Bachelorarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung
2 Theorie der Rechnungslegungsregulierung
2.1 Rechnungslegung als ökonomisches Gut
2.2 Begründungen für Regulierung - Normative und Positive Theorie
2.3 Staatliche und private Form der Regulierung
2.4 Lobbying bei der privaten Standardsetzung
2.4.1 Chancen und Risiken von Lobbying
2.4.1.1 Aufgabenfeld von Lobbyisten
2.4.1.2 Anreize zum Lobbying - die Kosten-Nutzen-Rechnung
2.4.1.3 Teilnahme verschiedener Interessengruppen
2.4.2 Probleme bei der Delegation an private Standardsetter
2.4.3 Legitimationsproblematik
3 Entstehung und Anerkennung von Rechnungslegungsstandards in der EU
3.1 Das International Accounting Standards Board
3.1.1 Historie des IASB
3.1.2 Organisation und Funktion der IFRS Foundation
3.1.3 Standardsetzung auf Ebene des IASB, der Due Process
3.2 Übernahmeverfahren der EU, der Edorsement Mechanism
4 Kritische Analyse der europäischen Standardsetzung
4.1 Methoden zur Untersuchung der Einflussnahme von Lobbyisten
4.2 Analyse bestehender Studien und deren Ergebnisse
4.3 Kritische Würdigung der Befunde und Untersuchungsmethodik
5 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die Legitimation und den Einfluss von Interessengruppen auf die Arbeit des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den europäischen Übernahmeprozess (Endorsement Mechanism) von Rechnungslegungsstandards. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, ob der IASB eine pluralistische Interessenvertretung gewährleisten kann oder ob einzelne Interessengruppen durch Lobbying-Aktivitäten einen dominanten, wettbewerbsverzerrenden Einfluss ausüben.
2.4.1.2 Anreize zum Lobbying - die Kosten-Nutzen-Rechnung
Die Regulierung der Rechnungslegung kann über verschiedene Wege Einfluss auf die Realwirtschaft nehmen. Zum einen dient eine Regulierung der Reduktion von Informationsasymmetrien zwischen Marktakteuren. Die Folge sind geringere Kosten für Investoren bei der Kapitalanlage. Parallel dazu können sich Kosten für Unternehmen erhöhen, die aus einer höheren Unternehmenspublizität resultieren. Höhere Kosten werden dabei unter anderem durch umfangreichere Jahresabschlüsse oder Regulierungsumgehungen verursacht. Die Auswirkungen können so weit reichen, dass Unternehmen den Kapitalmarkt meiden oder sich davon zurückziehen. Eine Regulierung kann Unternehmen aber auch Vorteile bieten. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum Marktteilnehmer Interesse daran haben, mittels Lobbying Einfluss auf die Standardsetzung zu nehmen.
Die Positive Accounting Theory von Watts und Zimmermann behandelt die Frage, warum Interessengruppen an der Regulierung der Rechnungslegung teilnehmen. Grundlage der Theorie ist die Annahme des homo oeconomicus. Alle beteiligten Akteure handeln rational nach ihrem eigenen Interesse. Handlungen werden daher erst begangen, nachdem eine Abwägung von Kosten und Nutzen stattgefunden hat.
Das Ökonomische Modell nach Sutton greift die Annahmen von Watts und Zimmermann auf und erweitert diese um die Ideen Downs. Das Modell besagt, dass Individuen erst dann an einem Prozess teilnehmen, wenn deren erwarteter Nutzen die Investitionskosten übersteigt. Weiterhin stellt Sutton drei Thesen zu den am Normsetzungsprozess beteiligten Interessengruppen auf. Zum einen soll Lobbying für die Ersteller von Rechnungslegungsinformationen wirtschaftlich relevanter sein als für deren Nutzer. Die Begründung lautet, dass Ersteller stärker von den Auswirkungen von Rechnungslegungsstandards betroffen sind, da deren Einkommen nur aus wenigen Quellen bezogen wird. Nutzer, die in der Regel eine hohe Portfoliodiversifikation aufweisen, sind resistenter gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen von Standards. Die zweite These besagt, dass große Unternehmen einfacher Lobbying betreiben können als kleine Unternehmen. Dies liegt daran, dass große Unternehmen stärker von den Auswirkungen von Regeländerungen betroffen sind und kostenintensives Lobbying einfacher finanzieren können. Zuletzt behauptet Sutton, dass sich die Gruppe der Ersteller aufgrund von ähnlichen Interessen leichter zusammenschließen und anfallende Kosten gemeinsam bewältigen kann. Sutton zieht aus seinen Annahmen den Schluss, dass Ersteller mehr Lobbying betreiben als die Nutzer von Jahresabschlüssen.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die fundamentalen Veränderungen der europäischen Rechnungslegungsregulierung ein und skizziert die Problematik der Delegation an private Standardsetzer.
2 Theorie der Rechnungslegungsregulierung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Regulierung sowie die Mechanismen und Anreize für Lobbying bei der privaten Standardsetzung analysiert.
3 Entstehung und Anerkennung von Rechnungslegungsstandards in der EU: Das Kapitel beschreibt die Organisation des IASB, dessen Due Process sowie das Anerkennungsverfahren durch die Europäische Kommission.
4 Kritische Analyse der europäischen Standardsetzung: Dieser Hauptteil wertet empirische Studien zur Einflussnahme von Lobbyisten aus und prüft kritisch die Wirksamkeit und Transparenz der bestehenden Prozesse.
5 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Legitimationsbasis des IASB kritisch vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der Sekundäranalyse.
Rechnungslegungsregulierung, IASB, IFRS, Lobbying, Due Process, Endorsement Mechanism, Interessengruppen, Principal-Agent-Theorie, Standardsetzung, Legitimation, Informationsasymmetrien, Positive Accounting Theory, Kapitalmarkt, Finanzberichterstattung, Stakeholder.
Die Arbeit befasst sich mit der Legitimität und dem Einfluss externer Interessengruppen auf die Entwicklung und Anerkennung internationaler Rechnungslegungsstandards (IFRS) innerhalb der Europäischen Union.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung der Regulierung, die Untersuchung des Lobbying-Verhaltens, der Ablauf des Due Process beim IASB sowie das europäische Anerkennungsverfahren (Endorsement Mechanism).
Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die Arbeit des IASB den Grundsätzen einer legitimen Regulierung entspricht oder ob einzelne Gruppen durch Lobbying einen unverhältnismäßigen Einfluss auf die Standardsetzung nehmen.
Die Arbeit nutzt eine Sekundäranalyse bestehender empirischer Literatur, um Hypothesen über Lobbying-Aktivitäten, Zeitpunkte der Einflussnahme und den Erfolg der beteiligten Interessengruppen zu überprüfen.
Der Hauptteil analysiert die Methoden zur Untersuchung von Lobbying, vergleicht Ergebnisse verschiedener Studien und würdigt die Transparenz und Unabhängigkeit der Standardsetzungsinstanzen.
Rechnungslegungsregulierung, Lobbying, IFRS, IASB, Due Process, Legitimation und Prinzipal-Agent-Problematik sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.
Sie dient als Erklärungsmodell für die problematischen Abhängigkeiten zwischen dem IASB (Agent), den europäischen Staaten (Prinzipal 1) und den Interessengruppen (Prinzipal 2).
Der Autor stellt fest, dass während Unternehmen sehr aktiv lobbyieren, der tatsächliche Einfluss auf das Endergebnis der Standards nicht eindeutig als dominant bewertet werden kann, da die Studienlage zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt.
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