Examensarbeit, 2003
87 Seiten, Note: 1,3
0 Einleitung
1 Klärung des Begriffs „Philosophieren mit Kindern“ und Anforderungen an das Philosophieren der Kinder
1.1 Der Begriff „Philosophieren mit Kindern“
1.2 Anforderungen an das Philosophieren der Kinder im Vergleich zum Philosophieren von Fachleuten
2 Entwicklungspsychologische Aspekte zum Philosophieren mit Kindern
2.1 Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung
2.1.1 Merkmale und Auswirkungen des kindlichen Egozentrismus nach Piaget
2.2 Evaluation von Piagets Theorie
2.2.1 Wygotskis Kritik an Piagets Theorie und Methoden
2.2.2 Weitere Kritikpunkte an Piagets Theorie
2.3 Der Ansatz der Informationsverarbeitung aus entwicklungspsychologischer Perspektive
2.3.1 Die Wissensbasis
2.3.2 Das aktivierte Gedächtnis
2.3.3 Mechanismen der kognitiven Entwicklung
3 Themen und Fragen der Philosophie sowie philosophische Fragen und Thematiken von Kindern
3.1 Vorteile philosophischer Grundkenntnisse für die/den LehrerIn
3.2 Themenbereiche der Philosophie
3.2.1 Die Metaphysik
3.2.1.1 Bedeutende Fragen der Metaphysik
3.2.1.1.1 Die Frage nach Gott
3.2.1.1.2 Die Frage nach einer Seele
3.2.2 Die Erkenntnistheorie
3.2.2.1 Bedeutende Fragen der Erkenntnistheorie
3.2.3 Die Logik
3.2.4 Die Ethik
3.2.5 Die philosophische Anthropologie
3.2.5.1 Die Hauptfrage der philosophischen Anthropologie – Was ist der Mensch?
3.2.6 Die Ästhetik
3.2.6.1 Ein Thema der Ästhetik – Das ästhetische Urteil
3.3 Philosophische Themen und Fragen von Kindern
4 Ziele des Philosophierens mit Kindern
4.1 Die therapeutische Funktion – Das Aneignen von Fähigkeiten zur Bewältigung persönlicher Problemsituationen
4.2 Die Förderung des eigenständigen und kritischen Denkens
4.3 Die Möglichkeit zur Bewältigung metaphysischer Ängste und philosophischer Fragen
4.4 Die Förderung logischen Denkens
4.5 Philosophieren mit Kindern als Umsetzung von Aufgaben und Zielen des Deutsch-, Mathematik- und Sachkundeunterrichts in der Grundschule
5 Zur Methode des Philosophierens mit Kindern
5.1 Begriffsklärungen
5.1.1 Die philosophische Frage
5.1.2 Das philosophische Gespräch
5.2 Zum Ablauf einer Einheit des Philosophierens mit Kindern
5.2.1 Der erste Schritt: Einstiege in das Philosophieren mit Kindern
5.2.1.1 Der Zettelkasten – Fragen der Kinder mit philosophischem Hintergrund
5.2.1.2 Philosophische Texte für Kinder
5.2.1.3 Kinderbücher
5.2.1.4 Weiter Einstiege in das Philosophieren mit Kindern
5.2.2 Der zweite Schritt: Formulierung der Frage durch die Kinder und die anschließende Auswahl einer Frage für das philosophische Gespräch
5.2.3 Der dritte Schritt: Durchführung eines philosophischen Gesprächs mit Kindern
5.2.3.1 Das Klären des Fragecharakters
5.2.3.2 Regeln des philosophischen Gesprächs
5.2.3.3 Anforderungen an die/den GesprächsleiterIn und ihre/seine Aufgaben im philosophischen Gespräch
5.2.3.4 Die „Werkzeugkiste für schlaue Denker“ aus Daurers Methode
5.2.4 Der vierte Schritt: Abschluss – Reflexion über das philosophische Gespräch
5.2.4.1 Zusammenfassen des Gesprächsinhalts
5.2.4.2 Bewertung des Gesprächsverlaufs durch die Kinder
5.2.5 Weitere methodische Elemente
6 Schlussbemerkungen
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit Kinder im Grundschulalter fähig sind zu philosophieren, und dabei die entwicklungspsychologischen Einwände, insbesondere gegen die Kompetenzen der Kinder, kritisch zu beleuchten und eine tragfähige Methode für die praktische Umsetzung in der Schule vorzustellen.
2.1.1 Merkmale und Auswirkungen des kindlichen Egozentrismus nach Piaget
Unter der Egozentrizität des Kindes versteht Piaget das kindliche Unvermögen zwischen Subjekt und Objekt zu unterscheiden. Durch die fehlende Dezentralisierung vermengt das Kind daher ständig das eigene Denken mit dem Denken anderer sowie das Ich mit der äußeren Welt. Dabei nimmt das Kind alles aus seiner subjektiven Perspektive wahr, ohne sich des Subjektiven bewusst zu sein. Sämtliches Denken und Handeln des Kindes wird daher durch seinen Egozentrismus bestimmt. Piaget geht davon aus, dass die Egozentrizität des Kindes während seines Heranwachsens abnimmt, und es mit ungefähr elf bis zwölf Jahren nahezu keine egozentrischen Merkmale mehr aufweist. Für Piaget hat diese Form der Wahrnehmung des egozentrischen Kindes zahlreiche Auswirkungen. So beobachtete er in seinen Untersuchungen und Experimenten mit Kindern viele Phänomene, die er als Indiz der kindlichen Egozentrizität interpretierte.
Piaget unterscheidet die logische und ontologische Egozentrizität des Kindes. Für ihn zeigt sich die logische Egozentrizität im kindlichen Urteilen und Denken, die ontologische hingegen im Realitätsverständnis und der Kausalität des Kindes.
Den egozentrischen Charakter des kindlichen Denkens behauptet Piaget in den Eigenarten kindlicher Äußerungen, den Kommunikationsformen und ihrer Art Sachverhalte zu erklären zu erkennen.
0 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Philosophierens mit Kindern ein und skizziert die Fragestellung nach der philosophischen Kompetenz von Kindern im Grundschulalter.
1 Klärung des Begriffs „Philosophieren mit Kindern“ und Anforderungen an das Philosophieren der Kinder: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Philosophierens mit Kindern als reflektorische Tätigkeit und grenzt diese von fachphilosophischen Ansprüchen ab.
2 Entwicklungspsychologische Aspekte zum Philosophieren mit Kindern: Hier wird Piagets Theorie des kindlichen Egozentrismus detailliert dargelegt, kritisch hinterfragt (u.a. durch Wygotski) und dem Informationsverarbeitungsansatz gegenübergestellt.
3 Themen und Fragen der Philosophie sowie philosophische Fragen und Thematiken von Kindern: Das Kapitel behandelt klassische philosophische Disziplinen und verknüpft diese mit den spontan geäußerten philosophischen Interessen und Fragen von Kindern.
4 Ziele des Philosophierens mit Kindern: Es werden verschiedene Zielsetzungen erörtert, darunter therapeutische Funktionen, die Förderung von kritischem und logischem Denken sowie der Beitrag zur Umsetzung von Bildungszielen in der Grundschule.
5 Zur Methode des Philosophierens mit Kindern: Das umfangreichste Kapitel beschreibt den praktischen Ablauf einer philosophischen Einheit, von der Themenfindung über die Gesprächsführung bis hin zur Reflexion und der Nutzung methodischer Hilfsmittel.
6 Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Kinder durchaus philosophieren können, wenn man den Begriff von starren, fachspezifischen Verengungen befreit, und betont die erzieherische Bedeutung für die Mündigkeit.
Philosophieren mit Kindern, Grundschulpädagogik, Piaget, Egozentrismus, Wygotski, Informationsverarbeitung, Kognitive Entwicklung, Philosophische Grundtechniken, Begründen, Infragestellen, Philosophische Gesprächsführung, Mündigkeit, Kindliche Philosophie, Erkenntnistheorie, Ethik.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Begründung und praktischen Umsetzung des Philosophierens mit Kindern im Grundschulalter unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Erkenntnisse.
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse kindlicher Denkmuster (Piaget vs. Informationsverarbeitung), die Relevanz philosophischer Disziplinen für Kinder sowie methodische Ansätze für den Schulunterricht.
Das primäre Ziel ist es zu prüfen, ob die entwicklungspsychologischen Skeptiker, die Kindern aufgrund ihres Egozentrismus die Fähigkeit zum Philosophieren absprechen, widerlegt werden können.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse entwicklungspsychologischer und kinderphilosophischer Fachliteratur, um die theoretische Basis für die Schulpraxis zu legen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine entwicklungspsychologische Grundlegung, die Darstellung philosophischer Themenbereiche für Kinder und einen detaillierten methodischen Leitfaden für die Unterrichtspraxis.
Philosophieren mit Kindern, Kognitive Entwicklung, Egozentrismus, Philosophische Grundtechniken, Erkenntnistheorie und Schulpädagogik.
Die Autorin sieht Piagets Theorie als durch die Forschung von Wygotski und anderen Entwicklungspsychologen als eingeschränkt oder gar widerlegt an, da Kinder bei richtiger Anregung durchaus zu komplexem Denken fähig sind.
Sie dient dazu, Kindern im philosophischen Gespräch eine strukturierte Teilnahmemöglichkeit zu geben, indem sie Bedenken oder Fragen symbolisch (z.B. durch Karten mit Kürzeln) ausdrücken können, ohne den Fluss des Gesprächs durch Unterbrechungen zu stören.
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