Bachelorarbeit, 2007
52 Seiten, Note: 1,7
1.0 Einleitung
2.0 Die etablierte FDP
2.1 Unterwegs zur Spaßpartei: Die Entwicklung des politischen Stellenwertes und des Images der FDP zwischen 1990 und 1998
2.2 Die verlorene Bundestagswahl 1998 – Entwicklungsmöglichkeiten in der Opposition
3.0 Die liberale Emanzipation
3.1 Die Kampagne 8 des Jürgen W. Möllemann
3.2 Ein unkonventioneller Landtagswahlkampf
4.0 Das Projekt 18 der FDP
4.1 Das Programm zur Bundestagswahl 2002
4.2 Die Definition der Zielgruppen
4.3 Exkurs: Der modernisierte Wahlkampf als Kernelement der Politikvermittlung
4.4 Der modernisierte Wahlkampf der FDP
4.5 Die Positionierung des Spitzenkandidaten und die Ernennung zur Spaßpartei
4.6 Die ersten Erfolge: Ausgewählte Landtagswahlergebnisse der FDP während der Jahre 1999-2002
4.7 Der Höhepunkt des Projekts 18: Die Kanzlerkandidatur des Guido Westerwelle
5.0 Das vorzeitige Ende des Spaßwahlkampfes
5.1 Mangelnde Flexibilität im professionalisierten Wahlkampf: Die Elbflut und die Irakkrise
5.2 Das Ergebnis der Bundestagswahl 2002
6.0 Empirische Untersuchung: Wie wirkte sich das Projekt 18 langfristig aus?
6.1 Die Strukturdaten
6.2 Die Analyse ausgewählter Fragestellungen
6.3 Zusammenfassung der Auswertung: Die Bedeutung des Projekts 18 für die unmittelbare, weitere Entwicklung der FDP
7.0 Resümee
Die Arbeit untersucht die langfristigen Auswirkungen des "Projekts 18" der FDP auf die Wahrnehmung der Partei in der Bevölkerung. Im Zentrum steht die Analyse, ob der medienwirksame "Spaßwahlkampf" und die Positionierung von Guido Westerwelle erfolgreich dazu beigetragen haben, die Partei dauerhaft als eigenständige Kraft neben den Volksparteien zu etablieren.
4.4 Der modernisierte Wahlkampf der FDP
Die FDP sollte mit dem Projekt 18 einen modernisierten Wahlkampf starten, wie er bis dahin in Deutschland unbekannt war. Der Kern der Strategie war dabei relativ leicht zu erfassen: Inoffizielle Konventionen des Wahlkampfes sollten nicht beachtet und gesellschaftspolitische Tabus gebrochen werden. Es galt also, Aufmerksamkeit zu erwecken und sich von den konventionellen Auftritten der anderen Parteien abzuheben. Diese Strategie stammte aus der “Werkstatt 8” und hatte der FDP bereits in Nordrhein-Westfalen und darauf folgend in Sachsen-Anhalt zu Erfolg verholfen.
Daher rief Spitzenkandidat Westerwelle das “Team 18” ins Leben, welches die öffentlichen Auftritte plante und sich ganz im Sinne der Professionalisierung neben führenden Parteifunktionären aus externen Politikberatern und PR-Spezialisten der Agentur ECC zusammensetzte. Die Federführung von Goergens und Möllemann war jedoch nicht zu übersehen, wurde doch im Prinzip das gleiche Konzept wie im Jahr 2000 angewandt.
Ein Wahlkampf, der als Kommunikationsmittel hauptsächlich auf Entertainment setzt, lässt jedoch mitunter nur wenig Raum für die tatsächliche Vermittlung von Programmatik. Schließlich steht die erfolgreiche Inszenierung eines Images im Vordergrund. Es könnte beinahe schon von der Verfolgung marktwirtschaftlicher Prinzipien gesprochen werden: Mit Hilfe von Events sollte die FDP als eigenständige und innovative Marke auf dem Parteienmarkt etabliert werden. Für die Überzeugung der Konsumenten würden die bunten Bilder schon sorgen.
Doch natürlich mussten auch politische Slogans existieren, denn so ganz ohne politische Forderungen kann ein Wahlkampf nicht auskommen. Die Formulierungen wurden in einer Sprache verfasst, welche der interessierte Bürger bereits aus Fernsehsendungen kannte, in denen vor allem Guido Westerwelle häufig zu sehen war. Zur Tat entschlossene Aussagen gepaart mit etwas Humor.
1.0 Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die Mediatisierung der deutschen Politik und die Notwendigkeit für Parteien, den Wählermarkt emotional anzusprechen, um angesichts der Politikverdrossenheit wahrgenommen zu werden.
2.0 Die etablierte FDP: Hier wird der historische Kontext der FDP als "Partei der zweiten Wahl" und ihr schleichender Übergang von der Programm- zur Funktionspartei in den 1990er Jahren dargelegt.
3.0 Die liberale Emanzipation: Das Kapitel analysiert den strategischen Neuanfang und den Erfolg der "Kampagne 8" unter Jürgen W. Möllemann in Nordrhein-Westfalen als Blaupause für künftige Wahlkämpfe.
4.0 Das Projekt 18 der FDP: Eine detaillierte Betrachtung des Projekts 18, seiner inhaltlichen Ausrichtung, der Zielgruppenansprache und der inszenierten Personalisierung durch Guido Westerwelle.
5.0 Das vorzeitige Ende des Spaßwahlkampfes: Die Untersuchung zeigt auf, wie interne Konflikte und unvorhergesehene Ereignisse wie die Elbflut und die Irakkrise den Erfolg des modernisierten Wahlkampfes torpedierten.
6.0 Empirische Untersuchung: Wie wirkte sich das Projekt 18 langfristig aus?: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer quantitativen Befragung, die die nachhaltige Wirkung und Wahrnehmung des Projekts 18 analysiert.
7.0 Resümee: Die abschließende Reflexion bewertet, inwiefern das Projekt 18 als notwendige Modernisierung oder als oberflächliche Episode in der Geschichte der FDP zu werten ist.
Projekt 18, FDP, Guido Westerwelle, Jürgen W. Möllemann, Spaßwahlkampf, politische Kommunikation, Personalisierung, Mediatisierung, Wahlkampfstrategie, Parteienlandschaft, Wählerpotential, Imagebildung, Bundestagswahl 2002, Umfrageanalyse, Professionalisierung
Die Arbeit analysiert das "Projekt 18" der FDP im Vorfeld der Bundestagswahl 2002, eine Kampagne, die darauf abzielte, die Partei durch einen modernisierten, personalisierten und medienwirksamen "Spaßwahlkampf" als dritte politische Kraft zu etablieren.
Zentrale Themen sind der Wandel der politischen Kommunikation in Deutschland, die Rolle der Personalisierung in Wahlkämpfen, der Einfluss von PR-Strategien auf das Parteienimage sowie die innerparteiliche Dynamik der FDP während dieser Phase.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob das Projekt 18 langfristig zu einer veränderten Wahrnehmung der FDP in der Bevölkerung geführt hat und ob die gewählte "Spaßpartei"-Strategie erfolgreich zur Gewinnung neuer Wählerschichten beigetragen hat.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse von Wahlkampfergebnissen führt die Autorin eine eigene quantitative empirische Untersuchung durch, basierend auf einer Umfrage mit 95 Befragten im Juli 2007.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der FDP, die Analyse der Kampagnenstrategien (Kampagne 8 und Projekt 18), die Untersuchung der Auswirkungen von externen Ereignissen wie der Elbflut und die empirische Auswertung der Umfrageergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Projekt 18, Spaßwahlkampf, Guido Westerwelle, Professionalisierung der Politikvermittlung und die langfristige Imagewirkung einer populistischen Kampagne auf den Wählermarkt.
Die Arbeit zeigt, dass das Image zwar kurzfristig Aufmerksamkeit und neue Wähler generierte, aber inhaltliche Substanz vermissen ließ und die Partei bei krisenhaften Ereignissen als nicht flexibel genug darstellte.
Interne Machtkämpfe und die öffentliche Kontroverse um Möllemanns Äußerungen führten zu einer erheblichen Schwächung der Kampagne, da sie vom eigentlichen Ziel ablenkten und bei der Bevölkerung zu Irritationen über die inhaltliche Ausrichtung der FDP führten.
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