Bachelorarbeit, 2018
33 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Forschungsstand und Theorie
2.1 Soziale Ungleichheit
2.2 Chancen- und Bildungsgleichheit
2.3 Verknüpfung sozialer Ungleichheit und Bildung
2.4 Die Ganztagsschule
2.4.1 Konzept der Ganztagsschule
2.4.2 Ziele und Erwartungen
3. Mögliche Auswirkungen von Ganztagsbeschulung
3.1 Reproduktion ungleicher Bildungschancen – Pierre Bourdieu
3.2 Individualisierungsthese – Ulrich Beck
3.3 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte – Raymond Boudon
3.4 Schichtspezifische Bildungsungleichheit
3.5 Familien- und Schulbildung
3.5.1 Vereinbarkeit von Familie und Beruf
3.5.2 Staatliche Erziehung – Kooperation und Konkurrenz von Eltern und Schule
3.6 Individuelle Förderung
4. Vergleich: Herkömmliche Schule und Ganztagsschule
4.1 Bildungsgerechtigkeit durch ganztägigen Unterricht?
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Ganztagsschule, soziale Bildungsungleichheiten abzubauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Dabei wird analysiert, inwieweit das Modell die familiäre Herkunft als Determinante für den Bildungserfolg entkoppeln kann.
3.1 Reproduktion ungleicher Bildungschancen – Pierre Bourdieu
Pierre Bourdieu befasste sich intensiv mit der sozialen Ungleichheit in der französischen Gesellschaft. Seine Habitus-Theorie erklärt das Fortbestehen sozialer Ungleichheit durch klassenspezifische Kulturformen. Bourdieu liegt mit seiner Theorie nah an herkömmlichen materialistischen Erklärungsmustern weiterer Klassentheorien, stellt diese allerdings weitaus soziokultureller und flexibler auf. Der Begriff Kapital wird von ihm in drei Ressourcenarten unterteilt, welche in der Gesellschaft einer ungleichen Verteilung unterliegen. Er unterscheidet das ökonomische Kapital (Einkommen), das Bildungskapital (Bildung und Kultur) sowie das soziale Kapital (soziale Beziehungen). Die Gesellschaft gliedert sich je nach ihrem Kapital einer vertikalen Klassenordnung zu. Nachdem ihre Unterteilung in Arbeiterklasse, Kleinbürgertum oder Bourgeoisie erfolgt ist, wird die Bevölkerung gemäß ihrer Zukunftsaussicht aufgrund ihres Kapitalbesitzes in horizontale Klassen, dem Besitzbürgertum, dem Bildungsbürgertum oder dem Kleinbürgertum, eingeordnet (vgl. Hradil 1999: 138).
Kulturelles Kapital ist nach Bourdieu ein ausschlaggebender Faktor für soziale Bildungsungleichheiten. Bildungsdisparitäten treten auf, sofern Schülerinnen und Schüler einen unterschiedlichen Zugang zu kulturellen Ressourcen haben. Hradil sieht die Habitus-Theorie als tragendes Modell in der Bildungsforschung, hinsichtlich sozialer Disparitäten lässt sich die klassenspezifische Unterscheidung des Habitus großer Gruppen allerdings nicht explizit übereinstimmend erklären. Werden kulturelle Ressourcen durch das Elternhaus zugänglich gemacht, lassen sich in gewissem Umfang orientierte Verhaltensweisen im Einklang der Klassenzugehörigkeit und im besonderen Maße des Bildungsniveaus aufweisen.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz von Bildungsungleichheit als politisches und gesellschaftliches Thema und führt in die Fragestellung ein, ob Ganztagsschulen zur Bildungsgerechtigkeit beitragen können.
2. Forschungsstand und Theorie: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie soziale Ungleichheit und Bildungsgleichheit und erläutert das institutionelle Konzept sowie die Zielsetzungen der Ganztagsschule.
3. Mögliche Auswirkungen von Ganztagsbeschulung: Der Hauptteil analysiert auf Basis soziologischer Theorien, wie Ressourcen, familiäre Sozialisation und Schulstrukturen das Bildungsziel beeinflussen.
4. Vergleich: Herkömmliche Schule und Ganztagsschule: Hier wird der konzeptionelle Mehrwert der Ganztagsschule gegenüber der Halbtagsschule im Hinblick auf Chancengleichheit und Ressourcenbereitstellung gegenübergestellt.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Ganztagsschule unter spezifischen qualitativen Voraussetzungen ein hilfreiches Instrument sein kann, jedoch keine Garantie für die vollständige Beseitigung sozialer Disparitäten bietet.
Ganztagsschule, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Bildungsgerechtigkeit, Habitus, Bourdieu, Boudon, Chancengleichheit, Familienpolitik, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Individuelle Förderung, Schichtspezifische Sozialisation, Bildungssystem, Bildungsdisparitäten, Ressourcen.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss ganztägige Schulmodelle in Deutschland auf die soziale Bildungsungleichheit und das Familienleben haben.
Die Arbeit fokussiert sich auf das Zusammenspiel von sozialer Herkunft, Ressourcenverfügbarkeit im Elternhaus und der schulpädagogischen Unterstützung durch Ganztagsangebote.
Ziel ist es, zu ermitteln, ob Ganztagsschulen eine echte Annäherung der Bildungschancen für Kinder aus unterschiedlichen sozialen Milieus ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich insbesondere auf die Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu, die Individualisierungsthese von Ulrich Beck sowie das Konzept der primären und sekundären Herkunftseffekte von Raymond Boudon.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die konkreten Ziele der Ganztagsschule (Betreuung, Förderung, Vereinbarkeit) sowie empirische Erkenntnisse aus Studien wie der StEG-Studie diskutiert.
Wesentliche Begriffe sind Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Chancengleichheit, Habitus und individuelle Förderung.
Laut dem Fazit ist die Ganztagsschule ein hilfreiches Instrument, jedoch keine Garantie, da sie zur effektiven Minderung von Disparitäten anspruchsvolle Rahmenbedingungen und eine hohe Qualität erfordert.
Die Arbeit identifiziert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als einen zentralen Pluspunkt, da die Entlastung der Eltern den sozioökonomischen Status stabilisieren und damit indirekt die Ressourcen für die Kinder fördern kann.
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