Diplomarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Besonderheiten der Mensch-Tier Beziehung oder die Frage: Warum ausgerechnet Tiere?
1.1 Anthropomorphismus
1.2 Du-Evidenz
1.3 Sieben Phasen der Mensch-Tier Beziehung nach Desmond Morris
1.4 Die Biophilia – Hypothese
1.5 Kinder und Tiere
2. Funktion und Rolle des Tieres in unserer modernen Welt
2.1 René Descartes
2.2 Das 19.Jahrhundet
2.3 Leben in der Großstadt
3.Geschichte der Tiergestützten Pädagogik
3.1 Historische Beispiele für den Einsatz von Tieren in Pädagogik und Therapie
3.2 Beginn der wissenschaftlichen Erforschung
3.3 Begriffserklärungen
4. Der „Klassiker“ in der Tiergestützten- Pädagogik : Erziehung zur Menschlichkeit
5. Psychologisch Hintergründe und Schnittstellen der Tiergestützten- Pädagogik
5.1 Kommunikation zwischen Mensch und Tier
5.1.1 Digitale und analoge Kommunikation
5.1.2 Der Einfluss von Tieren auf die emotionale Intelligenz
5.2 Motivation – wie Tiere uns darin beeinflussen
5.2.1 Intrinsische und Extrinsische Motive
5.2.2 Die Motivationshierarchie nach Maslow
5.2.3.Das Bedürfnis nach Anregung
5.2.4 Das Bedürfnis nach Berührung und Hautkontakt
5.3 Lernen – warum es uns gerade mit Tieren so leicht fällt
5.3.1 Einflüsse auf den Lernprozess
5.3.2 Operante Konditionierung – Tiere als Verstärker
5.3.3 Die Korrektur „fehlgegangenen Lernens“ – systematische Desensibilisierung mit Hilfe eines Tieres
5.3.4 Lernen am Modell - Bandura
5.4 Stress – wie Tiere uns dabei helfen können ihn zu bewältigen und mit ihm umzugehen
5.4.1 Stress und soziale Beziehungen
5.4.2 Stress in der Schule
5.5 Tiere als „Entwicklungshelfer“?
5.6 Zwischenfazit
6. Didaktische Überlegungen zur Tiergestützten Pädagogik
6.1 Das Didaktische Dreieck
6.2 Das „Berliner Modell“ in der Tiergestützten Pädagogik
6.3 Reflexion
7. Spezifische Eigenheiten verschiedener Tierarten und ihr Potential für den Einsatz in der Pädagogik
7.1 Pferde
7.2 Hunde
7.3 Katzen
7.4 Lamas/Alpakas
7.5 Vögel
7.6 Fische
7.7 Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager
7.8 Arbeit mit einer Schafherde
7.9 Ziegen, Kühe, Schweine und andere Nutztiere
7.10 Delphine
8. Kritische Ergänzungen bezüglich der tiergestützten Arbeit in Literatur und Praxis
9. Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Tiergestützte Pädagogik eine ernsthafte, wissenschaftlich fundierte Methode oder lediglich eine flüchtige Modeerscheinung ist, und beleuchtet dabei, wie Tiere als „Co-Pädagogen“ Lern- und Entwicklungsprozesse beim Menschen fördern können.
1.1 Anthropomorphismus
Der Begriff, „Anthropomorph“ kommt aus dem griechischen und bedeutet wörtlich: menschlich gestaltet. Mit Anthropomorphisierung bezeichnet man ganz allgemein die Übertragung von menschlichen Eigenschaften auf Nicht- oder Außermenschliches. Darunter fällt die Vermenschlichung von Tieren, aber auch die Vorstellung von Göttern in Menschengestalt, es werden menschliche Eigenschaften verwendet, um das jeweilige Verhalten zu erklären. Obwohl die moderne Wissenschaft mit dem Anthropomorphismus als allgemeinem Erklärungsprinzip auf dem „Kriegsfuß“ steht, wird die Vermenschlichung von Tieren im Alltag, innerhalb bestimmter Grenzen, doch als normal empfunden. Anthropomorphisierung kann aber auch als Ausdruck von Einfühlungsvermögen begriffen werden.
Einfühlungsvermögen ein, um das Verhalten von unseren Mitmenschen zu interpretieren und vorauszusagen. Da die Menschen aber nach Darwin ebenfalls zu den Tieren gehören, oder wie Desmond Morris es ausdrückte, nackte Affen sind, können wir unser Einfühlungsvermögen auch dafür nutzen um das Verhalten von Tieren zu verstehen bzw. vorauszusagen. Diese Anthropomorphisierung, diese Versuche des Einfühlens in Tiere ist für Tiergestützte-Pädagogik und Therapie in vielen Fällen eine Grundvoraussetzung, auf Grund derer eine Förderung, der emotionalen Intelligenz, durch Tiere erst Sinn macht (siehe Abschnitt 5.1.2 „Der Einfluss von Tieren auf die emotionale Intelligenz“). Natürlich kann sich ein Mensch nur unzureichend in ein Tier z.B. einen Hund oder ein Pferd hineinfühlen, denn als Mensch gehört er einer ganz anderen Spezies an. Aber ein Tier ist ein fühlendes Gegenüber, bei dem es dem Menschen leicht fällt, seine eigenen Empfindungen auf das Tier zu projizieren.
1. Besonderheiten der Mensch-Tier Beziehung oder die Frage: Warum ausgerechnet Tiere?: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Konzepte wie Anthropomorphismus und die Biophilia-Hypothese, um zu erklären, warum Menschen eine tiefe Faszination für Tiere empfinden.
2. Funktion und Rolle des Tieres in unserer modernen Welt: Hier wird die historische Entwicklung des Mensch-Tier-Verhältnisses von Descartes bis zur Industrialisierung nachgezeichnet, um die aktuelle Entfremdung und das Bedürfnis nach Tierkontakt in der Großstadt zu begründen.
3.Geschichte der Tiergestützten Pädagogik: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über den Einsatz von Tieren in Therapie und Pädagogik und skizziert die Anfänge der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet.
4. Der „Klassiker“ in der Tiergestützten- Pädagogik : Erziehung zur Menschlichkeit: Es wird untersucht, inwiefern der Umgang mit Tieren traditionell als erzieherisches Mittel zur Förderung von Mitgefühl und menschlicher Moralität angesehen wurde.
5. Psychologisch Hintergründe und Schnittstellen der Tiergestützten- Pädagogik: Dieser Hauptteil widmet sich den psychologischen Mechanismen wie Kommunikation, Motivation, Lernen und Stressbewältigung, die erklären, warum der Einsatz von Tieren pädagogisch wirksam ist.
6. Didaktische Überlegungen zur Tiergestützten Pädagogik: Hier werden methodische Ansätze wie das „didaktische Dreieck“ und das „Berliner Modell“ auf die Tiergestützte Pädagogik übertragen, um eine strukturierte und professionelle Arbeitsweise zu fördern.
7. Spezifische Eigenheiten verschiedener Tierarten und ihr Potential für den Einsatz in der Pädagogik: Dieses Kapitel stellt verschiedene Tierarten vor und bewertet deren Eignung sowie spezifische Einsatzmöglichkeiten im pädagogischen Kontext.
8. Kritische Ergänzungen bezüglich der tiergestützten Arbeit in Literatur und Praxis: Es erfolgt eine kritische Reflexion über die oft idealisierende Darstellung der Methode und die Gefahren einer unkritischen Anwendung.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass Tiere zwar kein Allheilmittel, aber bei professioneller und respektvoller Handhabung eine wertvolle Ergänzung des pädagogischen Repertoires sind.
Tiergestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, Anthropomorphismus, Biophilia, Psychologie, Didaktik, Lernprozess, Motivation, Empathie, Stressbewältigung, Therapie, Pädagogisches Handeln, Reflexion, Co-Pädagogen, Haustierhaltung
Die Arbeit untersucht, ob die Tiergestützte Pädagogik eine wissenschaftlich fundierte Methode ist oder nur einen aktuellen Modetrend darstellt, und analysiert die Möglichkeiten sowie Grenzen dieses Ansatzes.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mensch-Tier-Beziehung, der psychologischen Wirksamkeit des Tierkontakts, didaktischen Modellen für die pädagogische Praxis und einer kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Literatur.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tiere professionell als pädagogische Helfer eingesetzt werden können, ohne dabei das Tierwohl zu vernachlässigen oder in eine idealisierende „Kuschelpädagogik“ zu verfallen.
Die Arbeit ist als kritische Betrachtung konzipiert, die psychologische und pädagogische Lerntheorien heranzieht, um die Effekte der Tiergestützten Pädagogik theoretisch zu begründen.
Der Hauptteil analysiert psychologische Hintergründe wie Kommunikation, Motivation, Lernen und Stress sowie didaktische Konzepte, die eine strukturierte Umsetzung in der Praxis ermöglichen.
Schlüsselbegriffe sind Tiergestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, Anthropomorphismus, Biophilia, pädagogisches Handeln, Empathie und Reflexion.
Die Autorin betrachtet den Einsatz von Delphinen sehr kritisch, da er kostspielig ist, die Tiere in Gefangenschaft leiden und die therapeutischen Effekte auch durch alltagsnähere Ansätze mit anderen Tieren erzielt werden könnten.
Reflexion ist essenziell, um die gemachten Erfahrungen aus der Interaktion mit dem Tier in den Alltag zu übertragen und sicherzustellen, dass die pädagogischen Ziele tatsächlich erreicht werden.
Tiere fungieren oft als natürliche soziale Verstärker, die dem Klienten positive emotionale Rückmeldungen (Zuneigung, Akzeptanz) geben und so das Selbstwertgefühl sowie die Motivation fördern.
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