Diplomarbeit, 2007
146 Seiten, Note: 1,0
1. Jugend – Eine »Annäherung«
1.1 Vom »Bild der Jugend«
1.2 Lebensalter als Rahmung
1.3 Eine historische Vergewisserung
1.4 Herausforderung »Jugend heute«
2. »Blickpunkt« Jugendhilfe
2.1 Eine Standortbestimmung
2.2 Wesentliche Leitlinien
2.3 Genesis
2.4 Zur prekären Lage
3. Agenda »Bildung«
3.1 »Leitbild« Wissensgesellschaft
3.2 Europäische Rahmung
3.3 Bundesdeutsche Bildungsoffensive
3.2 Jugendhilfe im Spannungsfeld
4. »Life- Line- Ressourcen« als »Gatekeeper«
4.1 Sozialisationstheoretische Überlegungen
4.2 Zur Dialektik von Subjekt und Gesellschaft nach Bourdieu
4.3 Zum Aspekt der Handlungsfähigkeit nach Sen
4.4 Von der Schule her gedacht
5. »Begegnungsmodelle« Sozialer Arbeit
5.1 Case- und Projekt- Management
5.2 Praxisbeispiele: »PeB« und »Stellwerk«
5.3 »Netzwerk Bildung« als Antwort
Die Diplomarbeit untersucht kritisch das gesellschaftliche Postulat »Sie müssen nur wollen«, vor dessen Hintergrund Jugendliche in prekären Lebenslagen oft auf ihren eigenen Willen reduziert werden. Im Zentrum steht die Frage, ob diese Forderung angesichts struktureller gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und sozialer Ungleichheit haltbar ist oder einer grundlegenden Revidierung aus sozialarbeiterischer Perspektive bedarf.
Vom »Bild der Jugend«
„[…] Die Jugendlichen sind ihrem Charakter nach zu Begierde disponiert und geneigt, das zu tun, wonach ihre Begierde tendiert. Und sie sind so disponiert, dass sie von den leiblichen Begierden am ehesten der Geschlechtslust anhängen und darin unbeherrscht sind (...) Aber hinsichtlich ihrer Begierden sind sie leicht wandelbar und zum Überdruss geneigt. Sie begehren heftig, lassen aber schnell nach; denn ihre Wünsche sind heftig aber nicht stark wie das Durst- und Hungergefühl der Kranken (...).
Ferner sind sie hitzig und jähzornig und bereit, ihrem Zorn zu folgen. Auch sind sie Sklaven ihres Zorns; denn aufgrund ihres Ehrgeizes können sie es nicht ertragen, gering geachtet zu werden, sondern sie geraten in Empörung, wenn sie sich ungerecht behandelt glauben (...) Auch sind sie ehrgeizig oder mehr noch siegessüchtig; denn die Jugend trachtet nach Überlegen-Sein; der Sieg aber ist eine Art Überlegen-Sein. Auf dieses beides sind sie mehr aus als auf Geld (...)
Ferner sind sie nicht schlecht gesinnt, sondern gutmütig, weil sie noch nicht viel Schlechtigkeit gesehen haben. Auch sind sie leichtgläubig, weil sie noch nicht häufig getäuscht worden sind (...) Sie leben meistens in der Hoffnung; denn die Hoffnung bezieht sich auf die Zukunft, die Erinnerung aber auf das Vergangene. Für die Jugend aber ist die Zukunft lang, die Vergangenheit dagegen kurz; denn am Morgen des Lebens glaubt man, sich an nichts zu erinnern, dagegen alles zu erhoffen.“ (Aristoteles zit. in Schäfers/ Scherr 2005: 55f)
1. Jugend – Eine »Annäherung«: Das Kapitel nähert sich dem komplexen Begriff der Jugend über historische, rechtliche und entwicklungspsychologische Perspektiven an.
2. »Blickpunkt« Jugendhilfe: Hier wird die Jugendhilfe als Subsystem Sozialer Arbeit verortet, ihre rechtliche Grundlage sowie ihr Auftrag zwischen Repression und Dienstleistung beleuchtet.
3. Agenda »Bildung«: Dieses Kapitel thematisiert den aktuellen Diskurs um Bildung, das Leitbild der Wissensgesellschaft sowie europäische und nationale Bildungsstrategien.
4. »Life- Line- Ressourcen« als »Gatekeeper«: Die theoretische Analyse der Dialektik von Subjekt und Gesellschaft (Bourdieu) sowie der Handlungsfähigkeit (Sen) verdeutlicht die Mechanismen sozialer Ungleichheit.
5. »Begegnungsmodelle« Sozialer Arbeit: Abschließend werden konkrete Praxisbeispiele (PeB, Stellwerk) und Ansätze wie das »Netzwerk Bildung« als Antwort auf gesellschaftliche Exklusionsmechanismen diskutiert.
Jugend, Jugendhilfe, Soziale Arbeit, Bildung, Wissensgesellschaft, Soziale Ungleichheit, Habitus, Bourdieu, Amartya Sen, Lebensweltorientierung, Sozialisation, Berufliche Integration, Case Management, Projektmanagement, Chancengleichheit.
Die Diplomarbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Jugendlichen in prekären Lebenslagen und den gesellschaftlichen Erwartungen an ihre berufliche Integration.
Die Arbeit behandelt die Themen Jugend, Soziale Ungleichheit, Bildungspolitik und die Rolle der professionellen Jugendhilfe.
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung des Postulats »Sie müssen nur wollen« unter Berücksichtigung theoretischer Ansätze zur sozialen Herkunft und Handlungsfreiheit.
Es handelt sich um eine literaturgestützte Arbeit, die aktuelle Fachliteratur, bildungspolitische Dokumente und soziologische Theorien analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Standortbestimmung der Jugendhilfe, eine Analyse der Bildungspolitik sowie eine theoretische Fundierung soziologischer Ungleichheitsforschung.
Zentrale Begriffe sind Soziale Arbeit, Wissensgesellschaft, Habitus, Gatekeeper, Lebensweltorientierung und berufliche Integration.
Das Projekt PeB dient als Praxisbeispiel, wie durch Kooperation und Kompetenzfeststellung der Übergang von der Schule in den Beruf für benachteiligte Jugendliche verbessert werden kann.
Der Habitus-Begriff nach Bourdieu erklärt, wie soziale Herkunft und Bildungserfahrungen die Handlungsspielräume von Jugendlichen dauerhaft prägen und Karrierechancen beeinflussen.
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