Diplomarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Einordnung der Bauwirtschaft in das Wirtschaftssystem und des Bauhauptgewerbes in die Bauwirtschaft
2.2 Die Submission
2.2.1 Der Submissionsmechanismus
2.2.1.1 Das offene Verfahren
2.2.1.2 Das nicht offene Verfahren
2.2.1.3 Das Verhandlungsverfahren
2.2.2 Modell bei Präferenzunsicherheit
2.2.3 Modell bei Qualitätsunsicherheit
2.2.4 Fluch des Gewinners
2.3 Kooperation und Konkurrenz
2.3.1 Kooperation
2.3.1.1 Kooperation – Begriff und Ziele
2.3.1.2 Das Problem der asymmetrischen Information
2.3.1.3 Bewertung komplementärer und substituierbarer Teilleistungen
2.3.1.4 Kooperationsarten
2.3.2 Konkurrenz
2.3.2.1 Konkurrenz – Begriff und Ziele
2.3.2.2 Konkurrenzarten
2.4 Industrieökonomische Grundlagen
2.4.1 Preisgestaltung im Monopol und unter Wettbewerbsbedingungen
2.4.2 Preisgestaltung im Oligopol
2.4.2.1 Die Theorie des Oligopols
2.4.2.2 Auswirkungen der Spielrundenzahl auf die Kooperationsbereitschaft
2.5 Branchenstrukturanalyse
2.5.1 Strukturanalyse des Bauhauptgewerbes
2.5.2 Strukturanalyse von Bauprojekten
2.6 Zwischenfazit
3. Manipulationsmöglichkeiten im Submissionswettbewerb durch Preisabsprache
3.1 Die Entwicklung des Kartellrechts
3.2 Das Submissionskartell
3.2.1 Der Begriff „Submissionskartell“
3.2.2 Instabile Kartelle
3.2.3 Stabile Kartelle
3.3 Empirische Querschnittsstudien zu horizontalen Preisabsprachen
3.4 Manipulationsmöglichkeiten, die horizontale Absprachen begünstigen
3.4.1 Kritische Faktoren im Submissionsverfahren
3.4.2 Der kritische Zeitpunkt
3.5 Maßnahmen zur Prävention von Preisabsprachen
3.6 Zwischenfazit
4. Manipulationsmöglichkeiten im Submissionswettbewerb durch Korruption
4.1 Die Rechtslage der Korruption im Wandel der Zeit
4.2 Die Theorie der Korruption
4.2.1 Der Korruptionsbegriff
4.2.2 Strukturelle Korruption
4.2.3 Situative Korruption
4.2.4 Opportunistische Korruption
4.3 Empirische Querschnittsstudien zu vertikalen Preisabsprachen
4.3.1 Das Allokationsergebnis der Korruption
4.3.2 Messung von Korruptionsvorkommen
4.3.3 Korruptionskriminalität im heutigen Deutschland, speziell in der Baubranche.
4.4 Manipulationsmöglichkeiten, die vertikale Absprachen begünstigen
4.4.1 Kritische Faktoren vor Baubeginn
4.4.2 Kritische Faktoren nach Baubeginn
4.4.3 Der kritische Zeitpunkt
4.4.4 Zur Anfälligkeit von Mitarbeitern
4.5 Maßnahmen zur Korruptionsprävention
4.6 Zwischenfazit
5. Manipulationsmöglichkeiten im Submissionswettbewerb durch horizontale und vertikale Preisabsprachen
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht ökonomische Aspekte von Manipulationen im Submissionswettbewerb innerhalb der deutschen Baubranche, mit besonderem Fokus auf das Bauhauptgewerbe. Dabei wird analysiert, wie Preisabsprachen und Korruption den Wettbewerb verzerren und welche volkswirtschaftlichen Auswirkungen diese Praktiken haben.
2.2.1 Der Submissionsmechanismus
Die ersten Ansätze von Vergabevorschriften in Deutschland gehen zurück bis in das 16. Jahrhundert. Es folgten umfangreiche Werke mit preußischen und bayerischen Instruktionen in den Jahren 1833 und 1834.24
Die Submission (Ausschreibung) ist ein Verfahren, bei dem durch individuelle Aufforderung oder öffentliche Bekanntmachung (z.B. in der Tageszeitung und neuerdings unter http://www.bund.de) Interessenten aufgefordert werden, ein Angebot über eine bestimmte Leistung zu einem fixen Termin einzureichen.25 Der Submissionswettbewerb ist im Kern eine Erstpreis-Auktion (first-price-sealed-bid-auction) oder auch Höchstpreisauktion (HPA), bei der die Bieter (Interessenten) für ein Gut (Auftrag) ein Angebot schriftlich abgeben.
Kernpunkt der Ausschreibung ist eine ordnungsgemäße Leistungsbeschreibung, auf deren Grundlage die Bieter ihren Angebotspreis einheitlich kalkulieren können. Ferner sind sehr viele Angaben durch den Bieter zu machen: Hierzu zählen z.B. Angaben über ordnungsgemäß entrichtete Steuern, Versicherungen sowie Lizenzen (bzw. Zulassungen), Referenzen, bei Argen müssen alle Nachunternehmer namentlich aufgeführt werden, es müssen Angaben zur Firmenstruktur (handelt es sich um einen Ausbildungsbetrieb?), Gewerbebescheinigung, Sozialversicherungsnachweis usw. gemacht werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik von Korruption und illegalen Preisabsprachen in der deutschen Baubranche sowie deren immense wirtschaftliche Auswirkungen.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel ordnet das Bauhauptgewerbe in das Wirtschaftssystem ein, erläutert Submissionsverfahren, Kooperationsformen und industrieökonomische Modelle.
3. Manipulationsmöglichkeiten im Submissionswettbewerb durch Preisabsprache: Es werden die kartellrechtlichen Grundlagen, die Theorie von Submissionskartellen sowie empirische Studien zu horizontalen Absprachen und Präventionsmaßnahmen behandelt.
4. Manipulationsmöglichkeiten im Submissionswettbewerb durch Korruption: Dieses Kapitel analysiert die Korruption, ihre theoretische Fundierung, Rechtslage sowie spezifische Methoden und Präventionsansätze im Baubereich.
5. Manipulationsmöglichkeiten im Submissionswettbewerb durch horizontale und vertikale Preisabsprachen: Hier wird das Zusammenwirken von Preisabsprachen und Korruption an Praxisbeispielen untersucht.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, in der die Schwächen des Submissionsverfahrens und die ökonomische Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen diskutiert werden.
Bauhauptgewerbe, Submissionswettbewerb, Preisabsprache, Korruption, Kartellrecht, Bauwirtschaft, Submissionskartell, Wirtschaftskriminalität, Wettbewerbsverzerrung, Ausschreibung, Principal-Agent-Theorie, Prävention, Industrielle Ökonomik, Marktstruktur, Bauprojekte.
Die Diplomarbeit analysiert aus ökonomischer Sicht, wie der Submissionswettbewerb in der deutschen Baubranche durch Preisabsprachen und Korruption manipuliert werden kann.
Die Arbeit fokussiert sich auf das Bauhauptgewerbe, die rechtlichen Rahmenbedingungen des Kartellrechts, spieltheoretische Modelle für Kartellbildung sowie die Rolle von Korruption und deren Prävention.
Ziel ist es, die ökonomischen Ursachen und Mechanismen hinter den Manipulationen im Submissionswettbewerb aufzuzeigen und die Auswirkungen auf das Bauhauptgewerbe und die Allgemeinheit zu quantifizieren.
Die Arbeit nutzt industrieökonomische Modelle, die Spieltheorie sowie die Auswertung von Wirtschaftsdaten und empirischen Studien zur Korruptions- und Preisabsprachenforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Submissionswesen, Kooperation/Konkurrenz), detaillierte Analysen zu Preisabsprachen und Korruption sowie eine Untersuchung ihrer kombinierten Anwendung.
Wichtige Begriffe sind Markt-im-Markt-These, Submissionskartell, strukturelle Korruption, Kick-Back-Vereinbarungen und Vergaberecht.
Der Autor stellt die These auf, dass es im regulären Bauhauptgewerbe einen abgeschotteten Teilmarkt gibt, in dem nur große Unternehmen agieren, was stabilere Kartellbildungen begünstigt.
Aufgrund der Baustellenfertigung, der hohen Komplexität von Bauprojekten und der oft intransparenten Abrechnungsmöglichkeiten bietet die Baubranche zahlreiche Einfallstore für verdeckte Zahlungen und Absprachen.
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