Bachelorarbeit, 2018
32 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Das Märchen
3. „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen
3.1 Narratologische Besonderheiten
3.2 Sprachliche Besonderheiten
3.3 Handlungs- und Figurenanalyse
3.4 Darstellung und Bedeutung von Natur, Seele und Tod
4. „Der Fischer und seine Seele“ von Oscar Wilde
4.1 Narratologische Besonderheiten
4.2 Sprachliche Besonderheiten
4.3 Handlungs- und Figurenanalyse
4.4 Darstellung und Bedeutung von Natur, Seele und Tod
5. Vergleich der Märchen
Diese Arbeit analysiert und vergleicht die Kunstmärchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen und „Der Fischer und seine Seele“ von Oscar Wilde, um Übereinstimmungen sowie Unterschiede in Struktur, Inhalt und Sprache aufzuzeigen und die Gattung Kunstmärchen kritisch zu prüfen.
3.2 Sprachliche Besonderheiten
Wie im zweiten Kapitel erwähnt, ist das Kunstmärchen gekennzeichnet durch eine sehr kunstvolle und phantasiereiche Sprache. Andersens Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ entspricht in dieser Hinsicht vollständig den Merkmalen eines Kunstmärchens.
Bei der Verwendung zahlreicher Hypotaxen werden diese mitunter zu eigenständigen Absätzen:
„In mancher Abendstunde nahmen die fünf Schwestern einander an den Armen und tummelten sich in einer Reihe über dem Wasser; herrliche Stimmen hatten sie, schöner als irgendein Mensch, und wenn dann ein Sturm im Anzug war, so daß sie vermuten konnten, daß ein Schiff untergehen würde, schwammen sie vor den Schiffen her und sangen so lieblich, wie schön es auf dem Grunde des Meeres sei, und baten die Seeleute, sich nicht zu fürchten, da hinunterzukommen; aber die konnten die Worte nicht verstehen und glaubten, es sei der Sturm, und sie bekamen auch die Herrlichkeiten dort unten nicht zu sehen; denn wenn das Schiff sank, ertranken die Menschen und kamen nur als Tote zu des Meerkönigs Schloß“ (S. 626).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Märchen und das zentrale Motiv des Wassers ein und stellt die beiden zu analysierenden Kunstmärchen vor.
2. Das Märchen: Hier werden Gattungsmerkmale des Kunstmärchens definiert und von denen des Volksmärchens abgegrenzt.
3. „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen: Dieses Kapitel widmet sich einer detaillierten Analyse von Andersens Werk hinsichtlich Erzählweise, Sprache, Handlung, Figuren sowie zentralen Motiven.
3.1 Narratologische Besonderheiten: Analyse der zeitlichen Ordnung, Erzählform und narrativen Instanz nach der Erzähltheorie von Martinez und Scheffel.
3.2 Sprachliche Besonderheiten: Untersuchung der kunstvollen Sprache, Hypotaxen, Vergleiche und Symbolik in Andersens Märchen.
3.3 Handlungs- und Figurenanalyse: Detaillierte Betrachtung der Handlungssequenzen und Charakterisierung der Protagonistin und ihrer Familie.
3.4 Darstellung und Bedeutung von Natur, Seele und Tod: Untersuchung der Rolle von Wetterphänomenen, der religiösen Aufladung des Seelenbegriffs und der Thematisierung des Todes.
4. „Der Fischer und seine Seele“ von Oscar Wilde: Entsprechende Untersuchung von Wildes Werk, mit Fokus auf die spezifische Erzählstruktur und thematische Umsetzung.
4.1 Narratologische Besonderheiten: Analyse der anachronischen Ordnung, der Analepsen und der Erzählebenen in Wildes Märchen.
4.2 Sprachliche Besonderheiten: Untersuchung des glitzernden Wortschatzes, der Wiederholungen, Parallelismen und Chiasmen.
4.3 Handlungs- und Figurenanalyse: Analyse der komplexen Handlung, der Entindividualisierung der Figuren und des Konkurrenzkampfes um die Seele.
4.4 Darstellung und Bedeutung von Natur, Seele und Tod: Analyse der korrespondierenden Naturbeschreibungen und der ambivalente Umgang mit dem Tod.
5. Vergleich der Märchen: Synthese der Ergebnisse, die Gemeinsamkeiten und Gegensätzlichkeiten in der Umsetzung der Motive und der künstlerischen Intentionen beider Autoren herausarbeitet.
Kunstmärchen, Hans Christian Andersen, Oscar Wilde, Die kleine Meerjungfrau, Der Fischer und seine Seele, Narratologie, Textanalyse, Naturmotiv, Seelensymbolik, Tod im Märchen, Motivvergleich, Erzähltheorie, Literaturvergleich, Fabelwesen, Gattungsmerkmale.
Die Arbeit vergleicht zwei bedeutende Kunstmärchen – Andersens „Die kleine Meerjungfrau“ und Wildes „Der Fischer und seine Seele“ – und untersucht, wie die Autoren mit den Stoffen umgehen.
Die Analyse fokussiert sich auf narratologische Strukturen, sprachliche Ausgestaltung, Handlungsabläufe, die Zeichnung der Figuren sowie die symbolische Bedeutung von Natur, Seele und Tod.
Ziel ist der Nachweis von Übereinstimmungen und Differenzen in Form, Aufbau und Sprache, um die Zuschreibung zur Gattung Kunstmärchen für beide Texte zu prüfen.
Die Autorin nutzt die Methode der Textanalyse, orientiert sich narratologisch an der Theorie von Martinez und Scheffel sowie an einer funktionalen Handlungsgliederung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelanalyse beider Märchen anhand festgelegter Kriterien, gefolgt von einem direkten Vergleich beider Werke.
Zentrale Begriffe sind Kunstmärchen, Narratologie, Symbolik, Motivvergleich, und die spezifische Auseinandersetzung mit den Werken von Andersen und Wilde.
Wie in vielen traditionellen Märchen dient die Dreizahl als rhythmisches Element; der Fischer bietet seine Seele dreimal an und sie kehrt dreimal von ihren Reisen zurück.
Während Andersen mit einer moralisierenden Botschaft endet, zelebriert Wilde ein ambivalentes Ende, in dem die Protagonisten im Tod vereint sind, was einen radikalen Kontrast darstellt.
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