Bachelorarbeit, 2020
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Evidenzbasierte Medizin
2.2 Aktueller Forschungsstand
2.3 Behaviour Change Wheel
3 Methoden
3.1 Literatursuche
3.2 Datensammlung
3.3 Datenanalyse
3.4 Datensynthese
4 Ergebnisse
4.1 Eigenschaften der eingeschlossenen Reviews
4.1.1 Allgemeine Eigenschaften der eingeschlossenen Reviews
4.1.2 Methodische Qualität der eingeschlossenen Studien
4.2 Barrieren
4.2.1 Personale Faktoren
4.2.2 Umweltfaktoren
4.3 Interventionen
4.3.1 Einzelinterventionen
4.3.2 Interventionsbündel
4.4 Beziehungen zu theoretischen Konstrukten des BCW und Verhaltensänderungstechniken
4.4.1 Beziehungen von Barrieren zu COM-B-Modell, TDF und Interventionsfunktionen
4.4.2 Beziehungen von Interventionen zu BCTs und Interventionsfunktionen
4.4.3 Vergleich der über Barrieren und über Interventionen ermittelten Interventionsfunktionen
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Ableitung von Empfehlungen für Interventionen zur Implementierung von EbM
5.3 Stärken und Limitationen
5.4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die unzureichende Integration der Evidenzbasierten Medizin (EbM) im klinischen Alltag und entwickelt eine nachhaltige Implementierungsstrategie für Ärzte. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Barrieren der Anwendung entgegenstehen und welche theoriegeleiteten Interventionen auf Basis des Behaviour Change Wheel (BCW) effektiv eingesetzt werden können.
1 Einleitung
Die zunehmende Verbreitung der Evidenzbasierten Medizin (EbM) insbesondere ab den frühen 1990er-Jahren weckte in der Medizin die Hoffnungen auf mehr Rationalität und Transparenz und auf Emanzipation von autoritätshöriger „Eminenz“-basierter Medizin (Stein, 1998). EbM wurde dabei entsprechend der Definition von Sackett, Rosenberg, Gray, Haynes und Richardson (1996) verstanden, die noch heute maßgebend ist:
Evidenzbasierte Medizin ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten. Die Praxis der EbM bedeutet die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestverfügbaren externen Evidenz aus systematischer Forschung. (Cochrane Deutschland Stiftung, 2020)
Gemäß dieser Konzeption sollte der Arzt oder die Ärztin bei einer klinischen Frage (a) externe Evidenz in Form von hochwertigen Studien und Übersichtsarbeiten auffinden und diese (b) mit eigenem Vorwissen und (c) den Wünschen der Patientin oder des Patienten in einem Prozess der gemeinsamen Entscheidungsfindung integrieren.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Entstehung der EbM als Emanzipation von der Eminenz-basierten Medizin und stellt den Übergang zum heutigen, durch Leitlinien geprägten Top-down-Ansatz dar.
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der EbM, den aktuellen Forschungsstand zu Implementationsbarrieren sowie die theoretischen Prinzipien des Behaviour Change Wheels als Modell zur Verhaltensänderung.
3 Methoden: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, das sich an den PRISMA-Empfehlungen orientiert und eine systematische Literatursuche in medizinischen und psychologischen Datenbanken umfasst.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die identifizierten Barrieren und die Wirksamkeit diverser Interventionen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich mit BCW-Konstrukten liegt.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet sowie die Stärken und Limitationen der Meta-Review-Arbeit kritisch reflektiert.
Evidenzbasierte Medizin, EbM, Implementierung, Behaviour Change Wheel, BCW, ärztliche Praxis, Barrieren, Verhaltensänderung, Implementationswissenschaft, Leitlinien, systematische Review, Interventionen, COM-B-Modell, TDF, I-Change-Modell.
Die Arbeit analysiert, warum die Evidenzbasierte Medizin trotz ihres hohen Stellenwerts nur unzureichend in den klinischen Alltag integriert ist, und sucht nach Wegen, dies zu verbessern.
Die zentralen Themen sind Barrieren bei Ärzten (z.B. Zeitmangel, fehlende Skills), wirksame Interventionen (z.B. Audit & Feedback) und die Anwendung theoretischer Modelle wie dem Behaviour Change Wheel.
Ziel ist es, theoriegeleitete Empfehlungen zu identifizieren, mit denen EbM nachhaltig und barriereorientiert in die berufliche Praxis von Ärztinnen und Ärzten implementiert werden kann.
Es wurde ein systematisches Meta-Review (ein Review über systematische Reviews) durchgeführt, basierend auf Literatur der letzten zehn Jahre.
Der Hauptteil evaluiert die Qualität der eingeschlossenen Studien, klassifiziert die Barrieren in personale und Umweltfaktoren und untersucht die Effektivität verschiedener Interventionsansätze.
Wichtige Begriffe sind Evidenzbasierte Medizin (EbM), Implementierung, Behaviour Change Wheel (BCW), Barrieren, Verhaltensänderung und Implementationswissenschaft.
Es dient als theoretisches Rahmenmodell, um komplexe Interventionsstrategien wissenschaftlich fundiert herzuleiten und die Lücke zwischen theoretischer Barriere-Analyse und praktischer Maßnahme zu schließen.
Die Studie identifiziert "Mindlines" als informelle, aus Erfahrung und Fortbildung abgeleitete Handlungsschemata, an denen sich Ärzte oft orientieren, statt aktiv nach aktueller wissenschaftlicher Evidenz zu suchen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass manuell erstellte Erinnerungen (z.B. Klebezettel) weniger effektiv sind als computergenerierte und sogar negative Effekte haben können, wenn sie ineffizient eingesetzt werden.
Die Arbeit betont, dass eine Veränderung der Organisationskultur ein wesentlicher Hebel für eine nachhaltige Verhaltensänderung auf individueller Ebene ist.
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