstand
1. Kurzbiografie
2. Wus Strategie: Instrumentalisierung von Religion und Symbolik
3. Assoziation mit buddhistischen Gottheiten mithilfe von chenyu und furui als Mittel der Herrschaftslegitimation
3.1. Wu als weibliche Bodhisattva Zengzhang
3.1.1. Inhaltsanalyse des Commentary
3.1.2. Urheber und Motivation
Diskussion
3.2. Wu als männlicher Bodhisattva Jin Yueguang in weiblichem Körper
3.2.1. Analyse des hinzugefügten Teils im Baoyujing
3.2.2. Urheber und Motivation
Diskussion
3.3. Wu als zukünftiger Buddha Maitreya
3.3.1. Analyse der im Commentary zitierten Passagen aus dem Zhengmingjing
3.3.2. Urheber und Motivation der Assoziation mit Maitreya
Diskussion
Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Kaiserin Wu Zetian durch die Instrumentalisierung buddhistischer Prophezeiungen und glückverheißender Omen ihre Herrschaft legitimierte und eine neue Staatsideologie formte, um ihre Position als weibliche Herrscherin in einer konfuzianisch geprägten Gesellschaft zu festigen.
3.1.1. Inhaltsanalyse des Commentary
Das Commentary setzt sich aus unverfälschten Auszügen aus dem vierten der vier Original-Faszikel des Sutras Dayunjing in einer vom buddhistischen Mönch Dharmaksema (385-433) übersetzten chinesischen Version zusammen, dessen Inhalt abschnittweise unterteilt von den Autoren erläutert und mit Auszügen aus anderen Texten untermauert wird.90 Dieses Faszikel behandelt eine Unterhaltung zwischen Buddha und der buddhistischen Göttin Jingguang tiannü 净光天女 (Devi of Pure Radiance; Sanskrit: Vimalaprabha),91 in welcher Buddha weissagt, dass sie 700 Jahre nach seinem Eingang ins nirvana92 als Prinzessin Zengzhang (增長, Sanskrit: Srivrddhi)93 in einem kleinen südindischen Königreich wiedergeboren und nach dem Tod ihres Vaters darum gebeten werden würde, seinen rechtmäßigen Platz einzunehmen, um als mächtige buddhistische Monarchin über den buddhistischen Kontinent Jambudvipa (Yanfuti 阎浮提)94 zu herrschen.95 Durch ihre Frömmigkeit würden ihre Untertanten und alle Länder von Jambudvipa sich ihr freiwillig unterwerfen und zum Buddhismus konvertieren. Sie würde Reichtum und Segen über ihr Land bringen und alle Gegner des rechten Wegs verfolgen und zur Strecke bringen lassen. Nach ihrem Tod würde sie männliche Gestalt annehmen96 und in das Reine Land des Buddha Emituofo 阿弥陀佛 (Sanskrit: Amitabha) eingehen.97 Die Schreiber des Commentary griffen sich aus dieser auf Wus Situation übertragbare Prophezeiung sieben Passagen heraus, welche demnach als besonders geeignet für die Legitimation von Wus Thronbestrebungen erschienen, und deuteten den darin beschriebenen Inhalt auf Wu Zetian um. Das Commentary endet mit drei rhetorischen Fragen, welche sämtliche noch verbliebenen Zweifel an der Aussagekräftigkeit des chenwei als Botschaft des Himmels endgültig beseitigen sollten.98 Um mögliche Skepsis über die Glaubwürdigkeit der Verbindung zu Wu Zetian zu entkräften, untermauerten die Schreiber ihre Erklärungen der einzelnen Textpassagen durch das Einfügen geeigneter Auszüge weiterer bekannter Texte, Lieder und Omen, darunter der bereits erwähnte baotu und weitere furui-Steine (ruishi 瑞石).99 Rothschild (2015) schreibt dazu:
the Buddhist propagandists constructed a text substantiating clauses lifted from the original Great Cloud Sutra with fragments from other texts and miraculous events to form a catalog of prophecies foretelling their female sovereign’s imminent emergence as an earthly sovereign, while also identifying her as the predicted incarnation of the Devi of Pure Radiance.100
1. Kurzbiografie: Diese Kurzbiografie beleuchtet den Werdegang von Wu Zetian von ihren Anfängen am Hof bis zur Etablierung ihrer Machtbasis und der späteren Gründung ihrer eigenen Dynastie.
2. Wus Strategie: Instrumentalisierung von Religion und Symbolik: Das Kapitel erläutert die religiösen und symbolischen Strategien, mit denen Wu Zetian ihre Herrschaft gegen gegnerische Mächte und das patriarchale konfuzianische Umfeld zu legitimieren suchte.
3. Assoziation mit buddhistischen Gottheiten mithilfe von chenyu und furui als Mittel der Herrschaftslegitimation: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die drei zentralen Assoziationen mit buddhistischen Gottheiten (Zengzhang, Yueguang, Maitreya) als Mittel zur religiösen Begründung ihrer Herrschaft.
3.1. Wu als weibliche Bodhisattva Zengzhang: Dieses Unterkapitel untersucht die Inhaltsanalyse des Commentary und die Rolle der Mönche als Urheber bei der Verknüpfung von Wu Zetian mit der buddhistischen Göttin Jingguang.
3.2. Wu als männlicher Bodhisattva Jin Yueguang in weiblichem Körper: Hier wird die Analyse der gefälschten Faszikel im Baoyujing diskutiert, die dazu dienten, Wu Zetians weibliches Geschlecht in eine männliche Bodhisattva-Identität zu transformieren.
3.3. Wu als zukünftiger Buddha Maitreya: Dieser Teil beleuchtet die strategische Verwendung von Texten aus dem Zhengmingjing, um Wu Zetian als Reinkarnation von Maitreya zu inszenieren und ihre Verbindung zum mingtang-Bau zu untermauern.
Konklusion: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die politische Effektivität von Wu Zetians buddhistischer Propaganda zur Sicherung ihrer Herrschaft.
Wu Zetian, Herrschaftslegitimation, Buddhismus, Prophezeiungen, chenyu, furui, Bodhisattva, Maitreya, Jingguang, Dayunjing, Baoyujing, mingtang, Staatsideologie, politische Propaganda, Kaiserin
Die Arbeit untersucht, wie die chinesische Kaiserin Wu Zetian religiöse Texte und Symbole des Buddhismus nutzte, um ihre umstrittene Thronbesteigung als einzige Kaiserin der chinesischen Geschichte zu legitimieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Instrumentalisierung von Prophezeiungen (chenyu), glückverheißenden Omen (furui) und der Assoziation mit verschiedenen buddhistischen Gottheiten, um Wu Zetians Herrschaft als göttlich legitimiert darzustellen.
Es wird untersucht, welche Methoden Wu Zetian anwandte, um trotz der konfuzianischen Vorurteile gegen weibliche Herrscher ihre eigene Dynastie (Zhou) zu begründen und ihre Macht über fünfzehn Jahre zu sichern.
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Inhaltsanalyse von Primärquellen wie dem Dayunjing (Commentary) und dem Baoyujing sowie auf den kritischen Vergleich zeitgenössischer chinesischer Annalen und aktueller westlicher sowie chinesischer Forschungsliteratur.
Im Hauptteil werden nacheinander die Identifikation mit den Bodhisattvas Zengzhang und Yueguang sowie mit Buddha Maitreya analysiert, wobei jeweils die Textquellen, die Rolle der Mönche als Urheber und die politische Diskussion betrachtet werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Herrschaftslegitimation, Wu Zetian, Buddhismus, Propagandaliteratur (chenyu/furui) und die Verbindung von Religion und Politik im antiken China definieren.
Die Mönche der kaiserlichen Kapelle in Luoyang fungierten als Autorengruppe, die das Dayunjing-Sutra durch Kommentare und Prophezeiungen so anpassten, dass es Wu Zetians Thronanspruch stützte, wobei offen bleibt, ob dies auf eigene Initiative der Kirche oder auf direkte Anweisung der Kaiserin geschah.
Die Anpassungen ihrer religiösen Identität, etwa die Transformation von einer weiblichen Bodhisattva-Regentin hin zur Reinkarnation eines männlichen Bodhisattva im weiblichen Körper, dienten dazu, auf neue politische Herausforderungen und konservative Widerstände zu reagieren und die ideologische Basis ihrer Herrschaft kontinuierlich zu modernisieren.
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